KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 9 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 558 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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558 rungen an die deutschen Studenten entspricht, sondern auch der Nachweis von Mitteln zur Führung eines stmüresgemäßen Lebens. Ebenso wird eine befriedigende Kenntnis der deutschen Sprache verlangt. Des weiteren sollen die Ausländer höhere Gebühren bei der Immatrikulation und höhere Kolleggelder zahlen als die deutschen Studenten. Plätze in den Hörsälen und Instituten sollen sie erst eine Woche nach Beginn der Vorlesungen belegen dürfen Als Asiistenten und Famuli sollen sic erst dann zugelasien werden, wenn kein geeigneter Deutscher sich zur Besetzung der Stelle bereit findet. Aktives und passives Wahlrecht darf ihnen zu den Studentenausschüssen nicht eingeräumt werden. Zur Ablegung der Doktor- oder Lizenziatprüfung sollen sie nur mit Genehmigung der Fakultät zugelasien werden. Wir werden demnächst auf diese Frage noch eingehender zurückkommen. Die Deutsche Landsmannschaft (Coburger L. C.) im Kriege. Nach einer Zusammenstellung der L.-C.-Zeitung haben von den im Felde stehenden alten und jungen Landsmannschastern bisher 47 das Eiserne Kreuz erster Klasie und 1318 das Eiserne Kreuz zweiter Klasie erhalten. Den Tod fürs Vaterland sind 354 Angehörige des L. C. gestorben bei einer Gesamtzahl von rund 4000 zur Fahne Berufenen. Das Ausländertum an den Universitäten im zweiten Kriegssemester. Es ist leicht erklärlich, daß infolge des Krieges der Zudrang der Ausländer zu den deutschen Hochschulen ganz erheblich nachlasien mutzte. Der „Frankfurter Zeitung" entnehmen ivir folgende interessante Zusammenstellung, die die Verteilung der Ausländer im zweiten Kriegssemester auf die verschiedenen Studienfächer und auf die einzelnen Universitäten zahlenmäßig darlegt. Während vor Kriegsausbruch 2130 Ausländer, nahezu die Hälfte der Gesamtzahl, bei uns Medizin studierten, ivaren es diesen Sommer ^nur noch 266, oder ein Fünftel ihrer Zahl. Die Naturwiffenichastler und Mathematiker zählten 163 gegen 489, wogegen die evangelischen Theologen nur von 162 auf 72, die katholischen Theologen von 29 aus 15 und die Juristen von 400 auf 151 zurückgingen. Philosophen, Philologen und Historiker waren es iin Kriegssommer 333 gegen 863, Kameralistelt und Landrvirte 275 gegen 617, Pharmazeuten 7 gegen 17, Zahnärzte 12 gegen 23 und Forstwirte 7 gegen 27. Die Gesamtzahl ging von 4750 auf 1302 zurück und der verhältnismäßige Anteil der Ausländer am Universitätsstudium von 7,7 v. H. auf 2,7 v. H. Der Rückgang bericht in erster Linie auf dem Ausbleiben der Angehörigen des feindlichen Auslandes, die in: Sommer 1914 allein 2669 zählten (Russen 2160, Engländer 163, Japaner etwa 150, Serben 100, Italiener 37, Franzosen 25, Montenegriner 10 und Belgier 9), und inr weitere,t in dem geringeren Zufluß sowohl aus dem befreundeten, als auch aus dem neutralen Ausland, ausgenommen allein Schweden und Norwegen und Luxemburg. So sandte Oesterreich-Ungarn nur 525 Studierende gegen 814, die Schweiz 157 gegen 312, Bulgarien 87 S131, Schweden und Norwegen 40 gegen 43. Aus cinien ivaren nur 61 gekommen gegen noch 110 im Winterhalbjahr 1914/15 und 146 inr vorjährigen Sommer. Halbjahr, aus Holland 21 gegen 31 im Vorjahr, aus Griechenland 47 gegen noch 68 im Winter und 104 im Vorjahr, aus der Türkei 48 