Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 117 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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An denselben. London, 21. Juni 1906. —--Der „Hameorer", so scheint mir, wird weiter existieren, ob er sich entwickeln wird — hängt nun von Euch ab und nicht von: „Sieh zu, Josef-Chajim", denn Josef-Chajim sieht zu und sieht zu und seine Augen sind vom vielen Zusehen bereits trübe geworden.---Trotzdem bin ich nicht „ermüdet" und warte auf „Fortsetzung folgt". An J. Wilkanski. London, 3. Juli 1906. ---Den 2. Teil Deines Aufsatzes schick* um Gottes willen möglichst bald und ich will ihn noch in Heft 7 bringen. Sorge Dich nicht um den Leser, der durch die Arbeit ein und derselben Schriftsteller ermüdet werden könnte. Wir schreiben doch nicht für die Leser, sondern für uns selbst und weshalb also diese Bedenken? Heft 6 kommt in der nächsten Woche heraus.--— An G. Schofmann. London, 3. Juli 1906. Zufällig habe ich heute 6 Shilling, die ich Dir schicke. Freilich schäme ich mich ein wenig, eine solche Summe zu senden, aber der Weise sagte bereits: der Zwang usw. Was Dein Hierherkommen anlangt — warum nicht? Wenn Du nur die Reisekosten aufbringst und noch 5 Pfd. Sterl., um sie der Grenzbehörde zu zeigen. (Du kannst sie Dir ja leihen.) Natürlich irgend etwas in London zu erwarten ist nicht. Hier wie überall ist nichts. Ganz absolut. Aber wo gibt es denn etwas? Mir scheint, daß die Zeit gekommen ist, sich daran zu gewöhnen ...---Ich bin der Mann, der auch nicht den Schatten einer Sache mehr erwartet. Die Rechnung ist klar und mir ist's, als existierte ich bereits nicht mehr. Daß ich mich noch mit dem „Hameorer" herumquäle — so darfst Du daraus keine Schlüsse ziehen. Es ist dem Weibgeborenen nicht die Kraft gegeben, sich selbst zu begraben. ---Die Finanzlage des „Hameorer" — in London gibt es 40 bis 50 Käufer. In Rußland stockt die Sache gänzlich. Die* einzige Rettung ist Amerika, aber wie lange das dauern wird und wie weit man sich darauf verlassen kann — weiß ich nicht. Denn es gibt bereits keine hebräische Literatur mehr auf der Welt — daran ist kein Zweifel. Leser — ich weiß nicht, ob es in der ganzen Welt hundert gibt. Hier in London gibt es zwischen 2 und 3. Vielleicht. An S. Bichowsky. London, 10. Juli 1906. --— Neues gibt es nicht. Mit „Esra" verliere ich den Kopf — was ist zu machen, was zu machen, keine Nachricht. Ich schrieb, schreib 117