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KC-Blätter · 1913-11-01 · Heft 2 (1.11.1913) · p. Seite 38

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 2 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 38 (sequence 18)
Language
German
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38 Beweglichkeit nicht leicht war, leuchtet ein. Als kommentmäßige Waffe galt neben dem Schwert, dem Raufdegen, das Meffer und der Duffak, eine schwertartige Waffe, deffen Ursprung nicht bekannt ist. Eine eigentümliche Kampsesart war die gleichzeitige linkshändige Verwendung des Dolches im Degengefecht, mit dem aber nur die Hiebe und Stöße des Gegners pariert wurden. Zur Zeit des dreißigjährigen Krieges ging viel von der Ritterlichkeit des Zweikampfes verloren. Wie in allen Ständen, so zeitigte dieser Krieg auch unter den Studenten einen Geist völliger Ungebundenheit. Oft kam es vor in jener Zeit, daß eine „Mensur" aus offener Straße ohne Sekundanten und Unparteiischen ausgefochten wurde. Einem Anhänger der Brüderschaft von St. Marcus, Wilhelm Kreußler aus Nassau, der sich an der Universität Jena als privilegierter Fechtlehrer niederließ, war es Vorbehalten, hier ein wenig ordnend einzugreifen Er war es auch, der an Stelle des Raufdegens den größere Kunstfertigkeit erheischenden Stoßdegen als studentische Waffe einführte. Wenn auch langsam, so ging doch diese Waffe bald an die andern Universitäten über. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie durch den Hiebkomment überflüssig. Jena war die letzte Universität, die ihn aufgab. Noch 1843 konnte Or. Scheidler dort in einer Vorlesung ,Zieb oder Stoß?" wenigstens mit Bezug auf Jena sagen: -,Die Mehrheit der Studenten ist für den Stoß." Die Mensur des Stoßkomments wurde damals abgemessen, indem die Sekundanten mit ausgestrecktem Arm das Degenstichblatt des Gegners mit der Degenspitze berührten, dann den linken Fuß möglichst weit rückwärts setzten und anzeichneten. Der Mensurabstand war also, wie es die Natur der Waffe auch erforderte/ ein weit größerer als beim heutigen Hiebkomment. Die Bandagen bestanden in einem ledernen Bauchschurz, Halsbinde, Hand-- gelenk und Ellenbogengelenkbinde. Auch Westen waren statthast. Die Mensur ging auf 6, 12 auch 24 Gänge, wobei ein Gang erst als beendet galt, wenn auf einer Seite ein Blutiger saß, oder beide Paukanten ermüdeten. Dabei wurde nicht a tempo gejochten, sondern der Förderer hatte in jedem Gang den ersten Stoß. Der Sekundant stand nicht auf Seiten seines Paukanten, sondern neben dem Gegner, und schlug dann, wenn nötig, diesem mit einem Ziegenhainer die Klinge fort. Mit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Stoßkomment, wie schon gesagt, durch den Siebkomment verdrängt. Da dies nicht mit einem chlage geschah, waren eine Zeitlang beide Fechtarten in Gebrauch. Das führte begreiflicherweise zu großen Unzuträglichkeiten. Gerieten doch oft Anhänger verschiedener Fechtarten aneinander. Scheidler aus Jena sagt hierüber: „Es ist sogar mit Grund zu besorgen, daß bei der Fortdauer eines solchen doppelten Schlagkomments am Ende das verwerfliche Pistolenduell auskommt." Das Pistolenduell kam aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts doch auf, obgleich es niemals als studentische Waffe anerkannt worden war. Neben der Verwendung der schweren Waffe tauchte um dieselbe Zeit die leichte Mensurwaffe, der Schläger, auf, vielfach auch gerader Säbel genannt. Schon in seiner Fornr ein fast getreues Abbild des alten Raufdegens bildete er sich aus diesem zu seinen beiden heutigen Typen, dem Korb- und Glockenschläger, heraus. Er begann gleichzeitig mit dem Hiebkomment aus den deutschen Universitäten Eingang zu finden. Doch ist nicht genauer sestzustellen, wo er zum ersten Male Verwendung fand. Die Bandagen waren bis auf den noch aus dem Mittelalter übernommenen Paukhut schon dieselben wie heute. Später ersetzte diesen die kleine Mütze mit großem Schirm. Sie war wattiert und lebt noch heute in genau derselben Form in der Sekundantenmütze weiter. Nach Aufnahme der Paukbrille verschwand auch diese. Einen Anklang an die damalige Forderung „auf kleine Mützen" finden wir in der noch vielfach geübten Sitte im Ehrengang den beiden Paukanten die Couleur aufzusetzen oder über den Kopf zu halten. .Äaum hatte der Schläger aus einigen Universitäten sich einen Platz erobert, als dem Lieber" eine neue Konkurrenzwaffe in dem um 1820 aufkommenden krummen Säbel mit großem Korbe, wie er noch jetzt auf Mensur üblich ist, erstand. Anfangs begegnete er wohl einiger Gegnerschaft, weil „das Schlagen auf krumme Säbel für Studenten um deswillen, weil die bloße Körperstärke dabei zu sehr entscheidet, nicht paßt." Der Abstand wurde abgemessen, indem der Sekundant des Beteiligten, also des Förderers soweit aussiel, daß er mit dem Speer die Brust des Gegensekunöanten erreichte. Das Ende des linken Fußes wurde auf dem Boden angekreidet und gab den Mensurabstand. Der Förderer hatte den „Einhieb". Bei ungleicher Platzverteilung galt auch damals schon der Platzwechsel nach jedem Gang. Als inkommentmäßig galt, im Gegensatz zu heute, der Blutige aus dem Unterarm. Die Entscheidung des Unparteiischen aus Mensur war unanfechtbar, doch konnte der Sekundant, fühlte er sich „aus gegründeter Ursache" benachteiligt, ihn „nach geendetem Scandal zu Rede stellen und gegen ihn austreten". Standen Anhänger zweier verschiedener Waffenkomments aus Mensur, so wurde die erste Hälfte mit der Waffe des Beteiligten, die zweite mit der des Beleidigers ausgetragenbeide Kontrahenten

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