KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 123 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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123 palästinensischen Zivilisten, Ben Iehuda, erklärt: „Die Eröffnung des Teckmikiims ivird nicht vljne Berg i ehiing jüdischen Blutes abgehen, nicht ohne das;' Dutzende junger ^eme ins <'icfiintiuio wandern werden." Jeder snci>lich urteilende Blensch ivird sich an den >tv;if greisen lind frnnon, ivas kann die .jivuisieu veranlassen, eine Drgaiiisation, ivie den Hilssverein, der >,ch fr'ir die jüdiscl,e Kolonisation so aiiherordeiitlich verdient gemacht hat, in dieser Weise zll bekämpsen. Tal sächlich rväre dieser Bnndalisinns, der ein solches Knllnrwerk zerstören ivill, unbegreiflich, iveiin nicht gerade einer der Mährer in diesem Mnmpf, Schmarja Vcuiiit, seine Absichten bereits aus dein letzten -sivnisien ko Ingres; ausgesprochen hätte, indem er sagte: „Es er ivächsl der zionistischen D rganisa t io» die uube dingte Verpflichtung, die gesamte Kulturarbeit in Palästina in ihren Händen zu konsternieren." Nachdem der Hilssverein mit Aufwendung nngeheurer Mittel und unendlicher Arbeit ein vorzügliches Vehrer material herangebildet und die Schulen in Palästina populär gemacht hatte, veranlas;t man die gut ans gebildeten Lehrer, in die zionistischen Schulen, die man sofort gründete, überznireten lind sucht mit den Hilss vereinsschülcrn die zionistischen -«chulcn zn süllen. Plan l,at den Hilssverein als Brücke benutzt, die inan ab bricht, nachdem man sie nicht mehr nötig zu haben glaubt. Diese skrupellose Politik ivürde man bei einer grvs;eu Organisation kaum sür möglich halten können, ivenn ivir nicht bereits früher ähnliche Manöver in Deutschland beobachtet hätten. Hier sehen wir es doch auch stets, ivie der Bwnisnius nur solange nichtzionislische Drganisalivn nnlerstützl, und solange in nichtzionistischcn Drganisalionen seinen Fnsi haben ivill, als er glaubt, daraus für seine eigene Beivegung Borteile ziehen »u können. Sft sucht man aitch mit llnlantern Mitteln Glichtzivnisteu in den Dienst zionistischer Zwecke zn stellen. Ein nipisches Beispiel ivar in dieser Hinsicht z. B. die Gründung „neutraler Komitees" zur Beschnssung von Geldern ztim Bali von;heniiniletihättsern in Palästina, als deren Veiler man bekannte Anlizivnislen zu geivinnen suchte, während man gleichzeitig in einem vertraulichen Schreiben, von denen zufällig auch mir eins zu (Besicht gekommen ist, den zionistischen Bertraueusinänuern mit teilte, das; das Geld tatsächlich in den zionistischen RationalfondS fliehen sollte. Aehnlich iilacht es z. B. augenblicklich auch der Berliner nationaljüdische Turnverein Bar Kochbn, der sich an die gesamte deutsche Iudenheit um Beiträge zum Ankauf eines eigenen Turn Platzes wendet und das Unternehmen als eine iteurrale Sache hinslelll, wobei er sein Rnlionaljudenlum natürlich verschivcigl. DaS sind Blanipulalioilen, ivelche an und für sich mit der zionistischen Idee nichts zu tun haben ulid die ivvhl sicherlich von allen anständigen .Iionisten verabscheut iverden. Tatsächlich sind aber heute in der zionistischen Organisation die Fanatiker in dem Besitze der Macht und es lvird noch lange dauern, ehe es gelingt, die deutsche Iudenheit darüber anfzuklären, tvofür sie eigentlich ihre Mittel hergibl. Es ist bedauerlich, das; einer so auherordenllich segensreich wirkenden Drgnuisniivn, ivie der Hilssverein, durch die zionistische Heue ein nicht unerheblicher Schaden entstanden ist. Blau ivird aber auch den Hilssverein nicht ganz von Sclinld frei sprechen können, da er es geivesen ist, der durch Unterstützung der nationalistischen ,',deen in Palästina dem dortigen Fanatismus vorge arbeitet hat. Gerade die Einiührung des Hebräischen als Unterrichtssprache hat den Ehauvinismus der palästinensischen Juden auis höchste gesteigert, da sich jeder hebräisch sprechende Palästiner als nationaler Heiliger tühll. Auch hat die Einführung des Hebräischen als Ilm gnngssprnche eine sehr gefährliche Absonderung voit der nichtjüdischen, insbesondere von der arabischen Bevölkertnig herbeigesührl. In interessanter Weise Hai sich liierüber kurz vor dem Ausbruch des Konfliktes der Veiier dcs palästinensischen Schuilvesens lirrd der Vorsitzende der zionistischen Gesannorganisalion, Tschlenoff, ansgesprvchen. Er schreibt: „Die jüdischen Stadtviertel sind eilte Wiederholung der alten Ghettos. Tie trennen uns hermetisch von der übrigen hauptsächlich arabischen Be uölkeruttg, mit der gemcinsain uns die Aufgabe zufällt, das weitere Schicksal Palästinas zn gestalten. Die scharse Absondernng snhrt zur Entfremdung und bereitet einen Boden, ans dem jedermann seine Saar ausslrenen kann lind diese kann wieder im erivünschte Früchte bringen.Unsere strenge Absonderung sührt noch eine andere innere Folge nach sich, die ivir unbedingt vermeiden sollten — sie be günstigl den Ehauvinismus und den nativ na len Fanatismus. .... Was aber auch jetzt zn vermeiden ist, das ist der Kultus des Fanatismus, der bisweilen svivvhl von lokalen als auch von herbei gereisten Agitatoren propagiert wird. Eine solche Propaganda ist nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich." Die Borgänge, die sich in Palästina abgespielt haben, haben Tschlennvsss Be sürchtungen in überraschender Weise bestätigt. Der Hilss verein ivird grosie Blühe haben, die (Geister, die er gerufen hat, wieder los zu iverden. Zchlutz der Redaktion für Nr. 6. Für studentische Nachrichten . . IN. Febr. lüU. Für den Anzeigenteil.Febr. 1SM4. Aufsätze allgemeinen Inhalts iverden jederzeit enlgegengenoniinen und kommen möglichst in der nächsten Rümmer zum Abdrllck. Verleger und uerantivvrtlicher Redakteur: RechtSanwalt Karl Vö wen stein II, Aachen, Augustastr. Ecke Wilhelmstr. Druck: Aachener Verlags- und Druckerei-Ges. Knssenverwaltung: Referendar D. F Herrmanns, Eüln, Roonslr. II. Postscheckkonto Eöln llHÄ Julius Jacobovics I Viadrinae-D armstad t) Auny Jacobovics VERMÄHLTE. Essen (Ruhr), den 1. Februar 1914. Die Geburt des drillen Sohnes zeigen an Rechtsanwalt Benno Cohn lBiadr. Br.j und Frau Alice, gab. Jolles.