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KC-Blätter · 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 8 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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K.C-NlAter Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigtenKorporationen Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 3Mk. Einzelnummer 50 Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der Ifach gespaltenen Zeile für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung bewilligt. Jnseratenannahme durch den Verlag. ,Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den lkampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschast >nit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Bolksteil bUden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K.C. keine Stellung." Nr. 8. 1. Mai 1914. 4. Jahrgang. Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. die palSstinakolonisation als Lösung der Iudenfrage. Von Rechtsanwalt Karl Löwenstein lLicariae, Rheno-Silesiae), Aachen. „Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung ver deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands rrb." Mit diesem Beschluß wollte der Breslauer C.-Tag (1911) nicht etwa — wie unsere Gegner hm unterstellten — jüdische Arbeit außerhalb Deutschlands ausschalten. Im Gegenteil, die Hilfslätigkeit sür unsere osteuropäischen Glaubensgenossen wird selbstverständlich auch jedem K.C.er rni Herzen liegen. Der Beschluß beschäftigt sich a überhaupt nicht mit der osteuropäischen Judenrage, sondern lediglich mit der deutschen Judenrage. Der K. C. geht allerdings davon aus, daß >ie deutsche Judenfrage nur in Deutschland geöst werden kann und daß nur derjenige dem Deutschen Judentum wirksam helfen kann, dessen Ltreben von dem Glauben getragen wird, daß ein Ziel in Deutschland erreichbar ist. Wer von vornherein die Möglichkeit eines Erfolges der iraktischen Gegenwartsarbeit in Deutschland vereint, der wird niemals seine ganze Tatkraft iafür einsetzen. Wer z. B. jeden, der an eine Ueberwindung und an ein allmähliches Schwinden ^es Antisemitismus glaubt, als einen unverbesserlichen Optimisten verhöhnt, der wird niemals mit »oller Begeisterung in den Kampf gegen den Antisemitismus eintreten können. Der Glaube M den Sieg des Rechts, an eine erfolgreiche Lösung der Judenfrage in unserer deutschen Heimat bildet daher die selbstverständliche Grundlage der K. C.-Jdee. Das schließt natürlich keineswegs die Hilsstätigkeit für ausländische Juden aus und steht auch durchaus nicht mit dem Bestreben, die Besiedelung Palästinas durch Juden zu fördern, im Widerspruch. Jedoch können wir nicht die Palästinakolonisation als das Endziel aller jüdischen Arbeit, nicht in der Auswanderung nach Palästina eine befriedigende Lösung unserer deutschen Judenfrage erblicken. Herzl glaubte allerdings, daß es möglich sein würde, die große Masse der Judenheil in Palästina zu konzentrieren. Er hoffte, daß die nationale Begeisterung die großen Judenmassen nach Palästina in Bewegung setzen und sie auch befähigen werde, sich dort eine Heimat zu gründen, sobald nur die Türkei den Juden durch einen Charter unter der Garantie der Großmächte Palästina zur Ansiedelung überlasten würde. Dieser Gedanke, der auch heute noch die sogenannten „politischen Zionisten" beseelt, bildet die Grundlage des Baseler Programms, das besagt: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Der Charteraedanke ist zwar von der heute im Zionismus herrschenden Richtung als undurchführbar erkannt und aufgegeben worden,' man ist zu dem System der Kleinkolonisation, der allmählichen Besiedelung Palästinas übergegangen. Aber die Konzentration der gesamten Judenheit in Palästina ist auch heute noch das Endziel des zionistischen Programms. Dem offiziellen Zionismus genügt nicht

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