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KC-Blätter · 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · p. Seite 184

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 8 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 184 (sequence 16)
Language
German
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184 OB □o Nkademische Nachrichten. Die Einigungsbewegung im deutschen Waffenstudententum verdient auch weiterhin die größte Beachtung. Während bishernur die viergroßen farbentragenden schlagenden Verbände an den Universitäten Liber ein großzügiges Organisationsprogramm verhandelten, um durch Bildung eines Zweckverbandes die Verrüfe zu beseitigen und die Realinjurien zu bekämpfen, hat nunmehr auch eine Konferenz der alten Waffenverbände an den Technischen Hochschulen (Rüdesheimer Verband deutscher Burschenschaften, Weinheimer S. C. und B. C.r in Frankfurt stattgefunden, um ein ähnliches Uebereinkommen zu entwerfen, mit dem sich Pfingsten die drei Berbaudstage beschäftigen sollen. Nach scheinbar offiziösen Mitteilungen an die Tagespreffe will das Uebereinkommen ebenfalls die tätlichen Beleidigungen unter Strafe stellen und den Zusammenschluß der einzelnen Korporationen der beteiligten Verbände an den technischen Hochschulen zu Waffenringen nach Aushebung der Verrüfe veranlaffen. Solche Waffenrmge sind bereits vor der Frankfurter Sitzung oder im Anschluß daran an den Technischen Hochschulen in Charlottenburg, Stuttgart, Karlsruhe, Braunschweig und Darmstadt entstanden. In München und Breslau sind die schlagenden Korporationen der Hochschule mit denen der Universitäten im Waffenring vereinigt. In Hannover und Dresden sind die Waffenverhältniffe durch einen allgemeinen Paukkomment geordnet. In Aachen und Danzig soll die Regelung der Berrufsverhältniffe zu Beginn des Sommermesters zu erwarten sein, so daß die Organisation auf den Technischen Hochschulen bereits früher als an den Universitäten durchgeführt sein wird. Auch an den Universitäten hat die Bewegung im vergangenen Semester nach derselben Mitteilung erhebliche Fortschritte gemacht. Die Zahl der Universiäten, an denen sich nach Aufhebung der Verrüfe die schlagenden Korporationen zu einer Organisatton vereinigt haben, ist aufvierzehn gewachsen. Die Verrüfe sind sämtlich bis auf einen in Berlin und einen in Bonn aufgehoben. Der V. C. der Turnerschaften hat als erster Verband das Ziel, die Beseitigung aller Verrüfe, erreicht; er steht an keiner Universität mehr mit den Korporationen eines der drei anderen Verbände im Waffenverruf. Noch sind allerdings die alt eingewurzelten Gegensätze zwischen Korporationen und Waffenverbänden keineswegs vollständig überbrückt. Ost genug treten große Schwierigkeiten hervor, die z. B. in Berlin und Bonn noch keineswegs beseitigt sind Jedoch könnendieviergrotzenVerbände mit Genugtuung auf das bisher Erreichte zurückblicken. Allerdings wird das Ziel der Bewegung, die Beseitigung der Realinjurien und des Verrufswesens, nur möglich sein, wenn sich die Organisatton nicht auf die vierVerbände beschränkt, da sonst die Gegmsätze zu den übrigen Verbänden, wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, sich nicht vermindern, sondern im Gegenteil steigern. Sonst kann die Friedensbestrebung der Anlaß des Kampfes werden. Das beweisen auch die jüngst erschienenen Veröpentlichungen in der „A.D.B -Zeitschrift" und in den „Akademischen Blättern", insbesondere aber die bereits hervorgetretenen Gegensätze zwischen den Waffenringen und den übrigen Verbänden. Das „Akademische Mertel" auf der Buchgewerbeausstellung. Allen Leipzigern, die das Verschwinden von Alt-Leipzig auf der vorjährigen Ausstellung bedauert haben, ist ein vollwertiger, reizvoller Ersatz