KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 1 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Alvensleben, der Held des Romans, konnte als Sohn eines kleinen Beamten nur unter Inanspruchnahme von Stipendien sein Studium ermöglichen. Das Verbindungsleben reizt ihn mächtig, es läßt ihm Tag und Nacht keine Ruhe, und, wie einem inneren Zwange folgend, springt er ein. Erst jetzt fühlt er sich als richtiger Student. „Holla he!" ruft er vom alten Zoll zu den sieben Bergen, „jetzt bin ich auch wer, ein farbenfroher Student". So einer wird immer der Erste, kein Wunder also, wenn Alvensleben die Kollegs „mit einer Innigkeit schwänzte, als gälte es, einen Rekord zu schlagen". Aber wer Stipendien genießt, mutz arbeiten, einem Unwürdigen mutz diese Gunst entzogen werden. Also auch unserem Helden. Wer wird ihn aber weiter über Wasier halten, wer wird feine Schulden bezahlen? Die Verbindung? Wird sie es ihm danken, daß er nur für sie gelebt, datz er ihretwegen die Arbeit vergessen, daß er, um sie vor der Suspendierung zu bewahren, noch ein Semester länger geblieben ist? Nein, das tat seine Verbindung nicht. „Wer Stipendien hat, mutz arbeiten." Verständnislos sieht sie ihn sein Band niederlegen und von dannen ziehen, als Grenzauffeher in ein Nest gehen und verliert ihn aus den Augen. Zu diesem Probleme heitzt es Stellung nehmen: Dürfen wir Bundesbrüder von uns jagen, wenn sie sich unseretwegen wirtschaftlich zu Grunde gerichtet haben? So unzweideutig das Nein auch hierauf klingen sollte, der Verfasser zeigt uns an seinem lebenswahren Bilde doch, daß es zuweilen anders ist. Was nützt es dem braven Alvensleben noch, datz er in den freien Stunden seines „Grenzer"berufes sich mühselig bis zu einem Namen durchrang, und dann, als er es doch noch zum Oberlehrer geschafft hatte,, „rehabilitiert" wurde. Ein anderer an seiner Stelle hätte jetzt das Band nicht mehr angenommen. Aber der Verfasser wollte einen versöhnlichen Schluß schaffen, er wollte Zucker streuen auf den salzenen Kuchen. Sein Buch klingt zwar in einem dunklen Grundton) der aber ist umgeben von lauter kleinen Hellen Glöckchen echt rheinischen Humors, der dem Leser manche Freude bereitet. Sewald Jaffs. Die Reitkunst. Von Mcyor Karl Brück. 5. Aufl. Verlag von I. I. Weber, Leipzig. Anhängern des Reitsports wird das obige Büchlein willkommen sein, welches die Ausbildung von Reiter und Pferd sowie des letzteren Korrektur in frischer, anschaulicher Weise schildert) zum Verständnis tragen wesentlich die beigefügten trefflichen Illustrationen bei. Glücklicherweise hat der Verfasser darauf verzichtet, ein allgemeines System zu geben und sich in weiser Mäßigung auf allgemeine Anleitungen zur Dressur und Korrektur beschränkt. Die beigefügten Winke über den Pferdekauf sind etwas knapp geraten, und der Kauflustige wird gut tun, sich, auch im Besitz des Büchleins, des Beistandes eines Tierarztes beim Ankauf eines Pferdes zuversichern. Dr. B. Baruch (Rh.), Neuwied. A. D. B.