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KC-Blätter · 1914-01-01 · Heft 4 (1.1.1914) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 4 (1.1.1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigtenKorporationen Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2Mk. Einzelnummer 50 Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der 1 fach gespaltenen Zeile für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und WiedeHolungen wird eine Ermäßigung bewllligt. Jnseratenannahme durch den Verlag. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutfchvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im.Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jedei^eit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judenwms, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K.C. keine Stellung." Nr. 4. 1. Januar 1914. 4. Jahrgang. Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Der Begriff derNation in seiner Anwendung ans die Juden. Von Privatdozent Dr. Julius Guttmann, Breslau. Seit den ersten Tagen der zionistischen Bewegung ist der Streit über die Existenz einer jüdischen Nation nicht verstummt. Bei den Gegnern wie bei den Anhängern des Zionismus gilt die Beantwortung dieser Frage als entscheidend für die Auffassung von Schicksal und Bestimmung des Judenwms. Zu der Leidenschaftlichkeit dieser Erörterung steht ihr Ergebnis außer allem Verhältnis. Im wesentlichen sind es dieselben Gründe für und wider geblieben, die immer aufs neue miteinander ringen, und auch ihrer schärfsten Zuspitzung ist es nicht gelungen, die gegnerische Ueberzeugung zu erschüttern. Statt den Streit weiter zu spinnen, wollen die folgenden Ausführungen die ihm zu Grunde liegende Fragestellung einer Prüfung unterziehen und sie von den Unklarheiten befreien, die bisher eine fruchtbare Behandlung ausschloffen. Die Notwendigkeit einer solchen Prüfung zeigt ein Blick auf den gewöhnlichen Verlauf der Diskussion über die Existenz einer jüdischen Nation. Ueber alles tatsächliche herrscht meist unter den Gegnern weitgehendeUebereinstimmung. Daß die Juden durch gemeinsame Abstammung, durch Geschichte und religiöse. Ueberlieferung verbunden sind, wird ebenso allgemein anerkannt, wie die politische und kulturelle Gemeinschaft, die sie mit ihrer Umgebung vereint. Was ist demnach der Gegenstand des Streites? Offenbar die Frage, welche von diesen verschiedenen Momenten für eine Nation wesentlich und erforderlich seien. Konkret gesprochen, ob Abstammung und Geschichte, oder Sprache und Kultur die Nation ausmachen. Damit wird die Definition des Begriffs der Nation zum eigentlichen Objekt des Streites. Selbst wenn es eine „richtige" Definition dieses Begriffes gäbe, wäre mit dieser Wendung der Kampf um die Lebensfragen des Judentums in einen Wortstreit ausgelaufen. Denn da der Begriff der Nation als ein gegebener betrachtet wird, kann die Entscheidung nur beim Sprachgebrauch gesucht werden, der in der Tat in diesem Zusammerhange regelmäßig zur entscheidenden Instanz wird. Aus ihn berufen sich alle Hinweise, daß bei allen Nationen bestimmte Merkmale anzutreffen seien oder daß trotz des Fehlens bestimmter Momente in den und jenen Fällen noch von einer Nation geredet werde. Im Ernst aber wird niemand glauben wollen, daß durch eine solche Feststellung deS Sprachgebrauchs für die Erkenntnis der Struktur des Judentums oder seiner Beziehung zu seiner Umgebung auch nur das geringste gewonnen werde. Das Wesen der jüdischen Gemeinschaft und ebenso die Beziehungen des deutschen Juden zum deutschen Volke bleiben genau die gleichen, mag nun die übliche Anwendung des Begriffs

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