Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 208 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Bruno Frank: Politische Novelle Ernst Rowohlt 1928 Es ist kein kluges Buch, diese „Politische Novelle" von Bruno Frank. Aber aus ihm spricht ein gerader ehrlicher Wille. Zum Frieden. Zum einigen Europa. Doch der Autor ergeht sich nicht in Redensarten und verschließt nicht die Augen vor der Verschiedenheit des Typus diesseits und jenseits der Grenze. (Hier des Rheins.) Und wieder wird der Versuch unternommen, deutsches und „welsches44 Wesen zu charakterisieren. Als satyrisehes Intermezzo zwei Juden, feinsinnig, gelehrt, die auf Schritt und Tritt am Anderssein der nicht ihrem Staatsbürgerverein Angeschlossenen sich stoßen. Kein Kopf, kein Dichter hat dieses Buch geschrieben. Es ist ein Bekenntnis, in den Mund fremder Menschen gelegt. (Darum fängt in diesem Buch, wo das Bekenntnis aufhört, der Schundroman an.) Aber es tut wohl, endlich einmal von einem Deutschen zu hören, was ihm und daß ihm an seinem nationalen Wesen gelegen. Und stark ist zugleich der Wille zum Frieden, zum einigen Europa. Ein Versuch zur Erkenntnis der Einseitigkeit jedes geprägten, typisierten Geschöpfes, das so und nicht anders ist, so sein muß. Der Autor sieht das Wesen anderer Nationen, es ist reizvoller, lustspendender. Aber er verzichtet. Nicht Resignation. Sondern Verzicht, der Bejahung des eigenen nationalen Typus schon ist. Warum--? Das ist die große Frage, die uns alle bewegt. Kein kluges Buch... weil es nicht weiß um die Verwirrung der menscheliehen Seele, weil es nicht die Fäden politischer Verwicklung zu entwirren versteht. Aber ein anständiges Buch, ein ehrliches Buch. Rbg. Dr. A. Granovsky: Bodenbesteuerung in Palästina Es ist für den Deutsch lesenden Zionisten stets ein besonders verdienstliches Werk, wenn Fragen des palästinensischen Wirtschaftslebens auf Grund möglichst exakter Unternehmungen zur Darstellung gelangen. Die jetzt in deutscher Sprache erschienene Schrift von A. Granowsky*) erfüllt diesen Zweck vortrefflich und gibt jedem, der sich mit den Fragen der palästinensischen Landwirtschaft auf Grund eines allgemeinen wirtschaftlichen Interesses oder im Hinblick auf seinen persönlichen Lebensweg beschäftigt, im Rahmen sachlicher Darstellung Einblick in Entwicklung und Stand des landwirtschaftlichen Steuerwesens, der ein wichtiger Faktor für unsere kolonisatorische Arbeit ist. Darüber hinaus werden grundlegende Vorschläge zur Reform der Besteuerung gemacht, die sich immer stärker als notwendig erweist. Die mit der Arbeiterschaft und ihren Sorgen verbundene Jugend sollte mehr als es bisher der Fall war, derartige Gelegenheiten benutzen, um sich sachliche Kenntnisse über die wirklichen Schwierigkeiten und Aufgabenkreise unserer kolonisatorischen Arbeit zu verschaffen. Hierfür ist das anregend geschriebene, knapp gehaltene Buch von Granowsky gut verwendbar. Kurt Loewenstein. *) Jüdischer Verlag, Berlin 1928. Im Vertag: David Tanne, im Auftrag des Westsekreta»iats des Rrith Hanoar (Jung-Jüdischer- Wanderbund, Deutschland, Techeleth Lawan Ö. S. R.) und der Chaluzorg-nisationen Deutschlands und der C. S. R. Verantwortlich für den gesamten Inn lt: Dr Georg Lubinski, Berlin. Alle Aufsätze, soweit sie namentlich gezeichnet sind, sind Ausdruck der Meinung ihrer Verfasser. Ungezeichnete Aufsätze sind Meinungsäußerungen der SchriftleUung Erscheinungsort: Berlin. Druck: Jul. Kittls Nachf. Keller &. Co., Mähr.-Ostrau (Tschechoslowakei). 208