KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 13 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 723 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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723 des jüdischen Herzens zu erwarten sei." Der Reichs, tagsaögeordnete Ludwig Queffel erörtert den Anspruch des Judentums auf national-kulturelle Wirksamkeit. Er bejaht diesen Anspruch, glaubt aber, daß gerade mit der bewußten nütional-kulturellen Verselbständigung des Judentums sein Verhältnis zum Dentschtum wahr und aufrichtig sich gestalten werde; immer bleibe das Judentum durch starke Bande mit dem Deutschtum verbunden, auch wenn es seine eigene Kultur pflege und fördere. Professor Ludwig Stein legt in einem Aussatz „Die Zerstörung der Legendenbildungen" dar, ivie der Krieg das Märchen von der Geineinbürgerschaft der jüdischen Rasse, das Märchen von der „goldenen Internationalen" gründlich zerstört habe. Eine der besten Abhandlungen ist die von Julius Bab über Arnold Zweig. Hier wird in ganz trefflicher Weise die Bedeutung dieses Dichters charakterisiert und dabei vornehmlich gezeigt, wie sehr alle Werke Zweigs deutsche Dichtungen sind. Jedes Heft bringt dann schließlich »loch „Streiflichter über jüdische Religion und Wiffenschaft" von Hermann Cohen und „Soziologische Tagebuchblätter" von Franz Oppenheimer. Aus dieser kurzen Inhaltsübersicht ist vielleicht schon zu ersehe,», rvie sehr die Verfasser sich bemühen, die Zeitschrift auf einer hohen geistigen Stufe zu halten. Es wäre dringend zu wünschen, daß ihre Arbeit allseitige Unterstützllltg fände; insbesondere auch unseren Verbandsbrüdern seien die Blätter aufs »värmste empfohlen. Ein Werk ist zu fördern, das der Versöhnung der jüdischen Parteien die»»en soll. K. A. Vom Tode für das Vaterland. Gedanken eines Mitkämpfers über den deutschen Krieg von Rudolf Körner. Leipzig-Reudnitz, 1916. Preis Mk. 1.25. Es ist geradezu wohltuend, »ven»» man heute, in der Zeit der feigen Flaumacherei einerseits und der des hohlen Hurrapatriotismus andrerseits solch ernste, die Verhältnisse voll würdigende Worte wie die des Verfassers liest. Nicht mehr die Kriegsbegeisterung der ersten Augusttage, sondern das männliche Durchhalten ist das Zeichen der Zeit, und in ihm werden wir siegen. Der Tod fürs Vaterland ist eine bittere Notwendigkeit, die nur ein Volk kennt, das — »vie das deutsche — einen Kampf um Sein oder Nichtsein kämpft. Die alten Germanen, die vor der Ländergier der Römer ihr rauhes Heimatland, ihr Weib und Kind verteidigen mutzten, die wußten, was es heißt, für das Vaterland zu sterben; nicht aber wußten es die kriegs- und siegeshungrigen Ritter des Mittelalters, nicht die dem Ge- »vinn der Stunde nacheilenden Söldner des 30jährigen Krieges. Aber die Landeskinder des großen Friedrich »»nd »veil mehr die Befreiungskämpfer, die lernten »vieder die Bedeutung des Heldentodes, und wenn je, so kennt sie unsere wegen ihrer Oberflächlichkeit viel geschmähte Jugend. „Außerstande, dem Sonnenfluge deutscher Gedanken zu folgen", ist für viele der Tod fürs Vaterland Gegenstand des Witzes und Spottes, aber „wenn ihr^s nicht fühlt, ihr werdet's nie erjagen." Erich Fröhlich, stuä. iur. (Saxo-Bavariae). Vaterland. Gedanken eines katholischen Deutschen über Volk, Staat, Rasse und Nation von Johannes Murnbauer, Bolksverein-Verlag, München-Gladbach 1915. Unter dem Titel „Vaterland" verbergen sich eine erhebliche Anzahl von Gedanken. Immerhin aber enthält der Begriff „Vaterland" ganz entschieden mehr Wesen und Inhalt, als der Verfasser es durch die Ergänzung des Titels „Gedanken eines katholischen Deutschen über Volk, Staat, Raffe und Nation" andeuten will. Man geht deshalb wohl