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Der Israelit · 1904-12-05 · Heft 96 (5.12.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 96 (5.12.1904)
Date
1904-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrg-iy. ^2 96. Ei» Kenlrat-Hrgan für bas oxtyoboxe ZudentHum. Begründet von - Dr. in Hain}. Montag, 2 7. KISlew 5665. 5. Dezember 1904. Dis MOllni in feinen Anntrngen. Vor: Dr. Hermann Klein. (Fortsetzung u,»d Schluß*). Mainz, im Kislew. Wir kommen nun zu dem dritten Hauptgrundsatz des Judenthums, zu dem nämlich, daß die Thora von Gott stammt, daß sie uns durch göttliche Offenbarung geworden ist. Wir wollen hierbei auf drei entgegenftehende Ansichten Hinweisen, die bekämpft werden müssen. Die absurdeste von diesen ist wohl diejenige, datz die Thora nichts als ein in später Zeit, etwa in der Zeit des Königs Josias oder der babylonischen Gefangenschaft zusammengerafftes Conglomerat . alter Sachen sei. Diese Ansicht ist unter den nichtjüdischen Gelehrten sehr stark vertreten: in neuerer Zeit gibt es leider auch viele Juden, die vorgeben, dass sie auf der Höbe der sogenannten Wissenschaft stehend, dieser absurden Ansicht huldigen. Wo wäre auch jemals in nichtjüdischen Kreisen eine Ansicht ausgesprochen worden, die nicht in jüdischen Kreisen die eifrigsten Vertreter gefunden hätte? Für viele Kreise des Judenthnms ist eine Sache schon wahr, wenn sie nur von Nichtjnden herrührt; der nichtjüdische Ursprung einer Anschauung ist für sie das Kriterium der Wahrheit. Sie vergessen nur dabei, daß sie, wenn sie solche Anschauungen vertreten, sich selbst die Daseinsberechtigung absprechen, — oder vergessen sie es nicht? Steckt Methode in diesem Wahne? Die zweite kaum minderthörichte Meinung ist die, welche zwar — bis auf einige Partien — den mosaischen Ursprung der Thora anerkennt und der Thora das ihr zukommende Alter zugesteht, aber Moses als Verfasser und Gesetzgeber proklamirt, bfe direkte *!) Vergleiche 9lr. DO dieser Blatter.! göttliche Offenbarung jedoch leugnet. Die dritte, j ebenfalls nicht von großer Bekanntschaft mit der Gotteslchre zeugende Anschauung ist die. daß zwar eine Offenbarung stattgefunden, daß diese aber nur für die Kindheit unseres Volkes berechnet, den Keim der Fortentwicklung in sich getragen, so daß die spezifischen Gesetze des Gotteswortes für unsere fortgeschrittene Zeit keine Geltung mehr haben. Die beiden ersten Anschauungen widerlegen sich in sich selbst. Prüfen wir jedoch einmal die Beweggründe, die die Gelehrten geleitet, so werden wir sehen, daß wir es hier durchaus nicht mit harmlosen Anschauungen zu thun haben, csroui osnosn rnn '2 omwn cmcBn cy pn new r6xn c’pnn Ü2 rat jvev* ipk D'oyn nn Vnin nn p23i vvn. „Beobachtet sie wohl und übet sie aus. denn dies ist euere Weisheit und Vernunft bei den Völkern, welche diese verschiedenen Gesetze Horen und sie werden sprechen: „Diese große Nation ist nur weise und verständig!" Das Wörtchen pr. in diesem Zusammenhänge ist nahezu unverständlich, da es ja eine Einschränkung bedeutet, die doch hier nicht am Platze ist. Zur Erklärung dürfte Folgendes dienen: Wenn die nichtjüdischen Gelehrten die Thora ihres göttlichen Charakters entkleiden und Menschen als ihre Verfasser gelten lassen, so wollen sie damit noch nicht die Weisheit, die sich in den einzelnen Vorschriften sowohl als auch in dem ganzen Zusammenhänge der Vorschriften untereinander, kundgibt, bestreiten. Sie geben ohne jeden Vorbehalt zu, daß die Thora Ausstrahlung hoher Weisheit, Produkt eines ungewöhnlich begabten Intellekts sei. Was sie aber bestreiten, ist, daß diesen Vorschriften auch eine veredelnde, adelnde und bessernde Kraft innewohnt. Sie entkleiden die Lehre ihrer Göttlichkeit und machen uns zu Gesetzgebern, damit sie nur der Lehre ihren reinigenden, hebenden, läuternden, mit einem Worte ihren ethischen Werth absprechen können. Darum warnt uns unser Gesetzgeber: omwn DmetPi Beobachtet wohl und übet

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