KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 14 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Kriegsausgabe November-Dezember 1916 14. Heft Fortsetzung. Deutsches Gebet. gch wettz nicht, ob ich'S schuldig bin — lut rinnt von meinen Händen Und Mord enfaltet meinen Sinn, Möchts gerne von mir wenden. Ich bin nicht, der ich einstens war. Ich wußte nur von Beten, Und steh' nun doch in Lod's Gefahr Und mutz nun selber töten. D» — Herr — hast mich in Krieg geführt — Ich folge ohne Zaudern! Nun gib, datz hart mein' Seele wird. Nimm von mir alles Schaudern. Mrd dann mein Weg vollendet sein, Dann mögst Du mich erlösen Und mögst mich, Herr, in Gnaden weih'n, Datz ich Dein Schwert gewesen. Champagne, Okt. 1916. Fritz Meyer (Baoariae) Musketier im 111. Infanterie-Regiment. doch schon, indem er sich Mann werden, sich zu einem „sozialen Individuum" Herauwachsen fühlt, die Menge seiner persönlichen und staatsbürgerlichen Pflichten. — So empfängt ihn die Verbindung. Wichtigste Erziehungsprobleme von weitgehendem Einflüsse tauchen da auf. Was Elternhaus und Schule begonnen haben, ist hier zu vollenden. Weit über das hinaus, was die eigentliche Tendenz der Verbindung ausmicht, hat sie, das Besondere in das große Ganze eingliedernd, ihre Erziehungstätigkeit zu suchen. Was da in der jungen Seele gärt und nach Erlösung ringt, was da an Edlem und Niederem, an Gutem und Bösem, an ererbten Vorzügen und Fehlern in der jungen Brust wirkt und; webt, ist zu entwirren, umzubilden, zu bekämpfen,! zu stützen, ist zu verarbeiten zu einer gesunden! und guten Lebensauffassung. II. Ge-anLen zur K. L.-Lrzlehung. Rechtsanwalt Dr. Kehr (Licariae), z. Z. Offizierstrllvertreter. I. Jede Erziehungstätigkeit hat den „guten Menschen" zum Ziele. Die Erziehung in der Familie, in der Schule und darüber hinaus kann nur gerichtet sein auf die Heranbildung des Kakotyaya&ös, auf die Erreichung der mens saus. in corpore savso. Nur der „schöne und gute" Mensch, nur der Mann, dem der Gleichklang von innerem und äußerem Wollen wahre Freiheit gibt, ist gerüstet, in der Familie und im Staate segensreich zu wirken, im politischen und sozialen Kampfe Führer und Lehrer zu sein. Gerade für die Erziehung in den akademischen Verbindungen muß das Gesagte gellen. In sie tritt der junge Mann im Gären seiner Gefühle, im Wirken seines Geistes, in der Entwicklung seines Körpers. Elternhaus und Schule haben die guten Keime in ihn gelegt und haben ihn dann in dem wichtigsten Stadium seines Lebens in die Welt hinausgeschickt. Da steht er nun, erfüllt von der Lust, sich „auszuleben", die langersehnte Freiheit zu genießen und fühlt doch sogleich die harte Not, in sich nach Grenzen zu suchen, nach Richtlinien, nach Selbstdeschränkung und innerer Freiheit. Er ist frei und ahnt Auch für den K. C. liegt in diesem Ziele Inhalt und Zweck seiner Erziehungsarbeit. Die Heranbildung starker Persönlichkeiten und gefestigter Charaktere muß ihm um so wichtiger sein, als er seine Angehörigen nicht nur zu tüchtigen und brauchbaren Gliedern der Gesellschaft, sondern zu wahrhaften Streitern in einem besonderen Kamps erziehen muß, in dem Kampf gegen den Antisemitismus. In ihm geboren erblickt der K.C. den Hauptinhalt seiner politischen und gesellschaftlichen Tätigkeit, feiner na ch, außen gerichteten Tendenz in diesem Streite für Recht und Gerechtigkeit. Aber die Vorbereitung für diesen Kampf liegt im Rahmen seiner allgemeinen umfassenden Erziehungsarbeit. All das, was wir als körperliche, seelische und geistige Ausrüstung für diesen Kampf brauchen, ist uns gleichmäßig Mittel zur Erziehung im allgemeinen und erscheint uns auf der anderen Seite nicht als Folge des unS aufgezwungenen Kampfes, sondern als Ausfluß einer natürlich sich entwickelnden Persönlichkeit. So auch die vaterländische Gesinnung und das jüdische Selbstbewußtsein und sie vor allem. Sie sind Wesensbestandtelle des richtigen deutschen Juden, ihre Psiege ist uns ein Gebot der Erziehung der deutschen jüdischen Jugend zu einer harmonischen Lebensauffassung, zur inneren Freiheit. Und sie sind nicht die Früchte des Kampfes, den wir führen, sondern die Wurzeln, aus denen wir dre Kraft und das Feuer der Ueberzeugung