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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-05-10 · Heft 19 (10.5.1846) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 19 (10.5.1846)
Date
1846-05-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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153 Unterschreibe« seiner Briefe (wie den an den Vorstand zu Breslau, die Frankelsche Adresse) zu vermögen weiß, gelten kann. Wir lassen nun diesen gesprächigen Rabbi Deutsch seine D’-Gi O’-JnN reden. Nachdem dieser in der Einleitung uns mittheilt, daß die Glaubenösäule Rabbi Zcbi Lehren, unser Nasff, ihn brieflich aufforderte, seine Meinung über die Tendenz der R.-V. auseinander zu setzen, um sie dann den bereitsschon gesammelten einzureichen, und sie als hebräisches Stplmuster zu veröffentlichen, bedauert derselbe sehr, daß er durch dringende Beschäftigung (hat ihn etwa schon Frankels Avreffe beansprucht?) dasselbe nicht bis zur festgesetzten Zeit vollenden könnte, war somit gehindert sich dem dor Haphlage, so nenne ich und das mit Fug die rabbinischen Gegner der R. B. im Verhältniß der Vereinigung derselben, und der babylonischen Sprachverwirrung der alten Rabbiner. Den Bitten seiner Freunde konnte natürlich unser Rabbi nicht widerstehen, die nach Lösung dieser Schimpfepistel in ibn drangen, es der Welt nicht vorzuenthalten, und wir haben also aus purer Bescheidenheit wie sie sehen das Opus K"*l. Seite 2. ist die Befürchtung unsers Rabbi, Betreff der fteien unaufgeforderten Bestätigung des französischen Spnedral - Beschlusses, behufs Eingehung gemischter Ehen sehr possirlich. Denn meint derselbe „wie wenn das gebildete Deutschland im 19tcnJ.H. wieder auf das Philosophen» des Aplaton (soll wohl heißen Plato) käme, und dessen Meinung hinsichtlich der gemeinschaftlichen Ehen wenigstens bei den fiTEWI ’tyQ (Behörden?) billigen, und wenn viele Zsraeliten dieser buhlerischen Ansicht huldigten, würde da auch die R. V. vom fiyn nn Zeitgeist genöthigt, dies gestatten? Wie gefällt Zhnen Herr R. diese oberschlesische Gftrah? Ueber diesen Punkt kann sich seine Frömmigkeit gar nicht beruhigen. Zm ganzen Israel sieht er schon nichts als Bastarde. Allein nicht die Ehegestattung mit Nichtisraelitten bringt unfern Rabbi in Harnisch, sondern auch die Antastung der 10 Gebote Seiten der Rabbiner - Versammlung wie Sabbat die Unnothwendigkeit der ebr. Sprache, welche ohnedies durch die Sündhaftigkeit der Lehrer schon genugsam entwürdigt ist. Sie sehen was zelottscheWuth vermag. Sie fördert auch Lügen zu Tage. Die Protokolle habe ich zwar nicht gelesen, doch kenne ich ihren Inhalt aus den Zeitschriften. Hält etwa dieser Rabbi den Geiger'schen Kommissions-Bericht über Sabbat als eine Verletzung des 4ten Gebotes? Wie sollen etwa die rabbinischen Schnörkeleien, welche die hohe Sabbat-Zdee schon längst zu Grabe getragen, und nur noch die Mumie desselben festhalten — eher geeignet sein, diesem heiligeu Gebote seine Würdigung zu verschaffen, als jener eben so ftomme als intelligente K. Bericht? Vielleicht in Beuthen in der Heerde dieses frommen Hirten. Aber die Kenntniß der hebräischen Sprache ist unserm R. nach, wenn auch nicht ein 10 Gebot, doch ihnen gleich, was vollends was Neues ist, von dem Ihre geschätzten Leser gewiß keine Ahnung haben. Gehöre ich auch Gottlob nicht zu den jüd. Lehrern, so schmerzt mich doch das Loos dieser geplagten Menschen viel zu sehr, als daß ich den so ungerechten als ftevelhaften Vorwurf der ihnen gemacht wird, stillschweigend übersehen könnte. Was Rabbi Israel Deutsch von den armen Lehrern will, weiß ich in der That nicht. Lehrer die nicht in den schlesischen Gauen, emsig und wacker, die Geschichte der Töchter Loths, der Tamar, die sanktionirte Fleischerei des 3. B. M. nebst den medicinischen Abhandlungen von Tasria undMzora mit 3—6 Psukim Raschi? Halten sie sich nicht streng an die praktisch pädagogischen Lehrbücher der schlesischen Rabbiner? Wahrlich mein lieber Rabbi, hätten die so sehr um das israel. Seelenheil besorgten Missionäre, nicht correkte und billige Bibeln Israels Jugend besorgt, sie müssen die Bibel gleich euch aus dem Talmud zusammen suchen. (Schluß folgt.) Nachlese aus den Zeitungen. Geiger widerspricht im Frankfurter Journal der Nachricht, daß er seine Entlassung begehrt, wenn nicht in Breslau die von ihm gewünschten Reformen eingeführt werden. In Posen hat sich ein Comitee für Gründung einer jüdi-! schen Ackerbau-Colonie gebildet, an dessen Spitze der Oberrabbiner Eger steht. Der König soll, sobald die erforderlichen Mittel vorhanden sein würden, dem Vereine seine Unterstützung durch erbpachtliche Verpachtung disponibler Domänen-Grundstücke verheißen haben, und die Gemeinde Posen hat bereüs einen Hülfsbeitrag von jährl. 600 Thlr. etatsmäßig ausgesetzt. Der erschienene Aufruf fordert die Menschenfreunde des Jn- und Auslandes zur Beihülfe auf. Abermals sind in Preußen Juden zu Stadtverordneten ge- . wählt worden. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Krähe & Map in Offenbach.

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