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Der Israelit · 1903-06-04 · Heft 43-44 (4.6.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 43-44 (4.6.1903)
Date
1903-06-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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956 den, entschlossen sich einige Mülhauser Gemeindemitglieder, eine Versammlung einzuberufen, in welcher der Nachweis zu erbringen wäre, daß die Mülhauser Gemeindeverwaltung in keiner Weise einwandfrei sei, daß die Gemeinde mit den gegenwärtigen Zuständen absolut nicht zufrieden wäre, daß also die Argumente, die die Konsistorien der Regierung gegenüber benützt hatten, soweit Mülhausen in Betracht kam, keine positive Unterlage hatten. Die Konsistorien hatten selbstverständlich das allergrößte Interesse, daß die Versammlung nicht stattfinde, und um dieselbe zu verhindern, ließ sich der Präsident des oberelsässischen Konsistoriums auf' folgendes Kompromiß ein: Gegen das Versprechen, die Versammlung nicht zu veranstalten, gab er sein Ehrenwort, seinen Einfluß, der bedeutend ist, dafür einzusetzen, daß die Konsistorien noch im Laufe des Jahres 1903 der Regierung eine Reformvorlage unterbreiten werden; einer dieser Vorschläge werde der sein, daß die Gemeindeverwaltungen aus Mitgliedern bestehen sollen, die in ihrer großen Mehrheit aus der Bevölkerung zu wählen seien. Verschiedene Vorkommnisse deuten darauf hin, daß er sein Wort einlösen wird. Das, was Petitionen und Volksversammlungen nicht bewirkt hatten, bewirkte die Furcht vor dieser Versammlung; durch sie wurde der Revistonswagen in's Rollen gebracht. Man kann jetzt darauf rechnen, daß in absehbarer Zeit die Konststorialverfassung in einer Weise modifizirt wird, die wenigstens theilweise den Wünschen der Bevölkerung Rechnung trägt, und daß die elsaß-lothringischen Juden in der Kultusgemeinde eine ähnliche Stellung einnehmen, wie in der politischen. Von welcher Bedeutung die freie Gemeinde für eine Propagierung unserer Ideen ist, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Tarmstadt, 3.. Juni. Wir erhalten folgende . Zuschrift: Ein Hamburger jüdisches Blatt hat in vorzeitiger Weise von Maßnahmen Kenntniß gegeben, die an hoher Stelle zu Gunsten der Brüder in Kischinew unternommen worden sind. Jeder Einsichtige wird wohl empfinden, daß derartige Mittheilungen den Unglücklichen mehr zu schaden im Stande sind, als alle Sammlungen und sonstige Sympathiekundgebungen nützen können. Es bedarf deßhalb wohl auch nicht der Bitte an die Redaktionen anderer jüdischer Blätter, daß sie sich jedweder, diesbezüglicher- Mittbeilungen enthalten mögen. ' . Hannover. (Verein jüdischer Lehrer.) "Sonntag. 7. und.Montag, 8. d. Mts. tagt Hierselbst 'die 39. Versammlung des. Vereins jüdischer Lehrer in 'der Provinz Hannover. Auf der Tagesordnung stehen j L . - .. ' ' .'■■ - j\; ' . _ ,; v , ';; zwei Referate: 1. Welche Gebiete aus der nachbiblischen Geschichte sind für die verschiedenen Schulgattungen ~ vornehmlich auszuwählen? (Referent: Lehrer Löwenstein-Scharmbeck) und 2. Methodische Behandlung des Gebetübersetzungsunterrichts in Verbindung mit Religionslehre (Referent: Lehrer Spanier-Stolzenau). - Neu-Isenburg, 3. Juni. In der gestern und heute hier abgehaltenen Hauptversammlung des „Hess. Landes-Lehrervereins" theilte der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Backes- Darmstadt, mit, daß eine R e - g e l u n g der Verhältnisse der isr. Religionslehrer in Hessen baldigst zu erwarten sei. Der betr. Passus in dem von der Delegiertenversammlung ein- . stimmig genehmigten Rechenschaftsbericht lautet: „Für einen kleineren Theil unserer Mitglieder, der israelitischen Religionslehrer, besteht die Hoffnung, daß noch in diesem Jahre durch gesetzliche Regelung deren Stellung, welche wir alle als unzeitgemäß und u n würdig empfinden, beseitigt wird."' L e b e r m a n n - Darmstadt. Briefrasten der Kedactton. D. I. in E.r Wenden Sie sich an Distr.-Rabbiner Bamberg er in Würzburg. W. R. in <£.: Ein Musterbrief ist von den Theilhabern des hebr. Briefwechsels bis jetzt b i uns nicht eingegangen. L. in L.r Betrag ist bereits in Nr. 38 veröffentlicht I. in I.: Die im Verlage von Wilhelm Koebner Buchhandlung und Antiquariat, Breslau, Schmiedebrücke 17/18 erschienene Brochüre von Dr. Münz „Es werde Licht" war in ihrer ersten Auflage innerhalb 4 Wochen völlig vergriffen. In 8 Tagen erscheint das 2.-4. Tausend. Uebersetzimg m dem ffoutiial Jontba*, Kratta: 1. FM ok eilt Met non MM. Unter dem obigen Titel erhalten wir von unserem Landsmann Herrn Ene D. Gagiulescu. folgende Zeilen zur Veröffentlichung, denen wir mit Vergnügen ttt unserem Blatte Raum geben. . _ Braila. 15. März 1902. Herr Dkrektor: Zu meinem Leidwesen litt ich mehr al« zehn Jahre au der schrecklichen Herma, einer Krankheit welche nur Jene, die das Unglück haben an derselben zu leiben, beurteilen und die Qualen derselben kennen. In meiner Verzweiflung habe ich kein Opfer gescheut und mich mehreren Aerzten anvertraut, aber alle mir gereichten Medikamente hatten zu meinem Leidwesen gar keinen Erfolg. Als ich bereits jedwede Hoffnung auf eine Besserung verloren. und mich mm lebenslänglich verurteilt glaubte diese schmerzhafte Krankheit nicht los zu iverden. erfuhr ich. von einem Bekannten mts Lemberg, daß sich dort ein gewisser Herr M. -Freilich, ein wahrer Wundermensch. befindet, und daß sämmtliche Aerzte uiid Gclebrte über ihn unb seine Behandlung, welche nur kurze Zeit dauert, staunen. Da ich nichts mehr zu verlieren hatte, reifte ich sofort nach Lemberg, kehrte in die Anstalt des Herrn M. Freilich Gcodecka 35, welche derselbe selbst leitet, ein und wie durch ern Wunder wurde ich von ihm ohne jedweae Schmerzen im Verlaufe von 10 Tagen vollständig geheilt und befinde mich jetzt in bester Gesundheit, gerade als welill ich nicmals krank geroesen wäre. Ich sehe mich also vecpllichtet. Herrn M. Freilich, der eS verstanden, mich aiis meinem schmerzvollen Leiden zn erretten, öffentlich meinen besten Dank hiermit auszusprechen mit dem Bemerke». daß ich ihm lebenslang dankbar sein werde und glaube auch. Denjenigen durch Veröffentlichung dieser Zeilen eine Wohlthat zu erweisen. welche an der schrecklichen Hernia leiden und von der Existenz des Herrn M. Freilich. eincS Menschen, welcher Wunder schafft und unzählige Belobiingen erhalten, nicht wiffen. . » Indem ich Ihnen, Herr Direktor, für die Veröffentlichung I dieser Zeilen danke, enipfangen Sie gleichzeitig meine Hochachtung. J Ene D. GaaiuleSeu. Ä .

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