KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 8 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 511 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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511 Verleumderische Denunziationen veranlagten den über 50jährigen, sich ins Feld zu melden, obwohl er selbst genau wußte, daß sein Körper den Anstrengungen des Feldzuges nicht gewachsen war. Nach nur wenigen Tagen, als Chesarzt eines Feldlazaretts im Osten tätig, starb er an einem Herzschlag. Mit seiner Witwe und seinen Kindern — ein Sohn von ihm ist Thuringe — trauern alle, die ihn gekannt und geschätzt haben/ uns ist ein braver, guter, lieber, ehrlicher Freund und Bundesbruder in ihm gestorben. vr. Hugo Ehrlich (Viadrinae). Hfl Akademische und Allgemeine Nachrichten. UW dB Vom Mademischen Hilfsbund. Auf Einladung des Ausschusses für Stellenvermittelung des Akademischen Hilfsbundes fand am 25. November 1915 im Abgeordnetenhause eine Besprechung mit Vertretern von akademischen Berufs- und Standesvereinen statt. Die Aussprache ergab, daß die Stellenvermittlung des Hilfsbundes kein Konkurrenzunternehmen für die gleichen Einrichtungen der Berufsverbände ist, da vom Hilfsbund ein Zusammenarbeiten mit diesen Verbanden von vornherein beabsichtigt war und diese nur für Kriegsbeschädigte in Frage kommen. Die Besprechung zeittgte für ein künfttges Zusammenarbeiten für das Unternehmen einerfreuliches Ergebnis. Bon der Berliner Universität. Der neue Rektor der Berliner Universität, Profesior Dr. v. Wilamorvitz- Möllendorf, bittet in einem Anschlag an den schwanen Brettern der Hochschule die Studierenden, die Angehörigen und Freunde, die akademischen Vereine um Mitteilung über die in diesem Kriege gefallenen An. gehörigen — Lehrer und Hörer — der Universität. Die Universität wird, wenn es an der Zeit ist, die Namen aller ihrer gefallenen Mitglieder zu dauerndem Gedächtnis ausgezeichnet in würdiger Weise öffentlich nusstellen. Eine Ehrentafel für gefallene Akademiker. Zum Totensonntag hatte die Albertus-Universität in sttller Weise eine Ehrentafel, gewidmet ihren für das Vaterland gefallenen Söhnen, in der Vorhalle aufgestellt. Unter Glas und Rahmen sind die Namen der ge. fallenen Lehrer, Beamten und Studierenden verzeichnet. Ein Lorbeerkranz umrankt den Rahmen und eine Schleife in den Farben der Universität faßt die Widmung „Ihren gefallenen Helden die dankbare Albertus- Universität" ein. Kränze der einzelnen Fakultäten reihen sich an. Die Tafel enthält die Ueberschrift: „Ehrentafel der Albertus-Universität" und Theodor Körners Verse: Mag der Staub gefallener Helden modern, Die dem großen Tode sich geweiht, Ihres Namens Flammenzüge lodern In dem Tempel der Unsterblichkeit. Die Aufzeichnung der Gefallenen weist 105 Namen auf, 7 von Lehrern und Beamten, 98 von. Studierenden. Im Treppenhause der Universität hängen bereits zwei Marmortafeln mit den Namen der in den Freiheitskriegen und 1870/71 gefallenen Angehörigen der Universität. Nach dem Friedensschlutz sollen auch die Namen der im jetzigen Weltkriege Gefallenen auf Marmortaseln den kommenden Geschlechtern überliefert werden. Die medizinischen Praktikanten. 846 Krankenhäuser und medizinisch-wissenschaftliche Institute sind jetzt zur Annahme von Praktikanten ermächtigt. In diesen Anstalten können im ganzen 1800 Praktikanten angenommen werden. Ein neues amtliches Verzeichnis ist soeben vom Reichskanzler aufgestellt worden. Bon den ermächttgten Anstalten entfallen auf Preußen 495, auf das übrige Reich 351. Die meisten Anstalten hat der Landespölizeibezirk Berlin und der Regierungsbezirk Düffeldorf mit je 48 Anstalten. Es folgt der Regierungsbezirk Arnsberg mit 36, Potsdam 34, Köln 24, Wiesbaden 23, Breslau 20 usw., Sigmaringen 1. Bon den Bundesstaaten haben Bayern 90 Anstalten, Sachsen 51, Württemberg 47, Baden 40, Hamburg 23, Elsaß-Lothringen 21, Heffen 19, Bremen 10, Braunschweig 8, Mecklenburg-Schwerin 7, Sachsen-Meiningen und Anhalt je 5 usw. Bon den Praktikantenstellen kommen auf Preußen 984, auf die übrigen Bundesstaaten 816. Im Landespolizeibezirk Berlin gibt es allein 164 Stellen, im Bezirk Düsseldorf 116, im Bezirk Köln 77, Wiesbaden 74, Potsdam 73. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands hielt am 24. Oktober 1915 m den Räumen des deutsch.israelittfchen Gemeindebundes in Berlin seine 14. Borstandssitzung, die erste während der Kriegszeit, ab. Seit Kriegsbeginn hatte der Verband von jedweder Tätigkeit abgesehen. Die Vorstandsmitglieder waren sich aber darüber einig, daß, wenn man sich auch weiterhin der größten Zurückhaltung zu befleißigen habe, die Wiederaufnahme der Arbeit dringend geboten sei. Ein dahingehender Beschluß wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Insbesondere soll mit allen Kräften versucht werden, die Vereine, die ihre Tättgkeit eingestellt haben, zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen. Das Wiedererscheinen der „Mitteilungen", das von allen Seiten als höchst wünschenswert bezeichnet wurde, wird sich erst nach Regelung der finanziellen Lage des Verbandes ermöglichen lassen. Das Verbandsbüro wird für die nächsten Monate nach Heidelberg verlegt. Geschäftsführerin im Ehrenamt ist Fräulein Cora Berliner, Heidelberg, Handschußheimer Landstraße 21. Anrechnung von Kriegsdienst auf die medizinische Ausbildungszeit. Nach emer Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 19. Januar 1915 ist es möglich, geleistete Kriegsdienste, soweit nicht schon eine Anrechnung auf die Studienzeit stattgefunden hat, auf das von dem geprüften Kandidaten der Medizin abzuleistende praktische Jahr anzurechnen. Die geprüften Kandidaten der Medizin, die die Approbation als Arzt unter Anrechnung des Kriegsdienstes anstreben, haben dem Gesuch um Approbationserteilung neben der Bescheinigung über die Zulassung zum praktischen Jahre noch ein Zeugnis ihrer militärischen Vorgesetzten über die abgeleistete Kriegsdienstzeit beizulegen. Die Gesuche sind stets dem Prüfungsvorsitzenden einzureichen.