Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 43-44 (4.6.1903)
- Date
- 1903-06-04
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Jede Thätigkeii der VerbandS-Kaffe, die diese Allgemeinforderung entbehren läßt, muß zugleich zu einem Konflikt der beiderseitigen Kaffeninteressen fuhren." Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete der .Kassenbericht des Vereinskassirers, Kantor Kar,o- Allenstein. Die Kasse wies einen Ueberschuß tfönJoS Mark auf, von dem 26 Mk. als Jahresrate für Unkosten der nächsten Delegirtenreisen reservirt wurden. Die zur Prüfung der Kasse gewählte Kommission' lRosenthal-Rössel und Kroner-Bartenstein) beantragte anl nächsten Tage die Decharge für den Kassirer, die auch ertheilt wurde. — Bei der folgenden Vorstandswahl wurden wiedergewählt: Prediger Sturmann- Osterode, Waisenhaus-Inspektor Peritz und Oberkantor Birnbaum-Königsberg, sowie Kantor Karo-Allenstein; neu, in die durch Verzug des betr. Mitgliedes frei gewordene Stelle: Kantor Davidsohn-Rastenburg. Zum Schlüsse sprach Waisenhaus-Inspektor Peritz - Köngsberg über „Kastenpropaganda". Der Vortragende, betonte, daß die Vereins-Pensionskasse nicht Geld genug erhalten könne, da ihr noch viel ungelöste Aufgaben vorliegen und zum anderen, da sich die Ausgaben der Kasse nothwendig von Jahr zu Jahr vermehren. Gr besprach die gegenwärtig zur Anwendung gebrachten Mittel, um der Pensionskasse- Hilfs-Gelder zuzufübren. (Unterstützende Mitglieder, Sammlungen, Gelegenheitsspenden, Spenden zur Gratulationsablösung für Rausch-ha-schonoh, Versicherungsvermittlungen, Buchbändlerrabatt, Vertrieb von Trauer- Agenden und Uebernahme von Kaddischsagen im Trauerjahre.) Er empfahl als neue Mittel die Herausgabe eines Barmizwah-Albums, desgl. für Ge bürten und Hochzeiten; ferner die Versicherungsnahme aller Vereinsmitglieder gegen Feuerschaden bei einer Gesellschaft, die der Pensionskasse dafür eine laufende Provision' gewährt. Zur allgemeinen Förderung der Kasseninteressen in dieser Art beantragte er die Einsetzung einer Propaganda-Kommission zur Unterstützung des Vereinsvorstandes. Die Versammlung entsprach diesem und wählte in die Propaganda-Kommission Kantor Fein Braunsberg, Kantor Grünblatt-Stallupönen, Kantor.Kroner-Bartenstein, Kantor Pessen Coldau und Kantor Schlachter-Gumbinnen. Zum Schlüsse gab der Referent der Versammlung noch zur Kenntniß, daß der Pensionskasse von einem Mitgliede der'KönigSberger Gemeinde gelegentlich der gegenwärtigen Tagung eine Spende von 600 Mk. über, wiesen worden sei. Die Versammlung nahm die Nachricht mit großer Freude auf und beauftragte den'Vorstand. dem wohltbätigen Spender, der nicht genannt sei^ wollte, den Dank der Versammlung abzustatten. Ih" 10 Uhr schloß der Vorsitzende die General Versammlung. Es folgte eine musikalische Abendunterhaltung, veranstaltet vom lokalen Lehrerverein. Der Abendimbiß, wie die Beköstigung der Versammlung am folgenden Tage, einschl. des gemeinsamen Festessens, wurde ebenfalls vom Königsberger Öokalverein geboten. Ne ßiWsche IlMljt itr jiMMitn gelirerfdiftreajen #n> IWIMIW von Lehrer A. Mannheimer, D e t t e 1 b a ch. Wenden wir uns nunmehr dem zweiten Ziele zu, d. i. den Bestrebungen zum Ausba'u der jüdischen Schule, zur Hebung der Erziehung und des Unterrichtes der Jugend, zur Vor- und'Fortbildung des Lehrerstandes. Die unter fo«&rr? genannte Gesichtspunkte fallende Thätigkeit «der Konferenzen Lberwiegt an Zeit, Kraft und aufgewandter Mühe bei zweitem die Arbeit für materielle Interessen der Le^terweht. Das * ist ein rühmliches Zeugnis für den Idealismus, welcher dem deutsch-jüdischen Lehrerstande iynewohnt, ein Beweis, wie selbst die vitalsten Existenzsorgen diesen Idealismus nicht zu schwächen oder zu lähmen vermögen! Die jüdischen Lehrer liefern so den schönen Beweis, daß sie nicht nur den dem Weltlichen zuge- *) Fortsetzung au« Nr. 28 u. 29. wandten Satz „im en kemach en toroh" zu rvürdigen wissen, sondern auch die aüf Höheres, Heiliges und Ewiges hinweisende Sentenz' „im en toroh en kemach." Die Konferenzarbeit für letztgenanntes Ziel erscheint bei jedem der drei Jahrgänge — wie ja auch bei den früheren, hier nicht ausführlich behandelten — geradezu e r b r ückend gegenüber dem „Geschäftlichen", welches die jeweilige Tagesordnung zu erledigen bot. Das beweist aber nicht stur ideales Streben, sondern es bestätigt auch die Wahrheit der Behauptung, daß der jüdische Lehrer auf den Jahresversammlungen neue Impulse zur Weiterbildung, neue Anregung für sein Amt empfängt. Möge man dies allerwärts beherzigen und beachten! Betrachten wir die Referate der drei Konferenzjahre chäher. Es wurden im Jahre 1899 in 21 Konferenzen