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Der Israelit · 1903-04-02 · Heft 26 (2.4.1903) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 26 (2.4.1903)
Date
1903-04-02
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Orthodoxe MuderrthumZW NX ^|-C/MO S E Sv^lBl AROIl^Pi, fNr. 17 Wptil 1903.] aoss Wev Wuöe. MG Zeitgemälde von I. I. Kvaszewski in autorisirter UeLertragung. 221 ' ' Und nach einer Pause fügte er ruhiger hinzu: „Wo haben Sie diesen armen Menschen, und was denken Sie mit ihm zu thun?" „Hier ist er mit mit!" sprach Jakob. „Aber was ich mit ihm thun soll, weiß ich selber.nicht. Kaum vermag ich ihn zurückzuhalten, daß er nicht in die Hände seiner Verfolger fällt. Ich möchte ihn gern irgendwo unterbringen, verbergen, bis ich etwas ermittelt habe!" „Aber wo?" fragte gleichsam sich selber der Alte. „Aber wo? Ist er auch vorsichtig und still? Und wird er folgsam sein?" „Von dieser Nothwendigkeit hoffe ich ihn zu überzeugen," sprach Jakob. „Sie hätten nur mit diesem David vorher nicht sprechen sollen! Dann hätte i ch ihn vielleicht in mein Haus nehmen können. Jetzt aber fürchte ich . . Die Menschen sind schlecht und unvorsichtig! Auf dem Boden ist ein leeres Stübchen. Da könnte er einige Zeit ganz sicher bleiben. Aber man würde ihn und mich verrathen. Ich könnte mich mit Geld retten, er aber wäre verloren!" „Habt Ihr nicht irgendwo auf dem Lande eine Zuflucht?. Einen sicheren Gutshof? Oder andere Bekannte?" „Halt!" rief der Alte. „Halt! Ich hab's. Die Leute sind brav und die Wälder sind dicht. Morgen früh fährt mein Wagen dorthin und der alte Jankiel selbst wird ihn begleiten. Aber ermahnt ihn ja, daß er besonnen und vorsichtig ist!" Jakob fiel dem Alten um den Hals. „O, danken Sie mir nicht!" rief Jankiel gerührt. „Ich thue dies von Herzen gern für Sie und diese armen Leute, denen ihr Land und ihre Freiheit so lieb ist, wie unser Judea uns, und wie in jenen Zeiten, da wir dort herrschten! Aber bei Gott," fügte er dann hinzu, „wenn Sie irgend welchen Einfluß und Macht bei ihnen haben, halten Sie die Leute zurück; die Feinde lachen schon jetzt, wenn sie sich erheben sollten, beim Gedanken an die Grausamkeiten und die Vernichtung, welche sich über sie ergießen würden. Oder sind sie so leichtsinnig, daß sie im'eigenen Hause Feuer anlegen, um den Feind daraus zu verscheuchen, während die in seiner Wohnung aus brechende Feuersbrunst ihn schneller herauslocken würde?" „Eure Worte sind sehr, verständig," sprach Jakob. „Aber lassen sich die Menschen immer von solchen leiten? Sind nicht Leid und Unglück immer die schlimmsten Berather?" „Also wird geschehen, was Gott bestimmt, der da weiß, was Er thut! Lobet den Herrn in Glück und- Unglück." (Talmud, Verachot 34 a.) Bis in die späte Nacht hielt der Alte Jakob zurück und fragte ihn aus auf der Bank in seiner Stube. Aber die Unterhaltung war traurig ernst, voller Ahnungen großer Ereignisse. Endlich mußte aufgestanden und Abschied genommen werden. Jakob ging beruhigter nach Hause und beeilte sich, Jwas zu trösten, mit der Hoffnung auf ein sicheres Versteck. ■ - ' ■ ■>*:- ■ . ‘ t; ,f ■ I f tV r ■ A ’ &A--

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