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Der Israelit · 1904-12-01 · Heft 95 (1.12.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 95 (1.12.1904)
Date
1904-12-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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besten von ihnen propagirt." Dr. Vajda erinnert daran, daß das erste größere Werk Jokai's das Drama „A zsidö liu“ war, das er selbst als „den Jammerschrei der Leiden eines verfolgten Stammes" bezeichnete. Jotai war es, der den Juden für ihre Haltung im Freiheitskampfe stets die wärmste Anerkennung zollte, und diesen Sympathien für die Juden gab er in zahlreichen seiner Werke beredten Ausdruck. Dr. Vajda läßt es bei dieser Behauptung nicht bewenden; er geht sämmtliche Werke des illustren Romanciers durch und erinnert an jene Stellen, die von Jokai's Sympathien für das Judenthum zeugen. Sehr interessant ist der Abschnitt des Buches, in welchem Jokai's Bibelfestigkeit dargethan wird. Der Verfasser schließt seine fesselnde Studie mit folgenden Zeilen: „Aus dem unansehnlichen Komüromer Studenten, der von seiner Mutter die reinste religiöse Toleranz gelernt, aus dem Kecskemöter Juristen, der die Freundschaft der jüdischer Jünglinge gesucht,, wurde eine der hervorragendsten Gestalten der Weltlitteratur, der immerwährende Stolz der ungarischen Nation .... Mit der schöpferischen Kraft wuchsen bei ihm die Tugenden der Seele: die grenzenlose Gerechtigkeit und Menschenliebe und im Rahmen derselben die Sympathien für das verkannte Judenthum. Ist es da zu verwundern, wenn unsere Anhänglichkeit, unser Dank ihm gegenüber so grenzenlos gewachsen ist? Einen sehr bescheidenen Theil dieses Dankes war daS ungarische Judenthum noch zu Lebzeiten des Dichters abzustatten bemüht. Im Jahre 1809 wählten ihn die Theresienstädter Juden mit großer Kraftanstrrngung und großer Opferfreudigkeit zum Reichstagsabgeordneten des Bezirks. Paul Teneer arbeitete im Nachbarbezirk mit allen Kräften im Interesse der Regierungspartei, aber noch stärker als seine regierungsfreundliche Gesinnung war seine .Anhänglichkeit an den oppositionellen Kandidaten Jokai. Er gab ihm die Waffe in die Hände, mit welcher er seinen Gegner Gorove, den damaligen Handel-minister, besiegte. Seither nannte sich Jotai scherzweise einen „Ehrenjuden". Immer blieb er ein unbefangener. Dichter, .unserer Fehler, und Tugenden; für unsere berechtigten Wünsche kämpfte er ..uner.- schütterlich mit Feder, Wort und Thal.. Er liebte uns» trotzdem dys seiner Vollstbümlichkeit schadete. Wir aber werden sein Angedenken segnend wahren' von Generation zu Generation." Die Studie Dr. Bajda's, die nach dem obigen keiner Empfehlung bedarf, ist ein werthvoller. Beitrags zur Charakteristik Jokai's, aber auch zur Kultur- und Litteraturgeschichte Ungarns. z)ersonaUen. Franksurt' a?E29^Röv. ''ImAlter von 61 Jahren verschied' heute der Mitinhaber der bekannten Silber'wäärenfabrik Lazarus Posen. Ww.. Herr' Perez Posen. Der Dahingeschiedene, der sich durch große Frömmigkeit auszeichnete, war namentlich in Bezug auf Kunstgeschichte, eine Autorität. Seine Vorträge an der Schule der israelitischen Religionsgesellschaft, die er in selbstlosester Weise hielt, erfreuten sich bei der Jugend des größten Beifalls. — Bei der beute stattgefundenen Wahl der Stadtverordneten wurde auch Herr Dr. med. Wolf H i r s ch, Sohn des bekannten verstorbenen Arztes Dr. Markus Hirsch, und Enkel von S. R. Hirsch, in die Versammlung der Stadtverordneten gewählt. Bei dem Wahl kamvfe wurde er vielfach von antisemitischer Seite wegen seines Jndenthnms. und von jüdischer Seite wegen seiner Orthodoxie angegriffen. Daß trotzdem seine Wahl erfolgte, bedeutet einen Kiddusch haschem. Vermischtes. Rußland. Das Central-Komitee der Alllance JSraelcke Union selle beschloß in seiner Sitzung am 16. Nov'mber d.J-, an folgende Gemeinden, die infolge der jetzigen Verhältnisse in große Nolh ve, setzt wurden. Hilfsmittel zu senden: Nicvlaicff (Gouv. Cherson) 2000 Rubel, Sdunska-Wola (Gouv. Kal'sch) 1000 Rubel, Brest Litowsk (Gouv. Grodno) 1000 Rubel, Boguslaw (Gouv. K'ew) 1000 Rubel. Preußisch-Stargard, im November. (Ansprache bei jedem größeren Gottesdienst.) Was in Berlin die Geißer so sehr b.rv gt. hat dahier bereits seit zwei Jahren Herr Rabbiner Dr. Rosenthal eingeiührt. Er kalt jeden Freitag Abend und jeden Sabbat Morgen eine kurze Ansprache (j. B. Heberstcht über, den Wockenatschni'.t). welche die Hauplpredigt durchaus nicht entwerthct. Dömitz, 19. Novemb. (Synagoge und Waarenhauc). Mrt dem Abbruch der uralten Synagoge ist vor einigen Tagen begonnen worden, nachdem die ministerielle Erlarrbniß dazu cipgegangcn war. Au Stelle der Synagoge. benbstLtigt die Firma A. L. Meyer hiersclbst ein WaarenhauS inr großen Stile zu errichten. Da die hiesige israelitische Gemeinde nur noch aus 5 Familien besteht, wird ein neues Gotteshaus für sie nicht wieder gebaut werden. Gelseukirchen, 2< Rooemb. Bi den letzt n Wählen der Stadtverordneten wurden die Herren Dr.LindenS-, debekanvtlick der Vorsitz nde d.s Vereins zur Wahrung der Interessen des Judcmhums in Westfalen,, sowie Herr S. H aak auf die Dauer von 6 Jahren in das Collegium gewählt.- ■' BriesraNen der Ned actton. KiSköröS: Ein frommer Jude speist nicht ohne Kopfbedeckung. . D.: l. Wollen Sie sich gef. an Herr» Proo.-Rabblner Dr. Cahn-Fulda wenden. Derstlve wird Ihnen'gerne bezüglich der. ersten Frage.Auskunft ertheilen. — II. Ist unseres Wiss.ns in den Gemeinden nicht eingeführt, soll-dev recht gut und praktisch'sein. — Hl. .Herr Bibliothekar Dr, - A. Freimann, Frankfurt a. M.. Obermainstraß', wird Ihnen gerne Rathschlage ertheilen.. . I B. in D.: In Idstein im TaünuS rxistirt. wenn wir recht unterrichtet sind, eine .Israel,tifche Idioten-. Anstalt". Aut» Herr Grünebaum—Crumstadt befaßt sich mit der Pflege dieser Unglücklichen. . . r ' - : '

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