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Ben Chananja · 1865-02-08 · 6 (8.2.1865) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
6 (8.2.1865)
Date
1865-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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. M 6. Ächter Jahrgang. 5zege!)m, öca 8. Jeöruar I8(ia. Zrdru Mittwoch rrkchrtnt «in Prinamerationaprela: «avziährig 7 fl..=A Zbh. 20 Sgr.. batbj. 3 ft. 50 fr., 2 Tbfr. 10 S-r.. virrlklj. 2 ft. oft. W. Linzklne Nummern 15 kr.' Man at-onrärt bri allen Poft» ärntrrn u. Buchbandlungru dt« In» und A»-Iandr«. M GilMMM. HTncOciißfntt ffir jüdijche Efjcofoflte. Herausgeber und Redakteur: V^UPOIL» Obrrrabbinrr zu Sztgrtio. Inserate find a» dt« Redaktion '.in Lze» ן gtdin. an Hrrrn Dl(• Al,Ke» jj in /ronlfar( t. Ä. oder a« | Herrn.0(|ן0וו Jlramcr (flria* § «usrrggffr Rr. 10) 1■ UH« ■ 1'; |tt staden. I Dir Lspafngr Prtitzritr wird, | mit 10Ntr.7:2Zgr. brrrcharl׳ M Inhalt Da« Bereinswestn in 2>rarl seil den üllefteii Zeiten bi« auf den heutigen Tag. Vom Herau«geber. — Dir Führung de« Einsamen. 3 Bon 2. Duke«. — Die Lchicksale und Bestrebungen der Rckbuitzer Gemeinte. Bon Dr. Zipfer. — Korrespondenz. Inland. Wien. Zomdor. Slnblweißeiiburg. Gran. — Zusätze und Beeichligiingen zn i§aru>oly'« Beiträgen. Zur Geichichie der Jute» in Oesterreich. Bon Dr. M. Wiener, f — Berichtigungen.— Zuserale. Das Ucrcinsmcfcn in Israel feil den ältesten Zeiten ßts auf den heutigen Tag. (Fortsetzung. •) II. Industrielle Vereine. Die bekanntesten industriellen Vereine sind die Zünfte. DaS Zunftwesen hat, wie Sie wissen, eine bedeutende Literatur, indem die. Frage, ob die Zünfte erhalte» oder abgeschafft, oder in ihren Einrichtungen modifizirt werden sollen, in neuerer Zeit vielfach ventilirt wurde. Die rationelle Natioiiai-Oekonomic spricht sich entschieden gegen den Zunftzwang auS. Die französische Depiitirtenkammer verwarf schon 1821 den Antrag dcö ManufakturratheS, die Zünfte in Frankreich wieder einzuführen, und der Antrag wurde selbst von den Ministern mißbilliget. NichtSdestowe- Niger geben auch die Gegner deS Zunftwesens zu, daß nicht der Monopolgeist allein die Znnftcinrichtnttgen schuf, sondern daß dabei auch andere Beweggründe wirksam waren: die größere Sicherheit deS Unterhaltes für die Handwerker, die Fortpsianznng der Geschicklichkeit und die wohlthätige Hilfe, die den dürftigen Genossen, besonders den Witwen der Mei» ster dargeboten wurde. Die biblischen Bücher wurden bei dieser Untersuchung gar nicht zu Rathe gezogen, und doch gibt die Bibel ein Moment an die Hand, welches bei den bisherigen Untersuchungen über den Ursprung der Zünfte gänzlich übersehen wurde. Gestatten Sie mir, dies näher zu beleuchten. Selbst in unserer Zeit kommt eS nicht selten vor, daß sich gewisse Handwerke und Kunstfertigkeiten in gewissen Familien fortpssanzeu. Im Alterthume, wo der Sohn fast ausschließlich auf den unmittelbaren Unterricht deS VatcrS angewiesen war, muß dies natürlich viel häufiger der Fall gewesen sein. In Aegypten bildete» die Handwerker eine besondere Kaste und besondere Zünfte, und der Aegypter durfte innerhalb derselben nur das Handwerk betreiben, zn welchem er geboren und vom Vater herangebildet worden war. Den alten Hebräern war ein solches Kastensystem fremd; eS lag aber in der Natur der Verhältnisse, daß der Sohn gewöhn׳ lick in die Fnßtapfen deS Vaters trat, wenn ihn daS Gesetz auch nicht dazu nöthigte. Wenn die Genesis erzählt, daß *) S. dir vorige Nummer. Jabal der Pater deren war, die mit Zelten und Heerdeu | ziehen und Iubal der Vater aller Harfner und Flöten- A spieler; so ist dies buchstäblich zu nehmen. Die Erzählung N will sagen, daß sich Nomadenleben, Harfen« und Flötenspiel I in den Familien Jabal'S und Jubal'S fortgepflanzt haben. U Damit übereinstimmend spricht die h. Schrift »on ganzen E jüdischen Familien, welche der Weberei, und J von solchen, welche der Töpferei oblagen (1 Chron. H 4, 21. 23.) Unter Berufung auf die bezügliche Bibelftelle H sägt Jahn in seiner biblischen Archäologie: ״In dem Stamme A Juda waren die Häuser Aschbea und Jokim die ersten Kattun- § fa bri kanten." Die Pribram, die PorgeS, die Dormitzer 1 in Böhmen sind mithin nicht die ersten Juden, die sich mit Ä der Kattunfabrikation befassen; sbon vor Jahrtausenden gab;1 eS jüdische Geschlechter, die diese» Industriezweig kultivirten. ■i Die Bezeichnung ״Fabrikanten", welcher sich Jahn bedient, H ist indessen insoferne nicht gerechtfertigt, als man sich unter den Werkstätten der alten Zeit keine Fabriken im heutigen ן Sinne deS Wortes denken darf. Die Thatsache selbst, daß W ganze Geschlechter aus dem Stamme Juda schon in aller U Zeit Kattun verfertigten, unterliegt keinem Zweifel, da die Schrift den Rohstoff der in Rede stehenden Weberei ByssuS | nennt. ByssuS ist nämlich die ägyptische Baumwolle und j daS daraus verfertigte Zeug nennen die Araber Kattun. A Wahrscheinlich haben sich die jüdischen Webersamilien ihre H Fertigkeiten in Aegypten angeeignet. Die ägvptischen We- D bereien waren, wie schon HerodeS und PliniuS melden, im | Alterthume sehr gerühmt, und die linnenen Streifen, mit denen die Mumien umwickelt, und die oft mehrere hundert ■ Ellen lang sind, erregen noch heute Bewunderung. DaS- E selbe gilt von der Töpferarbeit. Die Aegypter kannten, wie? auS den vorhandenen bildlichen Darstellungen hervorgcht, die Drehscheibe und den Brennofen, und wußten ihren jirde- § nen Gesäßen durch Glasttr und Malereien ei» liebliche- AuS- | sehen zu geben. Die Töpfer auS dem Stamme Inda werde» f in dem Buche der Chronik königliche Töpfer genannt. \ Dieser Titel wird ebenfalls auS der ägyptischen Archäologie erläutert, indem der Handel mit Töpferarbeiten in Aegyptea ü vor AlterS ein Monopol der Krone war. Eine Analogie hierzu bietet die königlich preußische.Pprzefl^: JjjAj sabrikation. Als Monopol wurde dieselbe zwar nM den, aber unter Friedrich dem Große» mußte jede^AzAA/? der ein Kind ansässig machte oder auShelratete, ■ I

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