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KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 421

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 421 (sequence 39)
Language
German
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421 Nach der Eroberung von Libau wurde unser A. H. Prof. Theodor Cohn daselbst Garnisonarzt. Auf unserer sehr zahlreich besuchten Antrittskneipe meldete sich stuck. iur. Bruno Mendelsohn aktiv, der bereits den Rock des Königs trägt. Auf unserem Verbindungsboote verbringen die Bundes- und Kartellbrüder, die wir zu unserer Freude oft bei uns begrüßen können, manchen lauen Sommerabend. Exbummel und Exkneipen in der schönen Umgegend erinnern nur durch die vielen Uniformen an den Ernst der Zeit. Möge das Wintersemester im Frieden beginnen und recht viele schwarze Mützen anstatt der feldgrauen schauen. Saxo-Bavaria. Die zweite Hälfte des Wintersemesters 1914/15 und die erste Hälfte des Sommersemesters 1915' war für unsere liebe Verbindung eine Zeit der Krisis. Binnen kurzem waren alle a. B. a. B. zur Fahne einberusen und nach Weihnachten 1914 war unser Bestand zwei Brander und ein krasser Fuchs, die sich bemühten, den Verbindungsgeist durch ständigen Verkehr untereinander zu wahren. Anfang Februar 1915 ließ sich Kbr. Silberslein, Licaria, der vor Y^ern verwundet worden und nach Leipzig abkommandiert war, unserer lb. Verbindung überweisen. Es gelang nun, einen B. C. von drei im eere stehenden Saxo-Bavaren zu berufen, auf desien agesordnung die Rezeptton Katz und Lewinsohn stand. So versprach das Sommersemester 1915 einen besseren Anfang. Ende April wurde die Verbindung wieder eröffnet. Als Offizien wurden festgesetzt: Montags Konvent, (offizieller) Mittagsttsch im Löwenbräu, Sonnabends Bierabend, Donnerstags offiziöser Abend. Die a. B. a. B. Bonn und Rosenthal wurden inaktiviert, unser C. K. Siegfried David, z. Zt. im Heere, wurde rezipiert. Unser l. i. a. B. A. Stein ließ sich dankenswerterweise reaktivieren. Neue Füchse konnten wir leider nicht gewinnen und hoffen daher, daß einige l. Kbr. Kbr., die im nächsten Semester noch nicht die Bücher mit der Waffe vertauscht haben, nach Leipzig kommen werden, um unserer jungen Korporation das gute Ueberstehen dieser Krisis zu sichern. Die geringe Anzahl von Aktiven konnte uns nicht hindern, den Verbindungsbetrieb stramm aufrecht zu erhalten und bundesbrüderliche Geselligkeit zu pflegen. Nicht unwesentlich trugen dazu Sonntagsausflüge in die benachbarten Dörfer mit den gemütlichen Obstweinschänken bei. Schwimmen, Rudern und Tennisspielen bieten uns in reichem Maße Gelegenheit zu körperlicher Betättgung. Auf unseren Bierabenden im „Thüringer Hof", die sich durch echte Feuchtfröhlichkeit auszeichnen, konnten wir oft A. H. A. H., i. a. B. i. a. B. und Berkehrsgäste begrüßen. Auch unsere l. Bbr. Bbr. Taitza und Donn, die in Halle tättg sind, besuchen häufiger ihre liebe Verbindung. Die definitiven Chargenwahlen ergaben: Adalbert Stein x, F. W., C. W. Walter Katz x x, F. M. f. T., K. W. Walt. Mor. Lewinsohn x x x, F. M. f. C., S. W. E. R. E. R.: Stein, Dr. Lubinsky, Silberstein, Katz, Lewinsohn. Bbr. Silberstein wurde zum Einj.