KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 7 (1.4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 167 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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167 ' Wissenschaft 522, Kameralia und Landwirtschaft 652, l! Rechtswissenschaft 451, evangelische Theologie 17», kathv- I lische Theologie Hü, Forstwissenschaft 21, Pharmazie 15 s und Zaynheil künde IS. Der beträchtliche ZnivachS der? lebten Jahre ist ganz überwältigend der Medizin, den SmatSwissenschaften und der Landwirtschaft zugeflossen. Während die Theologen und die Mathematiker und Naturwissenschaftler keine oder nur geringe Zunahmen j verzeichnen, ging die Zahl der ausländischen Juristen sogar um 20 Prozent zurück. Hinsichtlich des S t u d i e n o r t s der Ausländer ergibt; sich eine starke Bevorzugung der Großstadt-Universitäten Berlin, Leipzig und München. An ihnen befinden sich in diesem Winter zusammen 2868 Fremde gleich 57,3 v. H der gesamten Ausländerzahl gegen 59 im Borjahr. Im Vergleich mit dein Vorjahr haben insbesondere München, Erlangen, Gießen und Jena weniger Aus-; länder, während Stratzburg, Heidelberg und Tübingen mehr haben. In München ist infolge der gegen die russischen Studierenden gerichteten Kontingentierung der 1 Ausländerziffer der Ansländerbesuch in den letzten S Semestern um ein Viertel, innerhalb der letzten 4 Jahre \ von 845 auf 655 zurückgegangen. Von den 188 ausländischen Frauen, die derzeit an den preußischen Universitäten eingeschrieben sind,; entstammen Rußland 64, Amerika 52, Oesterreich- Ungarn 20, England 9, der Schweiz 8, Rumänien 6, Dänemark und Schiveden und Norwegen je 3, Frankreich 2. Die Hälfte der Russinnen studiert, Medizin, wohingegen die Angehörige»» der anderen Länder, insbesondere die Amerikanerinnen, ganz iiberiviegend Sprachen lind Geschichte studieren. Akademische Arbeiterunterrichtskurse. Der Bericht über die 13. Konferenz des Verbandes der Akademischen Arbeiterunterrichtskurse De»»tschlands ist vor kurzen» erschienen. Wie der statistische Bericht ergibt, ist die Zahl der von sämtlichen »über 30) Verbandsorganisationen unterrichteten Einzelpersonen von 6938 im Wintersemester 1911/12 auf 9293 im Wintersemester 1912/13, die Zahl der unterrichtenden Akadeiniker von 773 auf 1050 gestiegen. Die Gesanltzahl der veranstalteten Kurse betrug 571 gegen 467. Fast überall werden die Kurse von den städtischen Behörden durch kostenfreie Ueberlasiung der Unterrichtsräume unterstützt; die akademischen und staatlichen Behörden begegnen ihnen zwar meist rvohlwoüend, lagen ihnen aber nur in vereinzelten Fällen finanzielle oder sonstige Unterstützungen angedeihen. Besondere Beachtung verdient die von der Konferenz gefaßte Resolution, die sich entschieden für die Elementarkurse »Deutsch, Rech»»en und Schöltschreiben) als Grundlage und als das »virksamste Drittel zur Heranziehung der handarbeitenden Klassen aussprach. Die Zentralstelle des Verbandes befindet sich in München, Frauenplatz 6. Hier erscheint auch die von Generalsekretär und Dipl.