Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 12 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 80 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Professor Dr. Gotthard Deutsch-Cineinnatt : Aus Urgroßvaters Tagen hebräisch ist im Originale wiedergegeben werden: Leben und Segen zur Bewahrung des Friedens"") der geliebten Jungfrau Judith, möge sie leben! Berichte überschicke ein Schaliach Mefujchad"") we--odia,°7) daß die lieben Endzeilen schel Rallah, tichzeh"«) wegam"") em j)aar Strümps richtig habe mekabbeb gewesen'") und habe mich auch mesammeach gewesen,") als habe vernommen „von ihrem Wohlbefinden, Gott sei Lob, möge es fo sein und so bleiben in Ewigkeit, Amen!""). Beschenith wert Ralleh tichjeh") mekabel sein Glos j)eckel mechuttam u-betokah alef Tabbakath schel Zaiab'*) werft es nnjad'") anzieaen'") auch werft mekabbel sein Za Hab Adom") werft ihm mijäd'") an deine Rralen'") anhengen und auch werft mekabbel sein"") a bisl Rase ve"*) Zucker, werft mit den Zucker misad"") gute Richlech far enk arausbacken und den Rase mifad"") draus trinken und mit Gesund verzeren und sie auch mit Gesund tragen. Sunst rekommandire, daß- Rallah (Ci.**) nicht sol broges sein"") daß mir"") kein Rles"') schicken tue lekaa«,""» zu turnen, dewcile"") die Zeitbekaan"") kein Baal Agalah"*) zu bekumen ist, umah tob umah na-im"-) wen shammah"") ein B. 21."*) zu bekamen ist Rallah Ti."") mijad"") lekaan"') kumen. L^ier «") Phrase aus dem Gebetbuche. "") Speziellen Boten. "7) und berichte "") der Braut, möge sie leben! 6") sowie ’°) empfangen 71) gefreut 72) Diese Worte sind hebräisch. Zweitens wird die Braut, möge sie leben. u) Ein versiegeltes Päckchen, in dem sich ein goldener Ring befindet, empfangen. 75) sofort 76) anziehen 77) empfangen einen Golddukaten. '") sofort 7") Korallen. «") empfangen 87, rnd 88. sosoit 88, f fort **) Die Braut, möge sie leben? 85» "öse sein 86i wir 87> Kal fche 88. bieher 88) dieweil da 98) hier. SI) Kutscher. "") Wie schön wäre es von Ps. 133, 1. "") dort. "*) Abgekürzt für Baal Ägalrh — Fuhrmann. "") Ein Tintenfleck, wahrscheinlich über ein Wort, etwa „kann" die Braut sofort "7) hieher. bricht der Brief ab und es folgen einige Zeilen, mit. anderer Tinte geschrieben und noch am Schlüsse einige unzusammenhängende Worte, die beweisen, daß der Brief ein Ronzext war und der Schreiber aus dem unbrauchbar gewordenen Papiere Uebungen mit einem frisch zugeschnittenen Gänsekiel machte. Die Worte am Schlüsse lauten: Sunften habe zwahr wenig Thiduschim"") zu bemelden. Schreibe nur um wilens, daß Ralla ti.8") nicht über uns nicht zornig sein solle, beweile mir um ihr kein Rles*"") um ihr schicke thue lekaan zu kumen „auf Simchath Torah sot Gott will, das zum Glücke kommen möge",1*1) daß die Zeit alhir kein B. A?°") zu bekumen ist. Berichte zum zweiten Jn dem unter demselben Datum an den zukünftigen Schwiegervater abgeschickten Briefe, der hebräisch abgefaßt ist, wird wieder das „Deckel mechuttam7""") erwähnt, in welchem außer den erwähnten Schmuckgegenständen auch „Tubak" enthalten ist. Nebenbet entschuldigt sich der Briefschreiber, daß die Zeit es verlangt, nicht in gerader Linie zu schreiben/"*) obwohl das auf dem Schriftstücke nicht ersichtlich ist. Der prospektive Schwiegersohn mußte sich bei der Familie als Gelehrter und als „wahrer des Gesetzes" einführen. Das letzte Dokument des Urgroßvaters hat ebenfalls seinen zeitgeschichtlichen wert. Es ist ein Beschneidungsregister, und beginnt mit folgender Eintragung: „Am Freitag, dem zweiten Tage Chol Hamoed f)esach habe ich glücklich die Beschneidung des Rindes Issachar, Sohnes des Ia- (Forlfetzung 3. Umschlagsette.) sä' Neuigkeiten. Die Braut, sie möge leben! l0°) Kalesche. Hebräische Phrase. Baal Agalah — Fuhrmann, los) Versiegeltes Päckchen. loi, Nach dem Gesetze, wie es im Schulcha» Aruch, Orach Chajim, 545, 5 kodifiziert ist. ist eS wohl gestattet an den Zwischenfesttagen FreundschaftSbr'.efe zu schreiben. Spätere Autoren haben es für yaoboten erklärt und die jüngeren Glossatoren das Auskunftsmittel erfunden, daß man die erste Zeile nicht in gerader Linie schreiben solle, um dadurch sich mindestens d.as Verbot vor Augen zu halten. Herausgegeben von der Berennuung für das liberale.Judentum Berlin W. 8, Mauerftraße 22 Für die Redaktion und den Berlog verantworttlch Dr. C. Seligmann. Frankfurt a. M^, Friedrichftr. 38. Druck und Expedition von Boigt L Gleiber, Frankfurt a. M.. Bieber-Gasse 6.