Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 11 (November 1859)
- Date
- 1859-11-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr? Ittden in Amerika. mene Gewissensfreiheit herrscht, nicht so gehässig ausprägen, wie leider in Deutschland der Fall, aber er tritt auch unter uns zuweilen auf eine unangenehme, wenn auch glücklicher Weise unschädliche Art an's Land. ' u Die Juden in Amerika müssen aber ganz anders beur-^ Heilt werden, als jener Korrespondent sie zu benrtheilen beliebt. Wer in New-Gork, wo sie in so großer Anzahl wohnen, wer m andern großen Städten der Union ihr Leben und Wirken mit unparteiischem Auge betrachtet hat, wird leicht heransfinden, daß die Juden in Amerika eine sehr bemerkenswerthe Rolle spielen. Sie bewahren nämlich in dem allgemeinen materiellen Treiben, von dessen Strömungen auch die stärksten Geister oft genug fortgerissen werden, eine auffallende Empfänglichkeit für alles Schöne und Gute. Wir sprechen hier nicht blos von den Gebildeten unter den deutschen Juden, sondern auch von vielen, welche in Deutschland keine Gelegenheit fanden, ihre natürlichen geistigen Anlagen zu entwickeln, und sich dort durch die Jtliberalität der Gesetzgebung, durch die Unduldsamkeit ihrer christlichen Mitmenschen genöthigt sahen, Handel in seinen untersten Graden zu treiben. Jene wie diese Juden nun betheiligen sich in Amerika mik regem Eifer an allen wahrhaft gemeinnützigen Unternehmungen, an allen höheren Bestrebungen des Lebens, ja manche derselben würden ohne ihre Intervention auch nicht den Schatten einer Existenz gewinnen. In dem großen Rew-Aork z. B. wäre ein deutsches Theater, ja eine gute Oper, ohne Unterstützung der Juden gar nicht möglich, selbst die deutschen Vorlesungen, die man hier einzubürgern versuchte, wurden größtenteils von ihnen veranlaßt und besucht. Dabei fördern die Juden in Amerika alle Zwecke der Humanttät mit sichttt Eifer. Abgesehen davon, daß sie zu allen wohlthätiqen Zwecken der vielen christlichen Sekten im Lande gerne beisteuern, sorgen sie noch insbesondere für ihre dürftigen Glaubensgenossen, für ihre Kranken. - Die deutschen Juden in New-Iork haben auch längst ihr wohl versorgtes Hospital, während die deutschen Christen daselbst: sich noch immer, trotz ihrer großen Anzahl, trotz des