KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 1 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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Nochmals: vie N. L.-Tenüenz. Bvn vr. Erich Marx (Rheno-Silestae), Eharlottenburg. Wad) iföwcnftciuv Antwort bin ich in dem Ursprunglichcn Differenzpunkt mit Löwenstein erfreulicherweise einig. Denn er sagt uns ganz klar, . E. unb Zenlraloerein ständen dem' Nationaljudentum insoweit entgegen, als es unser Deutschtum verneine. DaS «>t das gleiche, ,vas ich sagte: Nicht dem vielgestaltigen Begriff des Nationaljudentnms als solchem stehenK.E. und Zentralverein entgegen sbie Anhänger deS 4kationaljudentumS sagen in variierter Ausdrucks- und Empfindungsweise das gleiche wie ihre Gegner), wohl aber der Dichtung innerhalb des rNationaljudentums, ivelche in gekünstelter Beeise den Znjammenhang der Majorität namentlich der in Dentschland alteingesessenen deutschen Juden mit dem Deutschtum leugnet. Nach dieser Erklärung erscheint der M. E. nicht mehr als Kampforganisanon gegen daS Nationaliudentum. Die K. E.-Tendenz kennt eben nur einen stampf gegen den Antisemitismus und kann darüber hinaus höchstens noch speziell die Nichtungen innerhalb des Nationaljudenlums bekämpsen, ivelche sich der Argumente des Antisemitismus bedienen. Noch ,veiler darriber hii.aus einen allgemeinen stampf gegen das Nationaljudei..nm oder den Zionismus zu führe««, möge die Ausgabe anderer Organisationen bleiben, z. B. des Anlizionistischen Komitees, dem Löwenstein bekanntlich angehorl. Die (Gefahr, das; „geivandle federn mit Hülse der lienen st. E. Tendenz den st. E. zu einer antimonistischen Organisation stempeln" sB^orie eines Redners auf dein a. o. st. E. Tag in Bonn lrxNh, scheint mir nach Voiveuileins Erklärung nicht mehr zri bestehen. Da ich in dem Hauptpunkte mit Lölvenslein einig bin. mochte ich nicht die Punkte erörtern, in denen ich mit ihm differiere. 2« die Zweiseeleutheorie ud) bin Anhänger dieser Theorie). Nur eines möchte ich herausgreisen. Trau Oppenheimer sind alle Zionisten auch :'l'a«jvnaljuden. BNiin es die offizielle Tendenz des Zionismus ist, den» „jüdisdien Bolle" in Palästina eine ^eimnäile zu sd,affen, so erklärt sid) der Zionismus damit als Teil der modernen jüdisch volklirhen,nationalilidisdren Beiveglmg. Die paläninensisdi-hebräisdie Beivegung in der eine Haupizweig des NanonaljndentumS, die jtiüifdie Beivegnng der andere, Zeder tvirkliche Zionist ist Aationaljude, wogegen uicijt jeder Nationallüde Zroinsl ist. BN.r die luivtfdinitltd)-riilniwllc jüdische stolomsalioii in Palästina nnlerstitht, ohne nationalludisdi zu suhlen, ist kein »virklidier Zionist, selbst wenn er der z>ouislisd,e.i Organisation angesdilossen ist. Lin Zchluhwort. Der vorstehende Artikel vo>» Marx, insbesondere di» Aeusterung: »Nach dieser Erklärung ersdrein» der st.E utd)i mehr als .sta»»>psorga,»Ua,«on gegen das Aaiionaljttdentttitt" ist geeignet, die Tendenz meiner Ausisthrnngen in das t^egeureil zu verkehren. v\d) habe me«neu Ltandpnnk» solgendermafien präzisiert: ..Das Program,n de» .st. E. und des Zenrrnlverelns ist dal»er ausgesprochen demlchmntomN. Meines Erad,>ens lieg« darin wgletch eine Ablehnung nationallndtsdier ^iestreUnngen. Es iii allerdings richtig datz eine »ZioetSeelen Tt^orie" es als ,noglich bezeichne«, das, le,nand zugleich deutsches und jstdffches Rationalbe»vttst«keitt besipl. tvotu jemand deutsch sein ivill. kan«, es uns gleichgnlt.g sein, ob er den 'Begriff national so anjjatz«, das, er da«iel»et» itodj lttdlichnanonai ietn ko««»«e... Anderseits kann jedoch die Rücksicht auf Anhänger dieser „Zwei-Seelen-Theorie" uns nicht hindern, das Ralionaljudentum, das uns in der jüdischnationalen Literatur und Presse in anderer Gestalt entgegentritt, also daö unser Deutschtum verneinende Nationaljudentum auf daS entschiedenste zu bekämpfen. Der Kampf gegen das Nationaljudentnm, soweit es unser Deutschruin verneint, ist aber eine Lebensfrage für den Ä E. Denn ein derartiges Naiionaljudcntum erschüttert die Grundlagen, auf denen der Kampf deS K C. beruht..u In diesen Ausführungen habe ich klar zum AuSdruck gebracht, datz ich für den Kampf gegen das Naüonaljudcnrum eintrcte, datz ich allerdings eine Ausnahme mache zugunsten der „Nationaljuden", die zugleich deutsch>national sein «vollen. Solange die of fiziel len Organisationen des Nanonaljudentums ««nd ihre Presse nicht die Zrvciseelenthcorie, sondern ein und eutsdies Nationaljudentum verirrten, muffen «vir» den Kainpf gegen das Rationaljudentum als solches richten, dabei natürlich diejenigen Nationaljuden, die ihr Denlschtum anerkennen, ausnehmen. Karl Löivenstein. MItgliedschastszwang ln Landesverbänden. lleberblickt man die innere Entwicklung deS C. nur in den allerletzten Jahren, so «nutz man ein lvahres Organisationsfieber konstatieren, das mit echt jüdisch-rührigem Geiste innner neue Fragen ansgervorfen und den Ausbau deS Ganzen zu innner größerer Vollkommenheit geführt hat. DaS Interesse der Einzelnen für die Gesamtheit ist wieder reger «geworden und ihre Arbeit tätiger. Wo nur mehr als einer an einem Orte zusammen waren, da bildeten sich Grüppchen uni> Gruppen, die ^)tachbarvrle traten ihrerseits in Berkehr miteinander und schließlich bildeten alle Orte einer Provinz einen Konzern. To hat sich auS der Stammtisch-Idee ein LaudeSverband entlvickelt. Wir haben mit den, Rheinisch-Westfälischen Landesverband begonnen, die Gründung deS Hanseatischen, des Schlesischen, deS Posenschell m«d ztlletzt des Verbandes Pommerscher K. E.er erlebt. Der K. E. sieht solche Gründungen natürlich gern, denn im Landesverband liegt die eigentliche Arbeit für den K.E. Hier wird das Keilmaterial gesichtet und geordnet, jahrelang systematisch bearbeitet und dann an die Verbindungen geschickt. To ist eS denn recht erklärlich, dag erst noch der letzte K. E.-Tag die Gründungen von Landesverbänden angeregt hat. Bei dieser Sachlage müßte es M) eigentlich als eine Telbstverüändlichkvit erscheinen, daß der KE. seinerseits sich nicht nur damit begnügt, Grüi,düngen anznregen, sondern sein Interesse außer d»»rch schöne Worte auch durch Taten bezeugt. Daß dies aber leider nicht innner der Fall ist, lehrt ein Vorgang an» de«« letzten Tagen. i?