KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 11 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 635 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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635 38. 5.16. Lieber Mainzer! Fünf K. C.er haben sich in CH.... getroffen und senden Dir herzliche Grütze Dein Paul Gutmann. Viele Grütze Halberstädter. Beste Grütze Wilhelm Hertz. Desgleichen Alfred Goldschmidt. Prost! Kirschbaum. Landstrm. Ignaz Rosenthal ist bereits nach N.... abgereist. _ , Mein lieber Alex! Hier in D..., einige Kilometer hinter der B.... front, haben sich vier K. C.er getroffen und fühlen sich verpflichtet. Dir eine demgemätze Meldung zu machen. Ich, Erstunterfertigter, verspreche Befferung in Bezug auf meine Jnteressenlosigkeit dem Redakteur der K. C.-Blätter gegenüber, grüße ihn vorläufig aufs herzlichste Hans Herzberg (Llc.). Besten Grutz Herbert Lewy (Frib.). Loewenberg (Lic. Sprev.). Lieber Mainzer! Bon der K. C.-Zusammenkunft am Ostersonntag herzliche Grütze Dein Caesar Hirsch. Walter Marx. Freundliche Grüße K. Löwenthal. Dr. Eisenmann. Noch einmal Max Cramer. Simon. Hans B. Katzenstein. 8. 6. 16. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Infolge grötzerer Unruhe bei uns hier oben komme ich erst heute dazu, Ihnen über die K. C.-Zusammenkunft vom 29. Mai einiges zu schreiben. Leider war es Ihnen nun doch nicht möglich, die K.C.-Zeitung so rechtzeitig Üerauszubringen, datz die in Frage kommenden Kartellvrüder früh genug hätten benachrichtigt werden können. Deshalb war die Beteiligung diesmal auch eine etwas schwächere, sodatz nur 1V K. C.er anwesend waren. Da. gegen dursten wir zu unserer Freude auch einige Gäste m unserer Mitte begrüßen. Bon den weiter entfernten K.C.ern kamen nur wenige, was sicherlich mit der zu späten Benachrichtigung zusammenhing. Wir freuten uns aber um so mehr, heute unfern einzigen Ortsanwesenden, den Kb. Durlacher (Bad.) kennen zu lernen, autzerdem war noch Wupdich aus F.... herübergekommen, und Philipp Roos (Bad.) und Kleemann (Lic.), die in Ruhe in der Gegend lagen. Wie die erste Zusammenkunft, verlief auch diese sehr schön und gemütlich und leider viel zu schnell. Wir konnten uns für die ferneren Zusammenkünfte auf keinen bestimmten Tag festlegen und wollen es das nächste Mal mit einem Samstag (24. Juni) versuchen. Sollten wir uns da für einen bestimmten Tag im Monat entscheiden, sn werde ich es Ihnen so rechtzeitig mitteilen, datz Sie es noch in der K. C.-Zeitung veröffentlichen können. Die Einladungen zum 23. Juni haben wir den breiten Schultern der Feldpost aufgeladen und Ihr Bb. Marx hat in pflichteifriger und dankenswerter Weise die Schreibarbeit übernommen. Hoffentlich wird seine Mühe durch eine recht zahlreiche corona belohnt. Mit kartellbrüderlichen Grützen! Ihr ergebener Caesar Hirsch (Lic.). 18. 6. 1916. Nimm, l. Mainzer, die herzlichsten Grütze einer durch ein hochfeudales Mittagessen in beste Stimmung geratenen Tafelrunde. Jaffs. Auch von mir herzlichen Gruß. Vogel. Kartellbrüderliche Grütze Ihr Paul Cohen (Lic). Feldstellung, 3. 5. 