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KC-Blätter · 1914-04-01 · Heft 7 (1.4.1914) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 7 (1.4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Monatsschrift der rat Kartell-Convent vereinigten Korporationen K.C-NlAter Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2Mk. Einzelnummer 5V Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der Ifach gespaltenen Zeile für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung bewllligt. Jitseratenannahme durch den Verlag. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu. selbstbewußten Juden, die itn Bewttßtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dent deutschen Vaterland ttnlöslich verbundenen Volksttzil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb «des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht tviderstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." Rr. 7, 1. April 1914. 4. Jahrgang. 4- Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. U. L.-Tendenz und Jugend. Stenograintlt der Rede des Reichstagsabgeordneten Or. Ludwig Haas (Badeniae, Friburgo-Ghibelliniae) in Karlsruhe, gehalten auf dem Frankfurter K. C.-Kommers. Meine Damen und Herren! Liebe Kartellbrüder, liebe Bundesbrüder! Das sind jetzt tvohl 25 bis 30 Jahre, daß die Aelteren von uns Student geworden sind. Wir erinnern uns heute der fröhlichen Jahre und viele sagen, jene Zeit war die schönste des Lebens. Da ich aber ein Lebensbejaher bin und möchte, daß alle es seien, sage ich: Es ist nicht wahr; die Studentenzeit war nicht die schönste Zeit des Lebens. Sie war sehr schön; aber als später die Arbeit des Berufes und der Kampf des Lebens begonnen hatte, da ist das Leben noch schöner geworden. Und den Jungen sage ich: Wenn einer der Aelteren Euch sagt, die Studentenzeit sei die schönste Zeit, dann sollt Ihr ihm nicht glauben; Ihr sollt überzeugt sein, daß noch bessere und stärkere Zeiten in Euerem Leben kommen. Eines aber, Ihr Jungen, sollt Ihr besonders beherzigen: Sorget dafür, daß der Trunk Eures Lebens stark bleibt, und das vor allem: Keine Streber sollt Ihr werden und verkaufet Euer Leben nicht und die Werte des Lebens um irgendwelche Kleinigkeiten und Nichtigkeiten. Aber wenn ich so freudig vom späteren Leben und seinen Kämpfen spreche, so meine ich doch, ein ganz besonders seines Klingen und Singen tönt doch herüber dem guten Heidelberg und vom Schloßberg in Freiburg und aus. dem Isartal, und wo sonst immer im Norden oder im Süden unser Jugendland war; da fällt auf unsere Seele die Erinnerung an manche Jugendtorheit. Und Ihr Jungen, auch das Recht auf diese Jugendtorheiten sollt Ihr Euch bewahren! Denn die mit 19 Jahren schon gar so gescheit sind, die werden in ihrem ganzen Leben nie recht gescheit. (Beifall.) h Aber, meine Freunde, in den Jahren nach dtzr Studentenzeit hat uns eine Frage oft beschäftigt, und sie wird uns auch am heutigen Tage wieder beschäftigen: War der Kampf, den svir in unseren Verbindungen geführt haben, ein Atter Kampf? War der Bau, den wir errichtet Aaben, stark und lebensfähig? Waren die Kampfes- Aethoden, die wir gelehrt haben, richtig und Art und zweckmäßig? Ich meine, da dürfen wir alten K. C.-er mit gutem Grunde sagen: Der Kampf, den wir geführt haben, das war ein guter Kampf, und der, der ein rechter K. C.-er war, der ist ein K. C.-er geblieben sein ganzes Leben lang! Die Gedanken, die wir vertreten haben in der Studentenzeit, wir haben sie später vertreten im bürgerlichen Leben; wir find unserer Studentenzeit treu geblieben und haben damit den Beweis geliefert, daß es gute Ideale gewesen sind. Damals, als die erste Verbindung im K.C. gegründet wurde, hatte ein öder und böser Antisemitismus die deutsche Studentenschaft befallen; eine Korporation, ein Verband nach dem andern hatte die Tore geschloffen gegen die jüdischen Studenten. Da hieß es: „Der Jude ist ein Fremdling; der Jude ist minderwerttg, körperlich und geistig; der Jude ist feig und er eignet sich nicht zum studentischen Leben". Da entstanden unsere Verbindungen mit dem Willen, daß der

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