-Jngenieur Wilhelm Wagner redigierte Monatsschrift des Verbandes. Würtzer- und Vlättersrtzau.! Burschen heraus, von August Sperl, München, L. H.! Becksche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck. Burschen heraus, ein Roman, der jedem akadei mischen Bürger in seiner Bibliothek nicht fehlen dürfte. : Wenn dieser Roman unbedingt von dem gesainten deutschen Volke gelesen »verden sollte, so hat er doch in erster Linie »vegen seines studentischen Milieus ein ganz besonderes Interesse fiir den Akademiker. Der Verfasser, der dem geschmackvollen Publikum bereits durch seine übrigen Werke bekannt ist, läßt die Handlnng dieses RoulanS in der Zeit der französischen ' Revolution bis zur Völkerschlacht bei Leipzig spielen j und gibt uns eine »vahrhaft lebendige Schilderung von! den» Tiefstände des unter der politischen Zerfahrenheit \ Deutschlands lebenden Volkes. In seiner einfachen, - mtlstergültigen Sprache bringt derBerfasser mittels seines! lebendigen Darstellungsverinögens die Machtlosigkeit j des deutschen Volkes gegenüber den fremden, insbesondere französischen Einflügen zum wahrhaften Ausdruck. Dabei sind es keine philosophischen, langatmigen Ausführungen, sondern die Handlungen der geschilderten Personen sind es, die uns mit den» Gegenstände seiner Schildernng in engsten Zusammenhang bringen. Und ivetches Moment trägt die Schuld an der Widerstandslosigkeit und Untätigkeit dieses deutschen Volkes? j ' Hier »vie überall ist es in erster Linie der Mangel au Selbstvertrauen und eigener Selbstwertung der vorj handenen Kräfte. Das deutsche Volk, verkörpert in dem! heiligen rörnischen Reich deutscher Nation, gab sich ivillenlos den Fußtritten fremder Peiniger preis. Da >vnr es ill erster Linie die deutsche akademische Jugend, j die sich auf ihr Selbstbewußtsein besarin, und die in der Gründung der Landsmanschaften eine Stätte für : die Pflege des dein Deutschen angeborenen Freiheitsnunes schuf. Dieses Streben nach Freiheit bringt uns! der Versager in deur in hochgräflichen Diensten stehenden I "nudarztes Dr. Frei zur ergreifenden Schilderung. Alle! "ebenshandlungen dieses Mannes »verden getragen von; dem Streben nach dieser Freiheit. Folgerichtig erzieht er auch in diesem Sinne seine Kinder, und folgerichtig mutzten diese, seine beiden Söhne, ihre Handlungen dtrrchführen. Der Eine, der in der Erniedrigung seines Vaterlandes eines Geisel Gottes sah, verlangte mehr die Pflege des göttlichen Glaubens und wurde in der Erfüllung der von ih»n als richtig anerkannten Mission ein Opfer seiner Anschauung) denn er erblickte in Napoleon einen bösen Dämon, zu dessen Beseitigung er von Gott auserwählt sei. Nach einem mißglückten Attentat aus das Leben dieses Selfinade-Kaisers schied er freilvillig aus dem Leben. Der andere Sohn, eine Kampf- und Kraftnatur, betätigte seine Auffaffunüg als freiwilliger Soldat in den verschiedensten Schlachten. Nebenbei sind alle Begleitfiguren in ihrer Individualität richtig erfaßt und prachtvoll geschildert. Ich halte es für einen großen Verlust für jeden, der dieses Buch nicht gelesen hat. Jos. Wertheimer. Aura ucademicu. Ein Jahrbuch für junge und alte Burschen. II. Jahrgang. Ich kann dieses Büchlein nicht besprechen, ohne mit dem Einband anzufangen. Zrvar »vill der Mensch nicht nach der Kravatte beurteilt »verden, es sei denn, daß er sonst nichts an sich aufzurveisen hat, und ich habe im aUgerneinen gegen allzu zierlich eirrgebundene Bücher ein gewisses Mißtrauen. Aber, ivie bei dem Studenten das Aeußere fast zum Charakter gehört, so will die studentische Literatur auch ihren charakteristische»» Einband haben. Und dies Jahrbuch ist fo künstlerisch eingebunden, daß man nicht nur rein äußerlich seine Freude daran hat, sondern daß inan hier sogar auch erivarten mutz, drinnen viel Gutes und Schönes zu finden. Schon der Gedanke, ein deutsches Bui^chenbuch zu schaffen, das über allen studentischen Parteien steht und gerade den Zweck verfolgt, gemeinsame Ideale des gesamten deutschen Studententums anzustreben, gememsame Interessen wachznrufen und z»r fördern, genügt, diesen» Unternehlnen die Aufmerksamkeit der gesamten