gegen 69 im Vorjahr, aus Italien 5 gegen 37, a»rs Spanien 6 gegen 32 und ans Dänemark 6 gegen 10, aus Portugal i gegen 7. Amerika ivar mit 128 vertreten gegen 300, Asien mit 49 gegen 182, Afrika mit 15 gegen 29, während Australien überhaupt niemand gesandt hatte. Außerdem waren noch 62 Russen, 5 Italiener, 2 Engländer und 1 Belgier anwesend, entweder Angehörige der unterdrückten russischen Volksteile oder Persönlichkeiten deutscher Abstammung und Gesinnung, deren Zuverlässigkeit von den Unterrichtsbehörderr peinlich geprüft worden ist. Infolge des geringeren ausländischen Zuflusses haben jetzt verschiedene Universitäten wesentlich geringere Besuchszlffern,so namentlich Königsberg, Halle,München, Heidelberg, Freiburg und Straßburg. Berlin war diesen Sommer von 457 Ausländern besucht gegen 1361, Leipzig von 200 gegen 627 und München von 163 gegen 614. In Halle waren 114 eingeschrieben gegen 292, in Jena 47 gegen 136, in Heidelberg 52, in Bonn 46, in Breslau 40, in Frankfurt 33, in Göttingen 35, in Marburg 26, in Freiburg 20, in Tübingen 15, in Kiel und Königsberg je 12, in Würzburg 10, in Münster und Gießen je 7, in Straßburg 6, in Greifswald 5, in Erlangen 4 und in Rostock 2. Während in Friedens, zeiten in Berlin 16 Prozent der Ausländer studierten, befanden sich diesen Sommer 35 Prozent dort, in München stieg ihr Prozentsatz von 9 auf 12,5 und in Leipzig von 11,7 auf 15,3, während er in Heidelberg von 13 auf 3,7, in Halle von 10,2 auf 8,8 und in Breslau von 5 auf 3 Prozent sank. Verbands-Nachrichten. Thurmgia. Eine Tatsache, die wir am Schluß des letzten Berichtes nur mit Bedauern anführen konnten, hät eine erfreuliche Wendung genommen. Es ist uns S' gen, mit den meisten unserer im Felde stehenden esbrüdern enge Fühlung zu erhalten. Unsere neu angelegte Feldpostmappe legt davon durch zahlreiche, hochinteressante Briefe beredtes Zeugnis ab. Nur von einigen Bundesbrüdern ist, obrvohl unsere Versendungen die richtige Adresse zu tragen scheinen, kein einziges Lebenszeichen zu erlangen. Anordnung, Art und Verlauf der Offizien entsprachen dem bereits geschilderten Betrieb im ersten Halbsemester. Eine der wenigen außerhalb der Verbindungsräume stättgehabten Veranstaltungen, der Abendschoppen anr Geburtstage S. M. des Kaisers, gestaltete sich zu einerwürdigen Feier. Fast 30 K. C.-er — mit wenigen Ausnahmen alle in Königs Rock — hätten sich dazu eingefunden. Die verschiedenen Chargen und zahlreichen Ehrenzeichen zeigten, daß die meisten schon vor dem Feinde gestanden haben. — Der Brander Wohlgemuth wurde rezipiert; der Fuchs Fröhlich verließ uns im November, um seiner Einberufung nach Herrnstadt zu folgen, von wo er jedoch schon nach drei Monaten als dienstuntauglich entlassen wurde. Am 8. Februar nahmen die Zivilaktiven an der feierlichen Beisetzung des Kbr. Stabsarzt Dr. Lindner, der drei Monate vorher in Galizien seinen dienstlichen Anstrengungen erlegen war, in Ratibor teil. Unsere Chargierten gaben ihm mit Fahne und Wichs das letzte Geleit. — Nicht unerwähnt dark auch an dieser Stelle der Dank bleiben, den wir unserem l. A. H. Rabbiner vr. Goldmann-Oppeln für seine Bemühungen um die Tendenzerziehung unserer Füchse schulden. Unser A. H. ließ es sich nicht nehmen, jede Woche mehrere Stunden zu diesem Zwecke bei uns zu weilen. Das Semester schließt Dienstag, den 29. Februar, mit einem Schoppen, während das nächste Montag, den 1. Mai 9b. c. t., mit einem Convent beginnt. —