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Der Israelit · 1903-04-02 · Heft 26 (2.4.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 26 (2.4.1903)
Date
1903-04-02
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Gemeindebundes, Herr Rechtsanwalt Schüller Gleiwitz, sprach triie Wünsche der zahlreichen nde der Familie Pollak aus. Die Jubilarin war bewegt, als daß sie selbst für die Ehrungen hätte en können, und so ließ sie ihren Dank durch ihre oiegertocher, Frau Mathilde Pollak, aushen, welche sich dieser ihrer Aufgabe in schönster e entledigte. Ein sehr gelungenes Festspiel beß die großartige Feier, welche allen Theilnehmern rgeßlich bleiben wird. T. Ttrasrbrrrg, 30. März. Die „Vereine jüdischer denten", vereinigt zum „Bunde jüdischer Cortionen" („P. I. C.") haben eine neue Stärkung eren. Die seit etwa einem Jahre an der Straßburger 1 oersität bestehende „ALademisch-Jüdische Vereinig" („A. I. V.") hat sich am Schluß des letzten ltersemesters diesem Bunde angesch'loffen. Aus 'ckmäßigkeitsgründen wurde der bisherige Name in I. St. Straßourg" umgewandelt, und die Farbe!nveiß-gelb, sowie die Devise „Hilf dir selbst" der ldesvereine angenommen. Daß die V. I. St.-Jdee mige war, die an den Universitäten kommen mußte, Dr. Eschelbacher einmal bemerkt hat, beweist schon Umstand, daß die Straßburger „A. I. V." vor Nesfrist fast Mit denselben Tendenzen in's Leben ifen wurde, die die „V. I. St." sich zum Ziele get hatten, und deren in diesen Blättern schon öfters vähnung gethän wurde. Im verflossenen Mnteriester war es uns in Straßburg leider nicht möglich, [en der geringen Zahl der Aktiven eine größere Anl Vorträge zu veranstalten. Vbr. Mamlock sprach r „Hebräisch als Kultursprache," Bbr. Weil über cn Handel der Juden bis auf die Gegenwart", sowie :r „Die jüdischen Personennamen". „V. I. St." bestehen jetzt in Berlin, Charlottenrg, Breslau, München und Straßburg. Jüdischen udirenden können wir nur dringend an's Herz legen, > einem dieser Vereine anzuschließen. In Straßburg Dr. med. B. Westheimer, Schwarzwaldstraße 77, l Vorsitzender der Ferienkommission, zu jeder Ausnft gerne bereit. Ingweiler (Elsaß). Ein neuer Litteraturveri wurde vor einigen Wochen von unserer Jugend iter dem Namen „Progressia" in's Leben gerufen, rser verehrter Herr Rabbiner Dr. Weill-Buchsweiler t uns regelmäßige Vorträge zugesagt. Am ersten ortragsabend sprach derselbe über „Jüdisches Wissen »erhaupt."! Oesterreich. Prag, 30. März. (Fünfundzwanzigihriges Jubiläum des Kreuzer-Verines in Prag.) Dieser Verein, welcher es sich lr Aufgabe stellt, arme, israelitische Waisenmädchen l unterstützen und zu erziehen, und seinen Namen dam führt, daß der niedrigste Jahresbeitrag 52 Kreuzer, das ist 1 Kreuzer per Woche beträgt, feierte am 8. o. M. zugleich mit der 25. Generalversammlung, die 25. Wiederkehr seines Gründungstages. Um dem Mange! der Versorgung israelitischer Waisenmädchen aus öffentlichen Mitteln abzuhelfen, wurde der Verein.vor 25 Jahren über Anregung des Herrn Sigmund Mauthner, derzeit Fabrikant in Wien, unter der Aegide der Verwaltung der land'esjüdenschastlichen Stiftungen,; zunächst für Prag begründet, gewann aber bald seine Selbstständigkeit, indem er seine Aufgabe nach kurzer Zeit dahin ausdehnte, als vollständig autonomer Verein Waisenmädchen aus der ganzen Provinz Böhmen durch Stipendien zu unterstützen. In seinem 25jährigen Wirken hat der „Kreuzer-Verein" eine Gefam'mtsumme von 267,995 K. an Stipendien und Erziehungsbeiträgen für arme, israelitische Waisenmädchen verausgabt. . _ : t_ \- . SSon Anfang an wurde das Interesse der Glaubensgenossen für diese rein humanitäre Institution geweckt und wach erhalten. Insbesondere wirksam erwies sich die Anregung, bei jeweiligen freudigen Familienereignissen, aber auch M den traurigen Wechselfällen des Lebens, der Waisenmädchen zu gedenken. Die Einführung, statt schnell verwelkenden Kranzspenden das Andenken der Verstorbenen durch Widmungen zu wohlthätigen Zwecken zu ehren, ging vom Kreuzer- Vereine aus und hat der Humanitären Verwendung durch diesen Verein während des Bestandes desselben ca. 90,000 K. zugeführt. An 132,000 K. flössen dem Vereine durch Stiftungen zu, welche auf den Namen von verstorbenen Personen zur Wahrung des pietätvollen Andenkens derselben in der Art begründet wurden, daß ein Waisenmädchenstifkungsplatz des Vereins für immerwährend'e Zeiten den Namen des Stift.lings zu tragen hat. Im Jahre 1895 wurde ein Internat gegründet, in welchem Waisenmädchen, auf Kosten des Vereins vollständige Versorgung und Erziehung erhielten und im Jahre 1598, anläßlich des 50jährigen Regierungsjubrläums Sr. Majestät, von dem Vereine eine Stiftung in's Leben gerufen, welche den Zweck hatte, für den Kreuzerverein ein Waisenheim zu begründen. Diese Stiftung gelangte jedoch erst durch die Hochherzigkeit des Ehepaares, Herrn kais. Rath Moritz Hahn und FraU Ernestine Hahn, zur wirklichen Bedeutung, indem dieses manifizente Ehepaar dem Kreuzervereine ein vollständig eingerichtetes Waisenhaus anläßlich des 50jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers zum Geschenk machte. Der Werth dieser Schenkung wurde erhöht durch die allen Erfordernissen der Pädagogik und Hygiene entsprechende zweckdienliche, aber durchaus einfache Einrichtung dieses Waisenhauses, in welchem derzeit auf Kosten des „Kreuzervereins" 30 Waisenmädchen erzogen, unterrichtet, verpflegt und für das praktische Leben vollstan-

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