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KC-Blätter · 1913-11-01 · Heft 2 (1.11.1913) · p. Seite 39

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 2 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 39 (sequence 19)
Language
German
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39 tarnen sich halben Wegs entgegen. Waren jedoch beide nur auf eine Waffe eingepaukt, so griff man zur Pistole. Besonders häufig trat dieser Fall zur Zeit des Uebergangs vom Stotzzum Hiebkomment ein. Dies ist die Zeit des Aufkommens der Pistole als studentische Waffe. Offiziell anerkannt als solche wurde sie, wie schon gesagt, erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Pistolenkomment war im Wesentlichen schon der heutige. Doch kannte man außer derForderung auf gleichzeitigen oder abwechselnden Kugelwechsel und der Forderung über die Barriere, das Schießen über den Mantel und über das Schnupftuch. Kurios geradezu mutet eine Mitteilung aus jener Zeit an über Pistolensorderungen „bey Nacht". Die Paukanten stehen Rücken an Rücken, gehen dann einige Schritte im Dunkeln in entgegengesetzter Richtung davon, drehen sich um und schießen. „Jeder glaubt den andern in der Richtung stehen geblieben", heißt es dort, „in welcher er wegging, und jeder ist einige Schritte seitwärts gegangen." In jene Zeit fallen auch die Anfänge der Bestimmungsmensur. Sie wurde zwar noch mit einem leichten Tusch eingeleitet — Worte wie „eigen" oder „kurios", sogar „dummer Junge" aalten als solcher —, doch unterschied sie sich bei der Häufigkeit und Grundlofigkeit, mit der man diesen auszusprechen pflegte, nicht wesentlich von der heutigen. In seinen'Grundzügen ist der Komment in Deutschland heut überall der gleiche. Kleinere Abweichungen finden sich zwar immer noch, nicht nur auf den verschiedenen Universitäten, sondern auch bei den verschiedenen Verbänden. Verhängte oder steile Auslage, Lusthieb oder Anhieb gegen die Klinge und andere Bestimmungen find Punkte, über die einheitliche Ansichten noch nicht herrschen, aber eins ist allen deutschen Couleurstudenten gemeinsam, das ist der frische, fröhliche Waffenmut. „Die Lust am Zechen und am Pauken liegt in des Burschen Frohnatur." Dia Verbands-Nachrichten. Saxo-Bavaria. Wir eröffneten das Wintersemester mit einem gemütlichen Frühschoppen im Thüringer Hof. Unser ganzes Verbindungsleben stand bis heute unter dem Zeichen der Einweihungsfeierlichkeiten des Völkerschlachtdenkmals. Viele Kbr. Kbr. und Bbr.Bbr. eilten herbei, um in würdiger Weise mit uns diese vaterländische Feier zu begehen. Wir eröffneten unsere Veranstaltungen anläßlich dieses Ereignisses mit einem Begrützungsabend im Hauptrestaurant der Internationalen Baufachaussteüung. Es war ein farbenfrohes Bild, alle Couleuren sämtlicher Kartellverbindungen beisammen zu sehen, denn in dankenswerter Weise hatten sie alle Vertreter zu uns geschickt. Der 2. Tag, Sonnabend, brachte uns einen Festzug der Leipziger Studentenschaft vom Reichsgericht aus zum Denkmal, woran wir mit je 8 Chargierten und Fahne teilnahmen. Das studentische Heer mit seinern Bannerwald und seinem Farbenreichtum wird allen, die es gesehen haben, unvergeßlich bleiben. Draußen am Denkmal überstrahlte die Sonne ein festlich - feffelndes Bild und warf leise zitternde Reflexe in das Waffer des Denkmalteiches, in dessen Fluten Menschen, Fahnen und Denkmal sich spiegeln. Die Weiheferer, über die in nächster Nummer ausführlicher berichtet wird, verlief programmmäßig. Ein Jesteffen vereinigte die Vertreter der l. K. V. nachmittags im Hotel Reichshof, wo auch abends der Festkommers stattfand, dessen Leitung in liebenswürdigster Weife A. H. Zahnarzt Richard Engel übernommen hatte. In seiner Eröffnungsrede konnte er die sehr zahlreich erschienenen Philister, den Vertreter des G. A. des K. C., Herr Gerichtsaffessor F. Engel, und die Vertreter der Kartellverbindungen begrüßen. Die Festrede hielt Gerichtsaffeffor F. Engel. Er wies darauf hin, in welch reichem Maße unsere Vorfahren an den Kämpfen zur Befreiung des Vaterlandes teilgenommen haben und daß das Blut, das sie vor hundert Jahren an der Stätte der Erinnerungsfeier vergossen, unsere Zugehörigkeit zum Deutschen Volke für immer besiegelt habe. Seine rllede klang aus in das Gelöbnis, unsere Kräfte jederzeit in den Dienst des Vaterlandes zu stellen, und in einen donnernden Salamander auf des Vaterlandes Herrlichkeit. Im Namen der Philister dankte Rabbiner R. Lewin. Er betonte, daß wir der einzige deutsch-jüdische Verband seien, der an der Erinnerungs- und Weihefeier teilgenommen habe, und wir so gleichermaßen nicht nur eine Vertretung des K. C., sondern des ganzen deutschen Judentums dargestellthätten. Als Vertreter derKariellverbindnngen sprach Wolff-Spreviae. Die Fidulttät der Kneipe verlief äußerst feucht-fröhlich und gemütlich. Am anderen Tag schloffen wir unsere Veranstaltungen mit einem Frühschoppen mit Damen im Burgkeller. An dieser Stelle möchten wir nochmals sämtlichen K. V., K. V. und allen Kbr. Kbr., die an unserem Feste teilgenommen Haben, unfern Dank sagen. Die interimistischen Chargenwahlen hatten als Ergebnis: teim x 1. C. W., T. W., Schw. W., uthmann X X Z. W., Rhemsberg x x X S. W., Srmonsohn F.M. für T. und C., Taitza K. W., T. W. nach innen, Röttgen F. W. nach außen, E. R. E. R. Heim, Lewkowicz, Röttgen, Guthmann, Taitza, Rhemsberg. Thuringia. Die intensive Keilarbeit in den Ferien, die A. p. Gerstel in liebenswürdiger Weise leitete, iftnichtohne Erfolge geblieben. Gleich in den ersten Tagen meldeten sich 2 Breslauer Muli — Kreutzberger und Hirsch — bei uns aktiv, und es ist Aussicht vorhanden, daß wir auch noch weitere kraffe Füchse bekommen.^Von einer I.K.V. „Ghibellinia" wurden uns ebenfalls 2 Brandfiichse — Braun und Max Marcus — überwiesen. Und auch die Burschencorona, die anfangs aus 2 Leuten bestand, hat sich verdoppelt. Und zwar haben sich dankenswerterweise i. a. B. Baumgart und Kartellbruder Grünthal, der aus Freiburg hierher gekommen ist, wieder aküv gemeldet, so daß jetzt unsere Akttvitas 8 Leute zähtt.

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