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KC-Blätter · 1915-11-01 · Heft 8 (November 1915) · p. Seite 514

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Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 8 (November 1915)
Date
1915-11-01
Page
Seite 514 (sequence 14)
Language
German
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514 Das Ergebnis der interimistischen Chargenwahl, das auch das der definitiven Wahl blieb, war folgendes: Einstein x, F. M.f. T., ' Lewinsohn x X, F. M. f. C., K. W., Arfeld S.W. Bon der Wahl eines x X x sahen wir ab. Offizien waren drei festgesetzt. Montag: Konvent, Mittwoch: wifienschaftlicher Abend, Samstag: Bierabend oder Kneipe. Auch in diesem Semester hatte unser l. A. H. Dr. Lazarus die große Güte, die wissenschaftlichen Abende zu leiten. Im Anschluß an Referate, die von den Bbr. Bbr gehalten wurden, wurde lebhaft diskutiert. Referiert wurde von Kb. B Cahn (Biadr.) über: »Die Verwandtschaft des Deutschtums mit dem Judentum, ihre gegenseitige Stellung" im Anschluß an Professor H. Cohens Schrift: Deutschtum und Judentum; von Bbr. R. Hesse über »Nationalismus und Universalismus« nach Graf von Baudissins gleichnamiger Schrift; von Bbr. P. Einstein über: «Das Judentmn in der Musik" nach Wagners gleichnamiger Schrift; von Bbr. L. Götz über: «Die Kriminalität der Juden.« Wir möchten nicht versäumen, unserem l. A. H. Dr. Lazarus für seine unermüdliche Tätigkeit auch an dieser Stelle unfern innigsten Dank auszusprechen. Die Bbr. Bbr. Hahn, Hesse, Hirsch und Mayer stellten sich freiwillig zum Heeresdienst. Unser l. Bbr Dalsheim ist ins Feld gerückt. Aktiv meldeten sich: stud. med. Rolf Carrow aus Frankfurt a. M., der verwundet von: Feld zurückgekehrt ist: stud. med. K. Feibusch aus Offenbach a. M., mittlerweile ins Feld gerückt, und stud. med. Theodor Keller aus Friedberg. Das erste Halbsemester schloß mit einem Konvent am 18. Dezember. Das zweite Halbsemester eröffnen wir am 10. Januar 1016, abends 9 k. c. 1.» im „Faust" mit Konvent und anschließendem Bierabend. Auf dem letzten Konvente mußte Einstein dechargieren, weil er zum Heeresdienste einberufen wurde. Leiter des Stammtisches wurde Lewinsohn. Briefe und Mitteilungen sind bis auf weiteres zu richten an W. M. Lewinsohn, Frankfurt a. M., Bürger, ftraße 95 n. P. E. Stratzbura (Elsaß). meisten Kartellbrüder, die sich in Straßburg vorübergehend aufhalten, sind nicht darüber unterrichtet, an wen sie sich zu wenden haben, um mit den hiesigen K. C.ern Zusammensein zu können. Zurzeit weilen sieben K. C.er hier, die allen Berbandsbrüdern, die nach Srraßburg kornmen, stets zur Verfügung stehen. Briefe sind zu richten an Dr. Mieter (Ghib.j, Straßburg, Gutenbergplatz 3. □jo □o Bücher- und Blütterfchau. „Kriegsbriefe deutscher Studenten." Herausgegeben von Professor Dr. Philipp Witkop in Freiburg i. Br. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha. 114 S. 1 M. Als Vorläufer zu einem großen, dauernden „nationalen Denkmal" der akademischen Kriegsjugend legt hier der Herausgeber Professor Witkop ein Bändchen studentischer Feldpostbriefe vor als Symbole des Geistes und Mutes, der in deutschen Hochschülern in diesem Kriege lebt Bon den vielen Tausenden deutscher Studenten kann natürlich nur ein verschwindender Bruchteil den: Herausgeber Professor Witkop bekannt sein, und die von ihm vorgelegten Briefe sind nur Ausschnitte, die aber durch die Auslese beweiskräftig genug zeugen von dem kämpferischen Mute, dem hohen Idealismus und dem klaren Verstände, durch