1916. Lieber Mainzer! Wenn mein Leben hier nicht so gleichförmig wäre, würde ich Dir gerne ausführlich schreiben, aber der Stellungskrieg, zumal immer in der gleichen Gegend und gar als Haupt- und Oberschreiber, gibt wenig Stoff des Mitteilungswerten. Ich bin noch frisch und gesund, werde trotz der allmählich empfindlich werdenden Lebensmittelknappheit ausgezeichnet verpflegt und habe bisher den Dusel gehabt, immer gerade da zu sein, wo die Granaten nicht einschlagen. (Dreimal unterm Tisch geklopft.) Uebrigens ist die feindliche Artillerie ruhiger geworden, seitdem die dicken Kaliber von Verdun her dröhnen. Ein paar Mal hatte ich in den letzten Wochen die Freude, Kb. Eichengrün (Licariae) bei mir zu haben. Er ist ganz in unserer Nähe und feine Batterie funkt oft über uns weg. „Woran ich's meine, woran ich's meine, woran ich's meine Freude Hab". Nächstens gehe ich nach nunmehr wieder zehnmonatlichem Frontdienst in Urlaub — wenigstens ist meine Frau sHr dafür. Wenn also die höheren Dienst, stellen nichts dagegen haben, bin ich Ende des Monats auf 14 Tage daheim bei Frauchen, Fleisch-, Butter-, Zucker-, Brot- und Skatkarte. Für die verschiedenen K.C.-Drucksachen meinen besten Dank. Ich bin immer ganz froh, wenn die bekannten Umschläge im Posteinlauf sind. Mit herzlichen Grützen an Deine Frau Gemahlin und Dich selbst bin ich Dein getreuer Jaeobovies. In Feuerstellung, den 5. 6.1916. Lieber Herr Kartellbruder! Die letzten K. C.-Blätter haben mir in meiner „vorgeschobenen" Stellung derarttg angenehme Stunden bereitet, datz ich auf Tage den Kriegslärm fast vergessen konnte. Aber die Engländer pflegen uns schon täglich auszurütteln und da wird man schnell wieder in die Wirklichkeit zurückversetzt. Und die Wirklichkeit ist nüchtern. Ein alter Keller als Unterstand und darunter der „Tapferkeitsstollen". Oben, ebenerdig, das Geschütz geschickt versteckt, von Fliegern nie zu entdecken. Darüber der lachende, blaue Himmel. Herrliche Landluft — schwer eisenhaltig. Und herum im Kreis — Ruinen; zerschossene Bäume, wildbewachsene Aecker, Häuserreste, kleine und große Granatlöcher, z. T. herrlich einladende Badewannen. Nur den schönen Nuhstrauchhecken hat der Krieg nichts geschadet. Sonst Zerstörung, soweit der Blick reicht. Ueber alles hat der Frühling aber sein grünes Kleid geworfen und viel Häßliches gemildert. Nur die Gräben dulden kein Grün: gelb und weitz ziehen sie sich wie ein Gewirr von Wegen durch Häuser, Hecken, Felder und Wiesen. Unerbittlich hämmert der Engländer mit semenMaichinengewehren. Grell singend suchen die Geschoffe ihren Weg, erobertes französisches Land. Hier und da ein Querschläger, die „Melodie" unterbrechend. Nachts steigertsich bas „Kugelsingen" und beiderseitiges Artilleriefeuer verstärkt das auf Zerstörung gerichtete Konzert. Doch kaum graut der Tag, da hebt ein wirkliches Konzert an: Amsel, Drossel, Fink und Star! Das ist ein Zwitschern, Pfeifen, Tirilieren, als ob gleich Friede geschloffen würde; und die befiederten Sänger werden auch an dem Tage, der hoffentlich nicht zu fern ist, ihr Frühkonzert geben, an dem der Friede wirklich seinen Einzug hält. Des bin ich gewiß. Derweilen aber tobt der Krieg. Und unser Geschütz tobt mit. Den letzten Schutz heute Nacht gab ich als Friedensschutz ab — ob's was hilft? — Ich habe bisher noch keinen K.C.er getroffen und erwarte deshalb mit Spannung die K. C.-Blätter. Sie sind mir liebe Freunde. Grützen Sie mir meine Freunde, lieber Herr Kartellbruder. Grützen Sie, bitte, alle alten Bekannten und Deutschland. Mit bestem Feldgrutz Ihr Albert Kadden