in der Annahme nicht fehl, daß es dem Verfasser weniger an einer erschöpfenden philosophischen und psychologischen Ergründung des Begriffes „Vaterland" liegt, als vielmehr daran, einzelne von einen» ganz bestimmten Standprmkt aus zu untersuchen. Die Schrift bringt inhaltlich wenig Neues urrd wenig Bedeutungsvolles. Der Verfasser, der sich im Verhältnis zum Umfange der Broschüre viel zu lange bei der Börrede aufhält, sucht zunächst zu begründen, daß es nicht ohne Wert ist, werrn ein deutsch-national empfindender Katholik sich vor der Oeffentlichkeit nicht nur der eigenen Konfessiortsgenossen über die Probleme Volk —Staat — Nation äußert". Das Gerippe der Schrift bildet die Erforschung von Wesen und Inhalt des Wortes „Vaterland"; dieses allerdings, wie bereits er»vähnt, unvollständig, weil rmr nach ganz bestimmten einseitigen Gesichtspunkte»». Die Antrvort auf die Frage: Worauf bezieht sich bei all den Menschen, z. B. auch bei den in der preußischen Provinz Posen lebenden Polen, wie bei den Serbo-Kroaten in Ungar»», den Finnländern in Rutzla»»d, den Iren in Großbritannier», der so viel heiße Liebe »rmschlingende Ausdruck „Vaterland"? ist, so führt Mnmbauer auS, nicht so leicht, da die komplizierten Ausdrücke „Nation, Rasse, Volk und Staat" hier hrneinspielen. Die dann folgende, nicht überall tief eindringende und innerliche Erforschung dieser Probleme kann immerhin einiges Interesse erwecken, so z. B. die TeUung der genannte»» 4 Begriffe in 3 Gr»»pper», nämlich Volk und Staat einerseits, Rasse und Station anderseits. Die Schlüffe, die Murnbauer zieht, leiden indes darunter, daß sie sowohl wissenschaftlich wie auch rein logisch nicht ganz einwandfrei sind. In den» Abschnitt „Die geschichtlichen Ursachen des Staat- und Nationwerdens" kommt der Verfasser über die bloße Anführung einer ziemlichen Zahl von Zitaten nicht hinaus und unterläßt es völlig, eine zusamrnenfassende Folgerung aus denselben zu ziehen. Die Schrift schließt sodann mit dem Abschnitt „Vaterlandsliebe als ethische Aufgabe. Im allgemeinen ist das Werk, wenn man über eine Anzahl von Schlagworten hinwegsieht, die man heute zur Genüge in vielen Zeittmgsblättern und Blättchen ausgetischt bekommt, in seiner Disposition klar und sachlich aufgebaut. Es leidet jedoch sehr stark daran, datz ihm ein einheitlicher Hintergrund, man möchte sagender Charakter fehlt. Der Versau er schwankt zu viel hin und her. Man kann wohl aus den Worten herauslesen, daß er den Willen hat, rein wissenschaftlich zu forschen und sachlich zu urteilen. Wenn ihm das nicht oder doch nur zum kleinern Teil gelrmgen ist, so liegt dieses in der Hauptsache daran, daß er sich bei der Behandlrmg der Hauptfragen einer zu großen unangebrachten Zurückhaltung befleißigt. Erich Altgenug (Licariae). An Bord. Kriegserlebniffe bei den Seennd Luftflotten. Bon Anton Fendrich. Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Preis geheftet Mk. 1.—, ge. bunden Mk. 1.60. „Was treibt eigentlich unsere Flotte?" so fragt Herr Miesmacher wohl jeden Abend am Stammttsch. Der sollte doch einmal Fendrichs „An Bord" lesen. Da bekäme er schnell einen Begriff davon, was eigentlich unsere wackeren Blaujacken schon geleistet haben und noch jetzt täglich leisten, nicht zum wenigsten dttrch die fast übermenschliche Gedirld, mit der sie seit über zwei Jahren in steter Bereitschaft den Feind erwarten, der schon bei Kriegsausbruch unsere junge Flotte „wie Natten aus den Löchern graben" wollte. Fendrich schildert uns in seinem Schristchen in 12 Kapiteln die Eindrücke, die er im April »md Mai dieses Jahres während eines Aufenthaltes bei der Kriegsmarine, den Zeppelinen und dem MarinÄorps in Flandern gewonnen hat. Wir bewundern mit ihm