den. sich die Akademiker im Kriege auszeichnen. So bieten die Briefe mit ihren erschütternden Schlachtenschilderungen, den patriotischen Offenbarungen und ihren anschaulichen Erzählungen sowohl geistig eine gute Analyse des Studenten im Kriege wie auch stofflich sehr Interessantes, für jedermann, der über die Vorgänge dieses Krieges aufgeklärt zu werden wünscht. In letzter Hinsicht ist von höchsten: Interesse z. B. der große Brief von Walter Harich (S. 80 —07) über den Rückzug Hind enburgs, der am 19 Oktober1914begann und durch den ernsten Tagesbericht vom 28. Oktober 1914, wie erinnerlich, in Deutschland bekannt wurde. Hervorragend ist auch (S. 97—103) die Schilderung Straßmanns über den Durchbruch von Brzeziny vom 24. November 1914 unter General Litzmann, dem späteren Eroberer von Kowno. Das Büchlein zerfällt in zwei Teile, Briefe aus dem Ostey, die mehr stofflich interessieren, und Briefe aus dem Westen, aus denen mehr der Geist der akademischen Jugend herausstrahlt. Aus letzterem sei die für jeden Studenten und gewesenen Akademiker unvergeßliche Stelle aus einem Briefe Weidmüllers zitiert: «Ein Halbzug mußte vor. Kaunr aber kroch dieser durch die Gestrüppe/setzte ein wahnsinniges Maschinen-und Jnfanteriefeuer ein. Fast der ganze Halbzug tot ... . Einige kamen zurück mit blutigen Köpfen. Da entstand ein minutenlanges Schweigen; jeder bleich wie der Tod. Doch ein Held fand sich unter uns, der die Geistesgegenwart behielt. Er zog seinen Säbel mit dem Ruf: „Eure akademische Ehre!" und stürzte voraus. Und alles, alles eilte mit chm. Allerdings mußte dieser Tapfere seine Heldentat sofort mit dem Leben bezahlen." Dr. Hochschild. Die deutschen 5ftlden und der Krieg. Von Geh. Regierungsrat Prof.Dr.Ludwig Geiger, Berlin 1915. C. A. Schwetschke 6- Sohn. Preis Mk. 1.50. Ein bedeutsames Stück Kulturgeschichte entrollt Ludwig Geiger in seiner jüngsten Arbeit vor unseren Augen. Die Stellung der deutschen Juden zum Krieg, die Entwicklung ihrer Militärpflicht und ihre literarischen Beziehungen zum Krieg, das alles wird geschildert, wie es sich seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts bis mrf unsere unmittelbare Gegenwart gestaltet hat. Der Kainpf um die Militärpflicht der Juden ist eng verbunden mit der Emanzipationsbestrebung überhaupt. Man war sich bewußt, daß von einer echten Gleichberechtigung nur dann die Rede sein konnte, wenn die Juden auch berufen rvaren zur Erfüllung der vornehmsten Pflicht des Staatsbürgers, Kriegsdienste zu leisten. — Die Frage, ob die Juden zum Kriegshandwerk geeignet seien oder nicht, wurde theoretisch wohl zum ersten Male in den Tagen Friedrichs des Großen aufgeworfen. Zwar dachte man damals noch nicht daran, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, aber eine stärkere Beteiligung der Volksgenossen an der Verteidigung des Vaterlandes stand immerhin auf der Tagesordnung. Ueber ein halbes Jahrhundert wogte der Kampf um die Militärpflicht der Juden dann hin und her. Immer und immer wieder wurde von der Gegenseite das Bedenken vorgebracht, daß die Juden zum Kriegsdienst nichts taugten und daß ihnen ihre Religion auch verbiete, das Waffenhandwerk zu betreiben. Erst zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts fand die Frage ihre grundsätzliche Regelung. Die Notwendigkeit, alle Kräfte zur Hebung des Staates heranzuziehen, gab den Ausschlag. Auch hier ist es Hardenberg, der das erlösende Wort sprach und die Juden auch in dieser Hinsicht den andersgläubigen

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