-Zeitschrift. (9. Jahrgang, Nr. 8.) Zur Judenfrage. (Der Artikel,behandelt in drei Kapiteln den sozialen Gegensatz, den religiösen Gegensatz und den Raffengegensatz. Der soziale Gegensatz erscheint dem Verfasser als ein Gegensatz der Erwerbsklassen. Die Juden seien Objekt des sozialen Gegensatzes der einzelnen Gruppen des Erwerbslebens, soweit sie eben den einzelnen Klassen angehören oder sie hauptsächlich bilden. Es handelte sich daher nur scheinbar um einen Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden. Der Verfasser hält infolgedessen eine Ueberbrückung des Gegensatzes für möglich, wie er auch eine wirkliche Ueberwindung des religiösen Gegensatzes aus dem Fortschritt der geistigen Freiheit erhofft. Den Raffengegensatz behandelt der Verfasser am eingehendsten. Mit seltener Beherrschung der überaus umfangreichen Literatur gibt er in allgemein verständlicher Weise eine Uebersicht über die Rassen- und Vererbungsprobleme und widerlegt überzeugend die Theorien von Chamberlain, Dühring und Sombart. Der Jüdische Student. (10. Jahrgang Nr. 5.) Erwin Goldemann. — Kampforganisation und Individualität. — Waidhofen. (Der Artikel zählt in irrtümlicher Weise die auf dem Waidhofener Standpunkt stehenden österreichischen Burschenschaften zur „Deutschen Burschenschaft", während sie tatsächlich der ,Machenschaft der OstmaE angehören. Die „Deutsche Burschenschaft" hat das Waidhofener Prinzip abgelehnt.) — Unsere Palästina-Wanderfahrt. — Das neue Judentum und die schöpferische Phantasie. Zwei Auffätze über Theodor Herzl. — Der gegenwärtige Stand der Ausländerfrage (Der Artikel berichtet über eine Audienz eines Mitgliedes des B. I. C. bei den Dezernenten im Kultusministerium, zur Besprechung der Ausländerfrage. Die Verhandlungen sind scheinbar erfolglos gewesen.) — Die Sommerarbeit der Ruderabteilung.—Der Brunnen. Akademische Turnzeitung. (30. Jahrgang, Nr. 11 u. 13.) Theodor Körner als Verbindungsstudent. — 14. deutscher Kongreß für Volks- und Jugendspiele in Stettin. — Ein Blick auf die Lage des schweizerischen Waffenstudententums. — Eigenartige Schicksale einer studentischen Zeitschrift (bespricht die an dieser Stelle mehrfach erwähnten Aenderungen in dem offiziellen S. C.-Organ). — Studentenkammern. In der Ostmark. — Theodor Körner als Verbindungsstudent. — Die europäischen Stadien. — Hohenstaufenklänge. — Die Jenaer Hochschulferienkurse. — Der Kaiser in der Rostocker Universität. — Ausstellung der Studenten. — Goethes Stellung zum Zweikampf. — Nochmals der Numerus clausus der Rechtsanwälte. — Amerikanische Studentenroheit. Das neue Leben. (21. Jahrgang. Heft 31 u. 33.) Die Entwicklung des Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und seine Einwirkung auf die jüdischen Studenten. (Der aus dem Deutschen Studentenjahrbuch 1913" entnommene Artikel von Bruno Feilchenfeld behandelt eingehend und mit großer Sachkenntnis den Antisemitismus in den studentischen Verbänden und die gegen den Antisemitismus entstandenen Gegenströmungen, insbesondere den K. C. Der Artikel kann allen, die sich über den akademischen Antisemitismus informieren wollen, empfohlen werden.) — Zur Kritik des deutschen Korpsstudentums. — Verschiedene literarische Beiträge. Deutsche Korpszeitung (30. Jahrgang, Heft 9—1v). Die strafrechtliche Beurteilung der studentischen Schläaermensur. — Bor 100 Jahren. — Beseitigung der Verrüfe zwischen den vier schlagenden Verbänden. (Bespricht die Maßnahmen zur Ausführung der Marburger Vereinbarungen.)—Theodor Körner. ' — Das Bismarck-National-Denkmal. — Die hinterm Zaun (widerlegt Angriffe gegen das Korpsstudententum). Die studentischen Verbände und ihre Entwicklung. — Das Programm des Kösener S. C. (Der Verfasser hebt besonders folgende Worte des Pro-