in dem sogenannten „Akademischen Viertel" geboten, das die Sonderaussteüuna „Der Student" bildet, und von dem Kenner jetzt schon behaupten, daß es eine QG □in Stätte von stimmungsvollstem Reize, voll romantischer Schönheit und heiterster Fröhlichkeit werden wird, wie sie bisher noch keine Ausstellung gehabt hat. Inmitten grüner Baumgruppen ist ein abgeschloffener Komplex von Baulichkeiten geschaffen worden, der einen geräumigen Kneiphof umschließt, so recht geeignet, um das Studentenleben mit all seinem Reichtum an Poesie und Fröhlichkeit lebendig werden zu laffen. Eine freie Nachbildung des Heidelberger Schlosses (Otto Heinrichsbau, Glockenturm, Gläserner Saalbau, Friedrichsbauist vor allem bestimmt, die reichen Schätze aufzunehmen, die zur Verfügung gestellt worden sind. Daneben erhebt sich ein neuzeitliches Verbindungshaus, das nunmehr auch für die Aufnahme der studentischen Ausstellung bestimmt worden ist. Ein trotziger Torturm schützt den Eingang zur Ausstellung. Daran schließen sich ein Gasthaus (Exkneipe), sowie ein Weinrestaurant mit Theater an und bilden so einen geschloffenen Ring um den Kneiphof. Wohl jeder wird gern teilnehmen an dem fröhlichen, unbekümmerten Studentenleben, das sich vor seinen Augen in den der Geselligkeit gewidmeten Räumen des „Akademischen Viertels" entfalten wird. Jry Studentenhaus wird ein lustiges Kommersieren anheben oder ein Exbummel nach dem Gasthaus stattfinden, wo sich ein Exkneipleben entwickeln wird, wie man es so schön und stimmungsvoll nur noch an kleineren Universitäten findet. Freunde einer feuchtfröhlichen Gemütlichkett werden im Faßbau des Schlaffes bei Schoppenwein behagliche Stunden verleben. Für Unterhaltung wird auch das Theater sorgen, für das hervorragende Kräfte vertraglich gewonnen werden. Hier sollen vor allen Dingen Einakter und heitere Vorführungen geboten werden, und auch sonst ist für Belustigungen mancherlei Art gesorgt. Der große Hof soll durch studentische Aufzüge, Fechttourniere usw. belebt werden, ferner sind Schlotzbeleuchtungen geplant, während im Gasthause Gelegenheit gegeben sein wird, dem Tanze zu huldigen. Einen ungemeinen Anklang hat diese neuarttge Ausstellung „Der Student" in den maßgebenden Kreisen gefunden und groß ist die Zahl der eingelaufenen Anmeldungen. So beteiligen sich außer deutschen Universitäten und Hochschulen die Hochschulen Oesterreichs geschloffen, außerdem haben viele Hochschulen des übrigen Kontinents und überseeischer Staaten ihre Beteiligung zugesagt. Aus den Universitäts-Archiven und aus verschiedenen Museen sind intereffante Stücke zur Verfügung gestellt worden, die Aufschlüsse über das studentische Leben und Treiben an den jetzt aufgehobenen Hochschulen (Altdorf, Duisburg, Frankfurt a O., Fulda, Heemstedt, Herborn, Mainz, Paderborn, Rinteln, Salzburg, Trier u. a.) geben. Eine Gruppe für sich bilden Erinnerungen an die Studentenzeit grotzerMänner, wie Hauff, Uhland, Körner, Eichendorff, Arndt, Bismarck u. a., an Studenten, die sich in ihrer jugendlichen Begeisterung durch die Politik fortreißen ließen und durch ihre Schicksale berühmt geworden sind, roie Arnold Rüge, Fritz Reuter, Karl Hase, Niemann u. a m. Auch Freunde und Gönner der Studenten werden vertreten sein, unter diesen auch die „Lindenwirtin", das Aennchen von Godesberg. Fast alle deutschen Verbände mit annähernd 1000 Korporattonen und eine Menge einzelstehender Verbindungen haben ihre Beteiligung zugesagt und werden aus ihren Archiven und Sammlungen viel Interessantes zur Verfügung stellen. Daneben werden auch die neuzeitlichen Bestrebungen der Studentenschaft in Bild und Schrift erläutert werden. Hierfür haben die Deutsche Freistudenten-

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