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KC-Blätter · 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 10 (1.7.1914)
Date
1914-07-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigtenKorporationen Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 3Mk. Einzelnummer 30 Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der Ifach gespaltenen Zelle für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung bewilligt. Jnseratenannahme durch den Verlag. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinfchast mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volkstell bllden, jederzeit bereit und imstande fllrd, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 mcht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." Nr. 10. 1. Juli 1914. 4. Jahrgang. Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Soziales im Judentum. (Ein Referat von Rechtsanwalt vr. Salier (Spreviae.) Das Judentum unsrer Zeit hat einen besonders schweren Stand. Zwei mächtige Feinde bedrohen es, der äußere, nämlich die Antisemiten, und der innere, die Zwietracht, die am Mark unsrer Kraft saugt. Wir sollten des alten Spruches mehr eingedenk sein: „In nvevssariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus autem caritas!“ „In notwendigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen aber werktätige Liebe!" Es sollte uns mehr zum Bewußtsein kommen, daß wir Juden, soweit auch im einzelnen unsre Ziele auseinandergehen mögen, ein hohes Ideal emeinschaftlich haben, das uns die Zeiten hinurch wie ein Leitstern vorgeleuchtet hat, uns Kraft gegeben, und uns erhalten hat. Wir sind in den Kämpfen des Tages in die Gefahr gekommen zu vergessen des heiligen Glanzes unsrer Ethik, des ewigen Wertes unsrer Sittenlehre: Weil's auf der Schule getrieben wurde, ist es Kram geworden, den wir nicht mehr beachten! Aber betrachten wir diese Lehren doch als Männer unserer Zeit! Wir werden sie jetzt ganz anders beurteilen und in chnen ungeahnte Schönheiten sindßn. Wir leben in einer Zeit der sozialen Ideenwer von uns wäre nicht mit einem Tropfen sozialen Oels gesalbt? Betrachtet von diesem. Standpunkt aus die Bibel, die jüdische Lehre, das ganze Schrifttum! Macht Euch die soziale Ethik des Judentums zu Eigen; und wer einen Funken Verständnis für soziale Pflichten hat, den wird ein heiliges Feuer der Begeisterung durchglühen, den wird eine innige Freude über den hohen Gedankenflug erfüllen, den schon vor mehr als 2000 Jahren im Zeitalter tiefen Barbarentums die Schöpfer der jüdischen Lehre nahmen. Ganz besonders geeignet, längst Vergessenes aufzufrischen, Altbekanntes in neuem Licht zu sehen, bietet ein vor einigen Monaten erschienenes Büchlein „Soziale Ethik im Judentum", herausgegeben vom Verband der deutschen Juden, in welchem 9 kurze Aufsätze unserer berühmtesten Religionsforscher enthalten sind. Ich gebe in Folgendem ein kurzes Referat und lege es allen K. C.ern dringend an das Herz, den Inhalt dieses leicht und außerordentlich anziehend geschriebenen Buches kennen zu lernen. In einem ungewöhnlich schönen und geistvollen Artikel, den ich zuerst betrachten möchte, spricht Rabbiner vr. Nobel über Einrichtung und Bedeutung des Sabbat. Der tiefe soziale Sinn des Sabbat geht aus dem Zehngebot hervor, in dem der Befehl enthalten ist: „6 Tage sollst du arbeiten und all' dein Werk vollbringen, der siebente Tag ist ein Sabbat, dem Ewigen, deinem Gott. Du sollst keinerlei Arbeit verrichten, du und dein Sohn uyd deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, dein Tier und dein Fremdling, der in deinen Toren weilt." Diese Vorschrift hatte die eminenteste erziehliche Wirkung auf das gesamte jüdische Volksleben und die Lebensanschauung der Juden. Leben heißt Arbeiten! Die Arbeit adelt den Mann. Alle Volksgenossen sollen arbeiten, nicht

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