-Unteroffizier befördert. O. B. G. csntt. iur. Felix Frank bestand das Referendarexamen. Frankfurt. Am 28 April 1915 wurde von den in Frankfurt a. M. anwesenden alten Herrn A. H. A. H. vr. M. Mainzer, l)r. D. Rothschild, vr. Alb. Caan, Rabb. l)r. Lazarus, vr D. Warmbrunn und vr. Leo Adler, von den während des Krieges nach Frankfurt beurlaubten Bavaren F. Dalsheim, E. Kamberg und M. Simon, und außerdem von den sogleich als Mitglieder beitretenden Füchsen O.Hahn und L.Seligmann ein „K. C. Stammtisch» Frankfurt a. M." gegründet. Dieser Stammttsch soll während der jetzigen Kriegszeit die feste Grundlage zu einer sofort bei Friedensschlutz aufzumachenden K. C.-Berbindung schaffen. Die Einrichtungen des Stammttsches entsprechen im wesentlichen denen einer K. C.-Berbindung. Mittwoch abends findet Konvent, Samstag abends gemütliche Zusammenkunft statt. Außerdem wird an verschiedenen Tagen geschwommen, Ausflüge gemacht, mittags zweimal wöchentlich Kaffee usw.; Tendenzsuchsenunterricht erteilt Rabb. vr. Lazarus, Kommentfuchsenunterricht Kamberg Zu allen offiziellen Gelegenheiten haben die studentischen Mitglieder regelmäßig zu erscheinen. Mit der Geschäftsführung dieses Stammttsches wurde stuck. iur. E. Kamberg, Qffenbach a. M., Kaiserstrabe 115, beauftragt. Dem Stammtisch beigetretensind die Füchse Arthur- Mayer, Ludwig Rosenthal und Max Liebmann. Cöln. Es war, als ob die Erde ihm, den ein besonderes tragisches Geschick hinweggerufen hatte, einen letzten Scheidegruß zurufen wollte. Während ein furchtbares Unwetter dahinraste, während die Blitze am Firmament zuckten und der Donner rollte, trugen wir am Nachmittage des 24 Juni unfern lieben, auf dem Felde der Ehre gefallenen Bundesbruder Robert Lahn in seiner Heimatstadt Cöln zu Grabe. Seine beiden Verbindungen in Bonn und Heidelberg hatten ihre Chargierten gesandt; aus nah und fern waren die Bundes- und Lartellbrüder gekommen; eine Abordnung des Offizierkorps der Cölner Garnison erwies dem toten Lameraden die letzte Ehre. In seiner Grabrede schilderte Herr Rabbiner vr. Rosenthal das Lebens- und Charakterbild des tüchtigen, fleißigen und lieben Menschen. Den ttefgebeugten Eltern, die ihre beiden einzigen Söhne dem Vaterlands zum Opfer gebracht hatten, suchte der Redner Trost zu spenden, indem er darauf hinwies, daß der Geist ihrer Söhne ewig, unvergeßlich fortleben werde, und daß jener Geist es ist, der dem Vaterlande, für das sie beide gestorben sind, zum herrlichen Siege verhelfen werde. Namens des Geschästsführenden Ausschusses des L. C., namens des A. H. B. Badenia und der Verbindung Bavaria, namens des A.H.B. und der Verbindung Rheno- Silesia überbrachte vr. Mainzer, der von Frankfurt herbeigeeilr war, dem Toten die letzten Grüße. Er schilderte, welcher Liebe sich Robert Lcchn in seinen Verbindungen, in denen er die schönste Zeit seines Lebens verbringen durfte, bei allen erfreut habe. Zu allenStunden habe man sich auf ihn verlassen können. In Zeiten, da der Verband schwere innerpolittsche Lrisen durchgemacht habe, sei Robert Lahn ihm eine feste Stütze gewesen. Er, der getreu den Idealen des L. C. gelebt habe und getreu den Idealen des L. C gestorben sei, werde nie bei uns vergessen werden. Unter den feierlichen Klängen einer Militärkapelle wurde dann Robert Lahns sterbliche Hülle in das frische Grab gesenkt. Dreimal neigten sich die Fahnen und grüßten so zum letzten Male den toten Bundesbruder. Dann bedeckte Erde seinen Sarg. Verleger und verantwortticher Redakteur: vr. iur. Kurt Alexander, Crefeld, Königstr. 116. Druck: Aachener Verlags- und Druckerei-Ges. Kaffenverwaltung: Rechtsanwalt S. Bohssen, Düsseldorf, Blücherstratze 69.

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