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KC-Blätter · 1917-01-01 · Heft 15 (Januar 1917) · p. Seite 804

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Journal
KC-Blätter
Volume
1916-1917
Issue
Heft 15 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 804 (sequence 18)
Language
German
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804 Volk Heine Kronen mehr: hat er die . . /-Frommen" durch die Verleumdung seine» * pr Dank vea»flichtet, ihr schnöder Undank treibt » Jschärioch in den Lob. Soweit die eigentliche mich Mit Ausnahme der Gestalt der Mirjam, der eoren. hmgebungSvollen Gattin des Verräters, können die übrigen Personen trotz mancher gutgesehener Einzel- > -üge unser Jntereffe nicht wachrufen,' das AustrÄen j EhnstuS ist eine getreue Kopie des neuen Testaments i ohne neue Reize. Das jüdische Volksleben auf der j Straße, da» relimöfe Leben im Tempel und an den Festtage«, der ettmterreParteihader zwischen Pharisäern und Sadduzäern, ohne Zweifel eine unerfreuliche tat« sächliche Erscheinung, alles dieses ist zu stark durch die trübe Brille einseitiger christlicher Theologie geschaut und dieser nachgefühtt, sodatz man trotz unleugenbarer, stellenwetser Schönheiten kein Bild aus eines Volkes große» Tagen erhält. Der Gesamteindruck bei christlichen und jüdischen Lesern ist wohl derselbe: man hat es hier mit einer frommen GonntagnachmittagSlektüre,nicht aber mit einem Werke von literarischer Bedeutung, zu tun. Die Zeit wird achtlos darüber hinweggehen, denn gerade die Gegenwart hat sich mit wichtigen Dingen zu befassen. Für die Behandlung ernstester Probleme wie in ovn vom Verfasser dargestellten, muß sie'jedenfalls Bücher ganz anderen Wertes fordern. " Alfred Levi (RH..S) z.Zt.im Felde. Türkische Erzählungen. Herausgrgeben von Max Rudolf Kaufmann. Delphin-Verlag München. Eine kurze literaturgeschichtliche Einleitung sagt uns, warum die Erzählungen, die der Herausgeber mrSgewählt hat, nicht so find, wie wir sie von dem Phantasie, und wortreichen Orientalen vielleicht erwarten. Freilich ist gerade die türkische unter allen Sprachen des Orients die an Worten und Ausdrücken ärmste, und wie die Literatur in früherer Zeit zu größerer Blüte gelangte, da bediente sie sich der geschmeidigeren persischen und arabischen Sprache. Erft in der — auch hier -so genannten — klassischen Periode der türkischen Literatur im 16. Jahrhundert wurde die Sprache vor allem der lyrischen und epischen Dichtung immer weicher und wohl, klingender, und manche Erzählungen der damaligen Dichtung haben sich bi» heute erhalten. Im 17. und 18. Jahrhundert machte sich auch hier französischer Einfluß geltend, sehr zum Nachteile der volkstümlichen und nationalen Dichtkunst. Erft neuerdings zeigt sich — wohl als Folgeerscheinung des stetig wachsenden nationalen SelbstgeMls — ein Aufschwung der heimischen Literatur. Die fortwährenden Kämpfe des tapferen Türkenvolkes umfeineUnabhängigkeitspiegeln sich denn auch ln mehreren der vorliegenden Erzählungen wieder: die „E^ählungen au» Tripolis," „Das Herz deS Türken," „Der TaubenveEufer" zeigen uns den türkischen Bürger und Bauern, der mutig und kampfbegierig zur Schlacht zieht und alle Befahren und Schrecknisse mit religiösem (_. ertrugen weiß. Sonst so friedlich und ruhig wie < pflügendes Lmnm wird er zum reißenden Trger, wenn es gut, fein Vaterland und fern Teuerstes, seinen Glauben, zu verteidigen. Fest wuMln ManneSmm und Tapfe» keit in jedem Türken: „mit der MuttermUch zugleich hast du die Eigenschaften einer Rasse bekommen, die dazu geschaffen ist, Seelengröße, Hochherzigkeit, Trotz und Geduld, Gehorsam und Herrschertum zu verkörpern. Andre Nationen lernen diese männlichen Eigenschaften in den Schulen und an den Universitätendu lernst sie a«S den großen, fchwmyen Augen deiner Mutter, au» der ttefen, grollenden Sttmme deines Vater», aus den geheimnisvollen Lauten de» Korans." Diese Er. Zahlungen gehören denn auch zu den besten, was die Auswahl uns bietet: Geschichten wie „Die schöne Pervtn," „Die schwarze Sklavin" und andre vermögen un» weder, was doch wohl ihr Zweck ist, eine Schilderung des türkischen Volkslebens zu geben, noch bieten sie uns etwa in der Kunst zu charakterisieren oder der Art, zu erzählen, irgend einen Eigenwert. Dagegen ist von natürlichem Humor und glänzender Komik die kleine Studie „Der Kulturträger," eine unter den modernen jungen Türken sicherlich häufig vorkommende Type: Der Neffe, der seit Jahren in Paris das Gelb fernes lieben alten Onkels „verstudtert" hat und nun, heimaekehrt, seine Reform- und WeltverbefferungSpläne im Hause seines Oheims, und zwar zuerst an deffen Diener, innen, verwirklichen will. Erich Fröhlig (Saxo^Savariae), stuö. ,'ur. z.Zt. Soldat. Außerdem sind noch folgende Schriften eingelaufen, deren Besprechung Vorbehalten bleibt: Dreibuch. Jüdische Geschichten von Sch Gorelik, I. L. Perez, Scholem Aleichem., mir einer Vorbemerkung von Max Brod. Jüdischer Verlag, Berlin. Ritualmord in Ungarn. Tragödie in drei Aufzügen von Arnold. Hyperion Verlag, Berlin. Zwischen de« Raffen. Roman von Heinrich Mann. Verlag Kurt Wolfs, Leipzig Kämpfe. Sechs Erzählungen von Bertha Pappenheim. Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a.M. 1916. „Autoemanzipatiou!" Mahnruf an seine StammeSgen^ffen von einem russischen Juden. Mit einer Vorbemerkung von Achad Haam. Jüdischer Verlag, Berlin, 1917. Reue jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Polittk, Wirtschaft und Literatur in Ost und West, 1. Jahrgang, Heft 6—9. Der Jude. Eine Monatsschrift, 1. Jahrgang, Heft 9 und 16. An Spende» für die K. C.-Blätter-Kaffe find eingegaugen: Mk., Mk. 1. Dar. Kurt Hamburger alsDank für die Berveise der Teunahme beim Tode meiner lieben Mutter. . .. 310.— 2. Grete Rothschild zum Andenken an meinen herzensguten, sonnigen Bruder i Sturmthal, für meinen auf dem de der Ehre gefallenen F. MooSb«m 4. Spender für den K. L. bei einer K. E. Züsanvnerckunst im Felde: Dir. B«mhardt (Sprev.). Dr^ Paul Gutmann (Bad.). . Zu übertragen Mk. 380.- 20.— 10.— 5. — 6. — Uebertraa Mk. 350.— Siegfried Rosenthal (Bad). 5.- Dr. Rosenow (Sprev.-Ghw.). 5.— Leo Levy (Bad.) . . . .. 5.— Karl Kaufmann iBad.1. 5.— Ernst Mendel (Sic.). 4.99 Heinrich Mayer (Ghib.) . .. Dr.SMerstein. Richard Alexander (Lic.). 5.01 5.— 5.— Dr. Hans B. Katzenstein (Lic.) .... Stephan Westmann (Sprev.-Ghib.). Windmüller (Rhen^Sil^Lie.). Röttgen (Lic.-Sax.-Bav.). 5.- 5.- 5.- 2.— Reiß, als neugebackener Leutnat . . . Dr. Grätzer. 10.- 5.- Zu übertragen Mk. 4W —

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