KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 8 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 518 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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518 andere der Unfern, wie Robert Kahn, Hellwitz, August, nicht mehr unter den Lebenden weilen. Wie stark hat dieser gräßliche Krieg die Reihen unseres Verbandes schon gelichtet. Noch unzählige Male werden einst die Heimkehrenden, zu denen hoffentlich auch wir gehören, ihrer gefallenen Verbandsbrüder gedenken. Ob wir je wieder so schöne, glückliche Tage, so frische und fröhliche Kneiven erleben werden, wie vor dem Kriege? Ich glaube es kaum. Denn nicht schnell werden, glaube ich, die Spuren sich verwischen, die der Krieg im Geiste und in der Seele des einzelnen hinterlassen wird, sie sind tief, allzu tief eingegraben. Mich wenigstens hat das Kriegsleben viel ernster und nachdenklicher gemacht. Nun zum Schluß noch etwas von meiner Tätigkeit als preußischer Kanonier. Die erste Kriegswoche hier im Felde war für mich die gefährlichste, weil wir damals eine außerordentlich exponierte Stellung hatten. Seither aber haben wir stets angenehme Stellungen gehabt. Hier sind, wir seit etwa drei Monaten. Der Franzmann belästigt uns fast gar nicht, auch die große Offensive hat sich hier nicht bemerkbar gemacht. Desto fester aber mußten wir mit Hacke und Spaten und Säge usw. arbeiten. Seit einigen Tagen stehe ich an einem vorgeschobenen Zug als Telephonist. In der Hoffnung, daß es Dir weiter gut geht, grüßt Dich herzlichst Dein Albert Jkenberg. . . ., 6. Dez. 1915. Liebe Elfriede! Es regnet draußen fürchterlich seit mehreren Tagen. Obwohl es erst 5'/z Uhr ist, haben wir für heute Schluß gemacht. Alle sind froh, aus den naffen Kleidern herauskommen zu können. Es ist aber sehr die Frage, ob die Sachen bis morgen früh trocken sind. Na, dann werden eben die naffen Kleider wieder angezogen. Wir sind ja daran gewöhnt, wir modernen Höhlenbewohner. Unsere Wohnhöhle liegt einige Meter unter der Erde, und es tropft wie in einer richtigen Höhle von der Decke und von den Wänden. Aber deshalb ist die Stimmung doch gut. Oben pfeifen in den letzten Tagen immer häufiger die Jnfanteriekugeln, sehen kann uns aber der Franzmann nicht, obwohl die französischen Flieger sich redliche Mühe geben, uns zu finden. Aber unsere deutschen Flieger sind auch auf der Wacht, und erst gestern gelang es einem unserer Flieger, ein französisches Flugzeug zur Landung zu zwingen. Der Luftkampf war sehr intereffant anzuschauen. Man hat hier so gar nicht das Empfinden, daß es gefährlich hier draußen sei. Nur dann und wann mahnt uns ein ziemlich naheliegender Schuß und ein Einschlag zur Vorsicht. Und dann, wenn man glücklich einer Gefahr entronnen ist, dann denkt man blitzartig an alles Liebe und Schöne, das man hinter sich lassen würde, wenn man abberufen würde. Für eine kurze Zeit steht man nachdenklich da und klammert sich mit allen Fasern des Empfindens an das bischen Leben, das hier in Wirklichkeit doch gar nichts gilt. Da sucht ein jeder in Gedanken nach dem, was ihn überhaupt an das Leben feffelt. Ein Gruß von den Lieben, eine Zeile von Hause, ein flüchtiger Grüß eines lieben Mädels, selbst das geringste Lebenszeichen einer Person, die