Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-06-04 · 23 (4.6.1863) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
23 (4.6.1863)
Date
1863-06-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542942--3145-3522476
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

383 384 •) Hamtwaktsch pag. 39: ורע כי הבטת טשסטי הכוכבים היא אטרנית ורוב עניניה אין להם אמתה 6 כך יורה האזל וכך נגזר עלי כבר ואין לשנות ר. sr׳g« gio, Eiamen traditioDis p. X זבח קיל Däiaoiütun uiib Jufpiration. Don 2. W. Schüp, Rcalschuttchrer in Waag«Nkuiladtl. (Ä18 Beitrag;0 Öen rultllr.hljlor. Äforismrn von vaker.) Die Sonne erleuchtet und erwärmt die Erde und die auf ihr befindlichen Wesen. Licht und Wärme sind die zwei uothwcndigsten Faktoren alles Lebens. Der Mensch ist eine Welt im Kleinen, dies ist ein Allen geläufiger Ausdruck. Auch der Inbegriff seines LebenS ist Licht und Wärme, d. h. Licht seines Geistes und Wärme seines GemütheS. Wem einer dieser beiden Faktoren sehlt, der ist nur ein. halber Mensch; vielmehr sollen selbe (Licht und Wärme) einander harmonisch ergänzen. Tie klaren Bildungen seine- Geistes sollen von seinem Gemüthe erwärmt '), die zarten Bildungen seine- GemütheS von seinem Geiste erleuchtet werden. Dies scheint der Standpunkt zu sein, den ich beim aufmerksamen Lesen der kulturhistorischen Aforiömen deS ebenso geistreichen wie gelehrten DukcS (besonders in der 2. Abth. ״Innere Sprache der Natur״) als denjenigen deS VersasserS zu bezeichnen, vielleicht nicht irre, da er die zart gcwodenen mythischen Bildungen deS grauen AlterthumeS auch die historisch-kritische Werkstatt deS Kopfes durchpassiren läßt. Von dieser Ansicht ausgehend, hoffe ich, daß vielleicht folgende Zeilen in dem großartigen Dazar der genannten kulrurhistorischen AsoriSmen in irgend einem Winkel ein bescher« deneS Plätzchen finden dürsten.-Dr. Zeller — in seinem Werke über SokrateS — äußert sich über daö vielbesprochene Dämonium deS lctztern folgendermaßen: ״Man werde daS Sokralische Dämonium, psychologisch angesehen, nur für ein Vorgefühl über Zuträglichkeit oder Schädlichkeit gewisser Handlungen h.rlten können, für die innere Stimme deS individuellen Taktes, der er schon als Knabe tiefsinnig gelauscht hatte, und in der Folge theilS durch seine Lebenserfahrung und seinen Scharfsinn, theilS durch seine Selbstkeniuniß und sein sicheres Bewußtsein über daS seiner Individualität Angemessene einen ungewöhnlichen Grad von Zuverlässigkeit erlangte, nur daß sich ihr psycho« logischer Ursprung dem Blicke de- SokrateS entzog, und in den Glauben an eine unmittelbare göttliche Offenbarung verändert habe.* Auö meiner Studienzeit in München ist mir von Prof. Lasaulr eine Ansicht über diesen Punkt bekannt, die der oben I angeführten gerade entgegengesetzt ist (während Zeller sich! Hegel und Schleicrmacher anschließt); sie geht dahin, daß | ״die Filosofie sich werde entschließen müssen, auch diese Of» fenbarung GotteS, die sie nicht versteht, dennoch als Thal« sache gelten zu lassen, und sei zu vermuchen, daS Dämonische habe, wie seine (deS SokrateS) Ironie ihren letzten Grund in jener innern Duplicität seines Bewußtsein-, vermöge deren er in sich selbst neben seiner eigenen eine zweite iuncre Stimme vernahm, welche als der höhern er unbedingt gehorchte, und welcher gegenüber alle menschlichen Dinge ihm nur wenig oder nichts werth zu sein schienen; er erlebte sonach in sich selbst daS seltene Schanspiel, daß über seineu eigenen innern Seclcngrnnd ein höheres Streiflicht dahinfuhr."-Auch daS Wort Inspiration drückt einen Begriff aus, der hierher gehört. Aber man braucht dazu gerade kein SokrateS zu sein, und jeder denkende und tiefer in sich blickende Mensch wird cS schon erfahren haben, daß cS zu« weilen Momente gibt, wo er eine bessere, wahrere Stimme in sich zu vernehmen glaubt, und der gefolgt zu haben, ihn selten reut. Wir sprechen in solchen Fällen von einer Inspiration. Und wie, wäre eS nicht möglich, daß — besonderin wichtigen LebenSangelegenhcitcn — gewisse, ich möchte sagen, heilige Augenblicke eintretcn, in ivelchcn unsere, aller verdorbenen Denk- und Anschauungsweisen der gewöhnlichen Welt entkleidete, und aus Momente sich selbst überlassene Natur gerade daS Rechte, d. h. das Wahre und Gute trifft?? DicS glaube ich als Thatsache hinstcllen zu dürfen, über die nicht viel gestritten werden darf, denn facta loquuntur. — Diese eine und dieselbe Thatsache aber wird in ver« schiedenen Zeilen und in verschtedenen Ländern verschieden angeschaut und bcurtheilt"). Bei Völkern, bei denen da- Filosofiren Eingang gesunden und beliebt wurde (vorzüglich bei den Deutschen) bildete sich für diese Thatsache der Begriff von einer Inspiration, obwohl dag Wort kein deutscheist. Bei den Juden, die zu den orientalischen Böllern gehören, bei denen die Fantasie oft den Verstand vertreten muß, oder um DukeS Worte zu gebrauchen, ״deren Geist cS liebt, die Gedanken für den Verstand durch die Fantasie gehen zu lassen", entstand daS Wort 2תקןל, nur daß der rechte Begriff, den sie einst damit verbanden, unS abhanden gekommen zu sein scheint. Bei den Griechen endlich, deren Ausbildung und Kunst in plastischer Richtung, deren Vorliebe für plastische Darstellung-weise, ja ich möchte sagen, deren plastische Natur allen Gebildeten bekannt ist, mußte zur geistigen Auffassung dieser Thatsache ein besondereS individuelles Wesen iu die Eristenz treten, unk diese- Wesen ihrer plastischen Darstellung-weise ist eben daviel« besprochene Dämonium des SokrateS.-Nun könnte freilich eingeivendet werden, warum man nur von einem Sokratischen Dämonium Kunde habe, wenn letztereaudein allgemeinen griechischen Volkögeiste seinen Ursprung herleite. Daraus kann aber erwidert werden, daß eS vielleich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.