Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 26 (2.4.1903)
- Date
- 1903-04-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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'V-r -' -5^“ 44* Jahrgang. Literarisches. jMb. Kohnt, „Berühmte israelitische Männer und rauen in der Kulturgeschichte der Menschheit." and I und II, je 432 Seiten Lexikonformat. Preis cosch. 14.50 Mk., hocheleg. g'ebund. 20 Mk. Verlag;n A. H. Payne, Leipzig. Ich habe mehrfach Gelegenheit genommen, mit ubensgenossen, die auf Bildung Anspruch machen, iber Rücksprache zu nehmen, weßhalb sie in der jü- )cn Geschichte und Litteratur so wenig bewandert . Ich hielt ihnen vor, baß sie sich wahrscheinlich men würden, wenn von Gustav Frenffens Roman rn Uhl" oder der „Landgräfin", oder von einer ann neuen, litterarischen Erscheinung die Rede ist, t mitsprechen zu können; wenn aber die Rede auf ü Geistesheroen unseres Volkes kommt, so wüßten ichts davon. Es wurde mir jedesmal die Antwort, es zum guten Tone gehöre und die Mode es erhe, diese und andere modemen Werke der deutschen eraiur gelesen zu haben, das Interesse für jüdische hichte und Litteratur sei wohl vorhanden, aber es - die Zrit bei dem Kampfe um's Dasein und bei den igen Mußestunden, die einem dadurch verblieben, 1 „auf dem Laufenden" zu bleiben, daß man sich auch mit der jüdischen Litteratur befassen könne. Ich fahl ihnen dann jedesmal Kohut's „Berühmte isr.! wer und FraUen," darin haben sie kurz und bünalles, was dazu gehört, um.auch über den Lebensder jüdischen Geistesgrößen und deren Geistes- Miste informirt zu sein. Das Werk ist in anmder, glänzender Darstellungsweise geschrieben, mehrere hundert Porträts nebst Faksimiles > lücken dasselbe, außerdem veranschaulichen aber 8 viele schöne Illustrationen den Text. So finden z. B. Abbildungen von Synagogen, Denkmälern, ae Separatbilder, wie „Die Familie des Dr. Lehn s. A. in Mainz," „Lessing und Lavater bei Moses ldelssohn," „Geschäftsgeheimnisse" u. a. Aus dem en Inhalt will ich nur einige Rubriken heraus- >fen: Tonkünstler, Mater, Bildhauer, Männer der er, Philosophen, Naturforscher. Aerzte. Juristen, lamentarier, Offiziere. Theologen und Kanzelred- Fabrikanten u. v. a. Auch die Herren Antisemiten iten aus diesem Werke Vieles lernen, sie würden besseres Urtheil über die Kulturarbeit der Juden Vergangenheit und Gegenwart fällen, als ftc^'H’u ~ belieben. Ein halbes Stündchen wird wohb Jeder ab und zu übrig haben, in diesem Werke zu lesen, und die Lektüre desselben ist nicht ermüdend; denn „wo man's packt, da ist es interessant". Die rühmlichst bekannte Verlagsbuchhandlung hat alles aufgeboten. das Werk zu einem Schmuckstück jedes Salons zu gestalten; das Papier ist vorzüglich, der Druck ist klar und deutlich, der Einband ist hochelegant. Möge sie durch reichen Absatz belohnt werden. Jeder Glaubensgenosse hat die Ehrenpflicht, dieses literarische.Unter-, nehmen durch Kauf des Werkes zu unterstützen; für die Litteraturvereine ist dasselbe unentbehrlich. Wäre ich rin reicher Mann, ich würde allen meinen Verwandten und Freunden dieses Prachtwerk auf den Geburtstagstisch legen, und sie würden dankbar dafür sein, denn es ist eine dauernd werthvolle Gabe. Wir sind dem fleißigen Herm Verfasser zu Dank verpflichtet, daß er die jüdische Litteratur durch dieses vortreffliche Werk bereichert hat. Jeder, der es im Besitze hat, wird es nie wieder missen wollen. G. (Hoffentlich werden bei einer Neuauflage die von dem Juden thum abgefallenen „Größen" gründlich ausgemerzt. Red. d. „Isr.") Jllustrirte hebräische Lesefibel. Mit Benutzung der Ja p hei 'scheu Fibel v, nach den Grundsätzen der Anschauung und der Phonetik bearbeitet von I. R o f e n t h a l e r, Lehrer an der Realschule der isr. Rekigionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Verlag von A. I. Hofmann. Wer je in einer Schule den ersten Leseunterricht ertheilt hat, kennt die großen Schwierigkeiten, welche die Unterscheidung ähnlicher Buchstabenformen den Kleinen bereitet, und gar Mancher wird sich da schon die Frage vorgelegt haben: 'Warum stellen die Verfasser unserer Fibeln durch Aneinanderreihung der. ähnlichen Buchstabenformen den Schüler von. vornherein vor die größten Schwierigkeiten, anstatt methodisch vom Leichten zum Schweren überzugehrn? Der Verfasser der vorliegenden Fibel hat nun diesen Mißstand vermieden. Er sagt diesbezüglich im Vorwort: „Der Aufbau der Fibel stützt sich nicht auf die Formähnlichkeit, sondern auf die natürliche Lautfolge. Ist man schon bei Abfassung unserer modernen S ch r e i b lesefibeln für den deutschen Unterricht zu gunften des phonetischen Prinzips davon abgekommen, bei Anordnung des Unterrichtsstoffes auf die Formverwandtschaft der Buchstaben Rücksicht zu nehmen, trotzdem diese für den Schreibunterricht die wichtigste Grundlage ist, so darf bei einer reinen Lefefibel gewiß noch in höherem Grade das phonetische f Moment betont werden." * c - i iY W-':-'vbS> i *•??- ■ '4' i-