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KC-Blätter · 1913-12-01 · Heft 3 (1.12.1913) · page 1

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 3 (1.12.1913)
Date
1913-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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K.C? Vlatten Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigtenKorporationen Die Zeitschrift erscheint ain 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2Mk. Einzelnummer 5« Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der I fach gespaltenen Zeile für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird eine Ermäßigung bewilligt. Jnseratenannahme durch den Verlag. .Die Verbindungen im K. C. stehen auf dein Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitisnms in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Bolksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. -ftl politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K.C. keine Stellung." Nr. 3. 1. Dezember 1913. 4. Jahrgang. Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. Mew. Von vr. Arnold Lazarus-Frankfurt a. M. (Viadrinae-Darmstadt). Kiew, du älteste Bischofsstadt des heiligen Kußland, hast neuen „Ruhm" erworben. Sie ülgerten zu dir seit alten Zeiten Jahr um Jahr, sie Tausende und Zehntausende und Hundertlausende. Sie wallfahrteten zu deiner alten Kathedrale und deinem wunderlichen Höhlenkloster. Vielleicht, daß du jetzt eine andere, eine neue Anziehungskraft ausüben wirst. „Antisemiten aller Länder, vereinigt euch!" JmJustizpaiast von Kiew ist eurem Wahnglauben ein hehres Heiligtum errichtet worden. Gehet hin zu den Priestern dieses Tempels! Laßt euch die Ehrfurcht gebietende Stätte weisen! Laßt euch erzählen, wie dort im Jahre des Heils 1913 wochenlang ein seltsamer, grell blutroter Schein aufleuchtete und wie der die Lebensangst in die Adern jenes Unglücklichen stöste, den sie zum Opfer für ihren Altar erkoren hatten. Laßt euch berichten, wie sich lähmend ein Schrecken auf die Juden des weiten Russenlandes legte und wie ein Grauen auf der ganzen Erde die Menschen erfaßt hat, denen Humanität und Zivilisation Worte der Wirklichkeit, Begriffe der Wahrheit und des Lebens sind. Doch nicht bitter werden! Wir wollen gewaltsam unfern Schmer bezwingen, der unser jüdisches Herz, unser deutsches Gemüt, unser menschliches Empfinden durchbebt. Wir wollen froh sein, daß sie jenem armen Juden nach der grausamen Tortur dieser 2% Jahre der Gefangenschaft, der Untersuchung, des Prozeßes wenigstens das Leben gelassen haben. Und auch wir, sollten eine Fahrt anrreten nach Kiews Vorort zur schlichten Behausung des armen Buchhalters Beiliß. Wir sollten ihm die Hand drücken und ihm danken, daß er, der Jude, gelitten für uns Juden, daß er, der Jude, all die Pein ausgehalten für uns Juden, daß er sich stark erwiesen hat als ein Märtyrer und Held des 20. Jahrhunderts. Und wir sollen und wollen auch eines nicht vergessen! Gewiß unendlich viel Roheit, Gemeinheit und Niedertracht hat dieser Prozeß aufgewühlt, daß uns der Ekel erfüllte. Ader es hat doch Menschen genug gegeben, die ebenso mit uns Juden empfanden. Wieviel Gelehrte von Weltruf, Theologen und Mediziner voran, haben sich auf unsere Seite gestellt! Wie viele Priester der christlichen Konfessionen haben ihren Abscheu vor' jenem Verfolgungswahn mit hellen Worten der Entrüstung ausgedrückt! Auch in den Ländern des Islams haben sie die Stimme für uns erhoben! Selbst Männer aus dem Fürstenthron haben mit uns empfunden in dieser schweren Zeit — das wißen wir! Ihnen allen gilt unser Dank, ihr Wort hat uns aufgerichtet. Müffen wir Juden den schweren Kamps ums Recht kämpfen, dann gilt es wohl, ihn aus eigener Kraft zu führen. Aber ein Glücksgefühl erfaßt uns, so wir uns nicht alleine sehen, wenn andere

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