sonst kaum unser Interesse erweckte, läßt uns unlösbare Bande mit den Daheimgebliebenen empfinden. Denn jeder Soldat hier draußen hat Sehnsucht nach allem Schönen, Guten und Frredlichen. Davon kann er selber nicht geben, er nimmt, wo ihm nur davon geboten wird. Seine Grüße sind nicht der völlige Ausdruck seiner Empfindung, denn er kann nichts hergeben von dem, wonach er sich in Gedanken sehnt. Ein seelisches Hungergefühl nach allem, was nicht zum rauhen Kriegshandwerk gehört, beherrscht ihn. Wir erwarten nicht etwa mit Ungeduld den Frieden. Ein jeder Soldat hier draußen weiß sehr wohl, daß zuvor noch eine entscheidende Heldentat voll. bracht werden muß. Und diese Tat wird und muß kommen, genau so wie der Tag, an dem der Friede geschloffen wird. Bis dahin aber sehnen wir uns weiter nach allem Guten, Schönen und Friedlichen und nach dem Großartigen und Herrlichen, das aus der Asche so vieler vom Kriege zerstörter Dörfer und Städte, aus den Gebeinen vieler tausender gefallenen Helden, aus unvergeßlichen großen Tagen und Stunden dieser gewaltigen Zeit zur Wirklichkeit werden muß. Und frohen Mutes setzen wir weiter unser bischen Leben ein und sehnen uns weiter nach allem Schönen, Guten und Friedlichen. So auch ich. Dein Bruder _ Albert (Kadden). Lieber Mainzer! Drei K. C.er sitzen in Jakubowskis Bude und trinken nullum vinum sine dun§ancum und gedenken Deiner und des K. C. Viele Grüße Dein Sieg. Kahn (Bad.). Seit 1897 — seit meiner Heidelberger Zeit — waren wir nicht mehr zusammen. Hier fanden nur uns wieder und frischten alte Erinnerungen auf. Prost K. C.! Dein Jakubowski. Herzliche Grüße! Vivat crescat floreat K. C.! _ Bernhardt (Lic.). Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Von dem ebenso erfreulichen wie zufälligen Zusammentreffen dreier K. C.er anläßlich eines Chanuckagottesdienstes kaffee. braune Grüße. Ihr Heinrich Katz (Lic.). Ich freue mich, nach langer Zeit zwei Kartellbrüder zu sehen. Wachsner. Karteübrüderliche Grüße sendet H. Hülsen (Thur.). Lieber Mainzer! Von einem schönen K.C.-Zusammensein sendet Dir auerherzlichste Grütze Kleemann (Lic.). Herzlichen Gruß! Neun K. C.er haben sich zusammengefunden und denken Deiner in Liebe. Dein Einstein. Herlitz lLic.>. Biele Grüße! Dein Wilchelm Mayer. Ernst Winter. Dipl -Ing. Zivi (Bad.-Karlsruhe). Herzlichst grüßt S. Wertheimer (Lic.). Wachsner (Frib.). Heinrich Katz (Lic.). Lieber Mainzer! Viele Grüße Dir und Deiner Gattin aus unserm einstweiligen Winterquartier. Wir lernen jetzt zur Abwechslung etwas Landwirtschaft als kräftige Stütze des hiesigen Wirtschaftsausschuffes. Heil und Sieg! Dein Krombach. Lieber Mainzer! Zufällig treffen wir uns in L., wobei wir nicht vergessen, Dir und allen K. C.ern herzliche Grüße zu senden. Dein Robert Lerchenthal (Bad., Lic). Ergebensten K. C.-Gruß von einem schönen Tag, der aber natürlich Studienzwecken dient. Ihr Felix Wassermann (Lic.). Lieber Mainzer! Im Begriffe, einige Tage in Urlaub zu fahren, treffe ich obenbenamste K. C.er. Herzlichst Dein Philipp Roos. Lieber Mainzer! Von einer kleinen K. C.-Zusammenkunft im Kurischen Adelsklub senden Dir die beiden Teilnehmer herzlichste Grüße. Dein Karl Lüwenstein. Herzlichst Dein Felix Löb. Wir haben beide zusammen über 90 Kilometer zurückgelegt, um uns zu treffen.