KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 8 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 507 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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507 Leoita, Otto, stud. med., Frankfurt a. M., Bürgerstratze 95 n. Lewinsohn, Walter Moritz, stud. iur., Frankfurt a. M., Bürgerstratze 95 u. Lissner, Adolf, stud. med., Berlin, Elsafserstratze 60. Marcus, Helmut, stud.med., Heidelberg, Gr. Mantelgasse 19. Oppenheimer, Kurt, stud. med., Heidelberg, Neckarstaden 10. Simons, Erich, stud. iur., Heidelberg, Plöck 33 n. Unger, Bernhard, Rechtsanwalt, Sohrau O..S., Paulshütte. Zimmt, Herbert, stud. iur., Breslau, Schillerstr. 15 pt. Zelix Slotnitzki. (Spreviae) Bei all den schweren Verlusten, die wir in diesem Kriege beklagen müssen, empfinden wir es als ganz besonders traurig, wenn es gerade ein junger Mensch ist, der von uns scheidet, der all die Hoffnungen noch nicht erfüllen konnte, die liebende Eltern und treue Freunde auf ihn gesetzt haben. Felix Zlotnitzki war einer von denen, die viel versprachen. Sein Leben glich einer gleichmäßig und sicher aufsteigenden Linie, der nichts Sprunghaftes anhaftete. Als er im Sommer 1913 aus Gnesen nach München zu uns kam, war er der bescheidene, fröhliche Fuchs, der alle durch das schnelle Eindringen in den K.-C.er Geist erfreute. Der engere Kreis der Berliner Verbindung gab ihm dann mehr Gelegenheit, hervorzutreten. Mit unverwüstlichem Humor, liebenswürdigen Umgangsformen und klarem Urteil gewann er leicht die Herzen aller Bundesbrüder.' Seinen Pflichteifer, den er im Fechten bewies, obwohl es ihm nicht allzuleicht wurde, zeigte er auch in der Behandlung seines Studiums, der Rechtswissenschaft. Hatte er auch noch keine erfolgreichen Examina bestanden, so zeugte doch schon manch gelungene Arbeit für seine Fähigkeiten in diesem Fache. Mit dem gleichen Optimismus, der ihm bei allen seinen Unternehmungen zu Gebote stand, war er bald nach Beginn des Krieges als Kriegssreiwilliger ins Heer eingetreten. Nur kurz waren seine Nachrichten, doch bewiesen sie, daß er auch als Soldat seinem Charakter treu blieb. Nur zu allerletzt wurde aus dem fröhlichen Rekruten der ernste Krieger. Er berichtete von schweren Gefechten und starken Verlusten, wohl schon im Vorgefühl seines eignen Schicksals. Stets aber erfüllte ihn der Erfolg seiner Truppe mit Zuversicht. „Die Russen werden aus allen Stellungen geworfen", so schrieb er mir voll Freude kurz vor seinem Tode. Wenige Tage nach dem Schreiben dieser Zeilen, am 11. September 1915, traf ihn die feindliche Kugel. Alfred Kroner (Licariae, Spreviae.) * * * Erich Zriedländer. (Spreviae, Ghibelliniae.) Es war im März 1913. Ich war als Jungbursch nach Berlin gekommen. Zum ersten Mal sollte ich die Räume der Karteüverbindung Sprevia betreten. Zögernd zog ich die Türklingel, während ich mir im Innern die Frage vorlegte, ob denn in dem unendlichen Häusermeer, das da Berlin heißt, ob in dem Branden der Weltstadt, in dem der Student völlig verschwindet, ein Verbindungsleben und bundesbrüderliches Zusammenhalten möglich sei. Ein schlankes Füchslein öffnete mir. Da zufällig sonst niemand anwesend war, zeigte mir der junge Kartellbruder, der erst ganz kurze Zeit das Band der Sprevia zu tragen schien, die Verbindungswohnung, und bald kamen wir in ein angeregtes Gespräch. Als ich mich nach Schluß des Ferienfechtbodens von Erich Friedländer verabschiedete, da ahnte ich schon, daß auch in Berlin sich die Bundesbrüder eng aneinanderschließen können, und vor allem, daß wir beide Freunde werden würden. Von den andern Bundesbrüdern erfuhr ich sodann, daß Erich Friedländer säst bis zum Ende seines ersten Semesters (Wintersemester 1912/13) gewartet hatte, bis er sich zum Eintritt in die Verbindung entschloß. Dasür war er aber nunmehr einer der Begeistertsten, der seine ganze Krast für die Korporation und die Bundesbrüder einzusetzen bereit war. Als er im Sommersemester 1913 zur Kartellverbindung Ghibellinia ging, da genoß er nicht bloß in durstigen Zügen die Schönheiten Freiburgs und seiner Umgegend, sondern er ruhte nicht eher, als bis er feinen Bundesbrüdern auf Mensur wie im sonstigen Verbindungsleben die Ueberzeugung verschafft hatte, daß er schon jetzt — trotz seiner kurzen Aktivität im ersten Semester — des dreifarbigen Burschenbandes würdig sei. Stolz erschien der auf dem Freiburger Schlußkonvente Rezipierte in Berlin auf dem ersten Konvente des Wintersemesters. Damals lernte ich seine Energie und Festigkeit zuerst schätzen, als er bei einer Beratung einen Vorschlag machte, der einem Teil der Bundesbrüder nicht geeignet erschien, weswegen einige in der Hitze der Debatte den Jungburschen etwas von oben herab zu behandeln versuchten. Aber wenn er auch mit seiner