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Der junge Jude · 1928-05-01 · Heft 4 (Mai 1928) · p. Seite 131

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 131 (sequence 31)
Language
German
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man mit „manchen alten Traditionen (sie!) der Chaluzbewegung" brechen wird. — Sind Robert Weltsch und die Kreise, in deren Namen er spricht, diesmal wieder nur die Seismographen, die ein fernes Erdbeben, vielleicht jenseits des Kanals oder des atlantischen Ozeans anzeigen, oder soll das ihre programmatische Erklärung „an der Schwelle der 5. Alijah" sein? Wenn das der Fall ist, dann muß die Chaluz- und Jugendbewegung fordern: klare Front! Je schneller und klarer sich die Auseinandersetzung um die Arbeiterkolonisation entwickelt, desto besser. Robert Weltsch schließt seinen Artikel damit, daß der Chaluzgeist und die Chaluzbewegung für die weitere Verwirklichung des Zionismus unbedingt notwendig seien. Aber er scheint zu vergessen, daß Chaluzgeist nicht allein eine Angelegenheit des Temperamentes, der Tradition oder der Gefühlswärme ist, sondern eine bestimmte Auffassung und Zielsetzung im Zionismus, wie sie die Bewegung in der Schaffung der Histadruth haowdim und in deren ökonomischen, politischen und kulturellen Arbeit konkretisiert hat. Die Chaluzbewegung ist nicht nur eine ideologisch klar umrissene Bewegung, sondern auch an bestimmte soziale Voraussetzungen gebunden. Würde es z. B. den Gegnern der Arbeiterkolonisation gelingen, diese zum Stillstand zu bringen, so würde sich wahrscheinlich keine Chaluzbewegung halten können, auch wenn sie für den ökonomischen Aufbau des Landes notwendig wäre. — Die Chaluzbewegung ist, um es ganz deutlich zu sagen, kein Marschbataillon, das sich dem Oberbefehl einer beliebigen zionistischen Exekutive fügt, sondern Teil einer großen sozialen und nationalen Erneuerungsbewegung, als deren Träger uns die Arbeiterschaft Erez-Israels erscheint. Das Verbot des russischen Hechaluz, die Zerstörung seiner in jahrelanger Mühe aufgebauten Wirtschaften, die Verhängung von Gefängnisstrafe und Verbannung für Dutzende von Chaluzim trifft uns nicht unvorbereitet. Es ist nur ein Glied in der großen Kette von Unterdrückungsmaßnahmen gegen die zionistische Bewegung Rußlands, die systematisch und planmäßig das größte Unglück, das das jüdische Volk und der Zionismus bis jetzt getroffen hat, die Losreißung des russischen Judentums von unserem Werke, in Wirklichkeit umsetzen. — Uns zionistischen Sozialisten, die wir, trotz aller Ablehnung einer Uebertragung kommunistischer Methoden auf die Arbeiterbewegung anderer Länder und ihrer Anwendung sebst in Rußland, die Sowjetunion doch als ersten Arbeiterstaat betrachten, ist dieses Verbot nur noch eine weitere tragische Bestätigung, daß eine Normalisierung unseres nationalen Lebens nur in Erez-Israel erfolgen kann. * t * Die neueste „Sezession" einiger amerikanischer Zionisten, die an führender Stelle der zionistischen Organisation Amerikas standen, stellt nicht nur eine schwere Bedrohung des „Appeals" dar, der wichtigsten Keren-Hajessod-Quelle, der finanziellen Grundlage unserer gesamten zionistischen Arbeit, sondern ist auch in anderer Hinsicht interessant. Diese 131

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