Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 24 (26.3.1903)
- Date
- 1903-03-26
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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^sönj l/feä J I® W^W^^^für das^-' IMI ^mi M ARO N-2>>*f> I f^l-OMO sfeäHi Mrthodoxe Mudenkhunm 26.018*31803.] MllÄMMSÄS BmlLM M W. M Mr. IS. Mħ Monsxol. Geschichte aus dem Ghetto von 8. 8chachnowitz in Lndingen (Schweiz). (Schluß.) Das frugale Mahl, bestehend aus Vrod und Häring, war in Gemeinschaft mit der Familie bald eingenommen. Auch dn. Gläschen Branntwein wußte heute die wackere Sarah für ihren Mann, mit Rücksicht auf sein Fasten und auf den Festabend, wie durch dn Wunder herzuZaubern, und als ste jetzt noch mit erzwungenem Froh'muth jedem ein Glas Thee .mitsammt einem Stückchen Zucker servirte, schien es beinahe, als ob doch noch eine. Art Pürimstimmung in den kleinen Nebenraum der Exwirthschaft einkehren wollte.. . Der kleine Davide!, das jüngste der vier Kinder, wollte aber immer noch diese ungekannie Art von Purimfreude nicht begreifen ... „MaMa! Wann backst Du die „Homontaschen?"*) fragte er plötzlich, so ganz ohne Uebergang. „Morgen! mein Kind. Oder, so Gott will, nächstes Jahr!" Mit dieser Eventualität wollte sich der Kleine keineswegs zufdeden geben. „Warum nicht heute Abend, wie voriges Jahr?" fragte er weiter. Sarah unterdrückte einen Seufzer. „Voriges Jahr! Ja, da war es ganz anders!" .. „Und warum anders?" drängte Dawidel. „Ist doch jetzt schon Purim?!. Bei Scholem wird auch heute gebacken, und Motte Herzels hat schon eine Homontasch im Cheder gehabt."r *) Gebäck für Purdn. . Sarah seufzte und wischte sich eine ThrLne ab, da... sie keine Antwort zu geben wußte. Joel aber brummte in seinen Bart hinein: - «Fa, ja! Homontaschen! Voriges Jahr! Homontaschen, mein Kind, ist auch,ein Monopol... das Mo-, nopol der Reichen..." „Und warum sind wir nicht auch reich?" fragte er unermüdlich weiter. ... . Eine Antwort auf die letzte Frage des kleinen Forschers blieb den Eltern erspart, denn in diesem Augenblicke ging geräuschvoll die Thüre auf und herein trat die Schuster-Majestät des Mote Feiwes. Der König Achaschwerosch mit seinen Prinzen.. „Ich bin der große König . . ." begann er sofort sein Präludium. . . . „Kommt morgen!" unterbrach ihn Sarah. : Da brach auch der alte, erfahrene Mote sofort ab und in seiner weiten Stirne grub sich eine neue,, kleine - Furche ein, als wäre fein königliches Memoirenbuch plötzlich um eine interessante Notiz reicher geworden ... Und es war wieder ganz der alte, prosaische Schuster, als er lakonisch bemerkte: . ...... „Ja, ja! Schon recht! Seid vielmat-manche!!", brummte er noch vor sich hin und schob sich nVii seinem Gefolge langsam zur Thüre hinaus. Die Kinder stürzten ihm nach, um sich der anderen - Begleitmannschaft draußen anzuschließen. Auch Dawidel durfte noch einmal mit, aber die Stimmung, ' die er durch seine Fragen hervorgerufen, herrschte, als