Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 95 (1.12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450072--61905-3521741- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
45* Jahrgang. M VS. Ei» « IsraM Kentrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. Dehmsnn in ^taUts. Donnerstag, 29. KiSlew 5665. 1. Dezember 1904. Über Lik ZeSeiltilllg lies KheMeßes. Bortrag gehalten im Vereine „Tiphereth-Jeschnrun" am ersten Chanuka-Abead in Halberstadt. Von Rabbiner I. Wöbet. o'p^n '2 mow -p5?« ny .(m ,v'z o^nn) non pb« Meine Macht — dir will ich saitenspielen: Denn der Herr ist meine Stärke, der Herr meiner Huld (Ps. 69.18). ' M. Fr.! Mit diesem Verse schloß der 59. Psalm, der uns in unseren jüngsten -Stunden hier beschäftigte. Am heutigen Abend weckt das bei uns eingekehrte ChanukaFest das davidische Saitenspiel, das in einer Dankeshuldigung an Gott, den Wunderthäter ausgeklungen auf's neue. Gott meiner Stärke und erhabenen Zufluchtsstätte! Das ist ja die Lehre, die das rwun dem Gesammtisrael und jeder Familie in Israel und jedem Einzelnen in der Familie in die Seele rufen will. Im Jahre 167 vor der übl. Zeitrechnung, am 25. Kislew, wurde zum ersten Male durch Antiochus Epiphanes, dem syrischen König ein Götzenbild im Vorhofe unseres heiligen Tempels in Jerusalem aufgerichtet, und im Jahre 164 vor der übl. Zeitrechnung, am 25. Kislew. wurde zum ersten Male von unserem Hohepriester, aus dem Chasmonäergeschlecht, im neu geweihten Tempel die heilige Lampe angezündet. Was zwischen diesen beiden historischen Tagen liegt, kündet der Nachwelt das Martyrium eines kleinen Restes unseres Volkes, es erzählt von vergossenem Blut und von sieghaftem Heldenmuth. An dem großen Beispiel der Makkabäer hat sich die tief gesunkene Nation aufgerichtet. An den großen Beispielen jener Männer aus Modim sollen wir uns aufrichten. Im Lichterglanz unserer Menorah leuchten uns die Namen MatithjahuS und seiner fünf Söhne: Jochanan, Juda, Jonathan. Elasar und Simon, leuchteten uns die Frauengestalten einer Ehanna und einer Judith entgegen. Doch ein Name überstrahlt sie alle, der Name, dessen, der ihnen der sichere, erhabene Fels war in der wogenden Brandung, der seither unserem Israel gewesen die Burg der Zuversicht, und der uns selbst ist und bleibt 'xaw' to wv! die Burg, der Hort meines Heiles! M. Fr.' Wenn es je eine Zeit gegeben hat, in der unser Volk bedurfte des inneren geistigen Zusammenhanges mit seiner an Prüfungen und Wundern reichen Vergangenheit, so ist es unsere Gegenwart. Wenn die bescheidenen Chanuka-Lichtlein am Fenster des Jehudi jemals einen innig warmen Zauber auszuuben vermochten auf die in der traulichen Familienstube geborgenen Bewohner drinnen und auf die heimathlos irrenden Brüder und Schwestern draußen,- so vermögen dies die Chanuka-Lichter, die wir fa diesem Jahre anzünden. Bedenken wir: Wir leben i» einem Staate, in dem noch Leben und Hab und Gut — auch die Ehre unter der sichern Hut des Gesetzes stehen, auch für den Juden. Wir bekennen uns auch mit Liebe als Kinder des Vaterlandes und indem wir auf unsere Männer von Modim blicken, ruft sich ein jeder von unS die Mahnung zu: Dein bestes Können und Wollen, deine Kraft, die dir die jüdische Sittlichkeit erhalten, dein Gut.das dir jüdischer Sparsinn gewahrt — alles sei dem Vaterlande, seinem Aufblühen und Gedeihen, gewidmet, und wenn das Vaterland zur Festigung seiner Interessen von innen, oder zur Vertheidigung seiner Grenzen gegen äußere Feinde ruft, so stelle deinen Mann und dieser Mann sei — Jude, und zur Bekräftigung dieser Selbstmahnung und Selbstachtung, die einen Schwur bedeutet, zeichnen wir mit Flammenschrist unseren Namen an's Fenster, daß eS hinaus«, leuchte: Hier wohnt ein Jude! rufen wir begristert auS: W TO T&Q!