Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-06-04 · 23 (4.6.1863) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
23 (4.6.1863)
Date
1863-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542942--3143-3522474
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

M 2Z SzeMn, Dm fr. Juni 1863. Scdj(!cr 3ahrgMg. Irden Mittwoch erscheint eia Präaamrratisnsprri»: Ganzjährig 7 fl., baldj.3 fl. 50 kr.» vierirlj. 2 fl. öfl. W. Man abonnirt bei alle» Post» ämtcrn u. Buchhandlungen de« In- »nd Auslände«. MNMM. Wochenktall für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Obcrrabbiner zu Szegedia. find and. Rcdakiion in Sjegedi» oder an Hrn. /ranz Mgiter in tnpjlgzu senden. Die 21'pallige Priilzrile wird mit 10 Nkr.--L Sgr. berechnet, rrrdadlis»: 3 Kronen-Tasse, Politzer'sche« Inhalt. Zur Geschichte der Astrologie. Don Dr. Schuiiedl. — Balh-Kol. Don Schütz. — Korrespondenz. Znland. Prag tNeuwahle». Tbalmndschnle. (5ochin-l?h111ahühner). TemeSpar (Schiilinspeltorrn). Fünfkirchr» lNatbiucrwahk. Gemeiiiteleben. Ziigendschrillen). Preßbnrg (Dank« schreiben an Power). Greßwardrin iSchnlendeausstchtigiiiig. Dr. Rosenikal. Belohn»,ig). Zemplin (GcniciiNeziiftäntr. Zustände in Jerusalem). Ada sFaiialiSninö de« NabbinerS). Homoua (Berichlignugeu). — Literarische Anzeige. Uedcr GrätzS Geschichte der Juden. Bo» Dr. Wiener. — Neuestes. Czegeti» (Tolerauz). Szegedin (Wohllhätige Spende). SikloS tDenkrete). — Inserate. Die iI(Irof0(]tc m Öen araöifrij־jübifffjcn Schufen. Bon Dr. A. Schmied!, Nabbincr zu Proßuitz. (Schluß'). In der ganzen vormaimunischen Zeit war, wie der geneigte Leser gesehen, uns Niemand begegnet, der mit (fntschicdcnheit der Astrologie entgegengetreteu wäre. Wohl glaubten wir auö einer Stelle in Saadia'ö (finnnot (X, 3) entnehmen zu können, daß derselbe keineswegs zu den Verehrern dieser Aslerwiffenschaft zählte, doch hörten wir ihn nirgends mit klaren Worten und direkt sich dagegen anSsprcchen. In Jebuda ha-Lcwi'S Kusari fanden wir eine Stelle (IV, 23), die dagegen, eine andere jedoch (IV, 9), die wiederum thcilweise dafür spricht. Andere wissenschaftliche Größen jener Zeit, wie beu Gabirvl, Abraham ben Chija und Zbn-ifsra gehörten zu den Anhängern dieser Kunst und wir mußten nnS mit gewissen (fvncesiioncn begnüge», die sie der im Zudenlhume stelö anerkannten menschlichen Willensfreiheit darin machten, daß sic die Seele deS Frommen erhaben über die (fonstellation sein ließen. — Mithin ist eS hier wieder der Mann, der stets in den vordersten Reihen zu treffen ist, wo eS gilt, gegen Aberglauben zu kämpfe» — der ״Mann MvscS" auS Cordova, der auch hier eine uene Bahn ervffnele, indem er unseres WiffenS der erste jüdische Denker ist, der der Astrologie einen wahren Vernichtungskrieg erklärt hat. MaimonideS, dieser starke Geist, dessen mächtiger For, scherlrieb durch jeden Zweig deS menschlichen WiffenS angeregt wurde, hatte sich den astronomischen Studien mit um so größerer Hingebung geweiht, da er diese gleichsam als väterliches (frbgul überkommen hatte. Denn schon sein Vater, Maimun ben Zoses, war in diesem Gebiete ausgezeichnet, (kr hatte nämlich durch einen Eommentar zu Alsargani'S Auszug auö dem ״Almagest" einen Nus als astronomischer Schriftsteller sich erworben. Almagest ist der Titel deS in'S Arabische übersetzten großen Lehrgebäudes der Astronomie des PtoloinäuS (Miytüit welche Uebersetzung auf Befehl deS mit Recht berühmten bhalisen Al Mamun abgefaßt wurde. Dieses auS 13 Büchern bestehende Werk — daS, nebenbei bemerkt, 1400 Jahre lang die einzige Hauptqnekle war, auS der die Welt ihre astronomischen Kenntnisse schöpfte — wurde sodann von Asargani, welcher nebst Maschallah als Astronom am Hose deS genannten (fhalifen lebte, in einen zur Uebersicht bequemen AuSzng gebracht und von dem Vater unseres Maimuni mit einem Kommentar versehen'). Nun, der Sohn stand auch hierin dem Vater nicht nach. Schon im 23. Lebensjahre arbeitete MaimonideS für einen Freund eine kleine Schrift über daS jüdische Kalcndenvesen nach astronomischen Grundsätzen 2). (fr lieferte ferner einen (fommcnlar zu den mathematischen Schriften deS Jbn-Hud, eine Bearbeitung deS von demselben AnU-r verfaßten BucheS ״Gainion", ebenso eine Nmarbeitiing der von Jbn׳Eflah verfaßten Schrift ״über die Sphären"׳'), bin unsterbliches Denkmal seines astronomischen Wissens hat er sich übrigens auch in seinem Traktate Kidusch ha-(fhodcsch gesetzt. Aber mit derselben Hingebung, die er den mathematischen und astronomischen Studien geweiht, hatte er Anfangauch die in seiner Zeit so beliebten astrologischen Forschungen be, trieben. Die astrologische Literatur in arabischer Zunge war wohl ziemlich reich in jenen Tagen, aber sie hatte kein einzigeS Buch uachzuweisen, daS Maimuni nicht, waS er von sich sagt, mit der ihm gewohnten Gründlichkeit durchgearbeitet hättet. Allein er hatte sich bald überzeugt, daß dte ganze Astrologie nur auf Unsinn beruhe und er warnt darum in allen seinen Schriften*) mit den energischesten Worten vor dem Glauben an diese trügerische Kunst, die er dem Göhenbicnste gleichstellt. Und als einst die Gemeinde zu Marseille sich mlt einer Anfrage über den Werth, welcher der Astrologie deizulegen sei, an ihn gewendet hatte, da entgegnete Maimuni in einem ausführlichen Sendschreiben, ') H. Nr. 15. 18, 20, 21.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.