Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 23 (23.3.1903)
- Date
- 1903-03-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Ich verlange, daß Europa seine Stimme ergebt. (Redner gibt diesen Worten durch heftiges Pochen auf das Pult Nachdruck.) Der Präsident der Vereinigten Staaten hat seine Stimme schon erhoben; ich ftage den Reichskanzler: Ist er entschlossen, sich diesem Vorgehen anzuschließen und auf die Erfüllung des Berliner Vertrages zu dringen? Die rumänische Finanzpolitik ist durchaus, korrupt, die rumänischen Beamten sind es ebenfalls, sie stellen ein ganzes Herr von Blutsaugern. Deutschland Ist Mitunterzeichner des Berliner Vertrags, es ist mitverantwortlich für Alles, was in Ru-, mänien geschieht. . - Abg. Oertel (kons.): Der Vorredner hat mit Mund und Hand einen flammenden Protest gegen die Unterdrückung der Juden in Rumänien erhoben. Nun hat Europa diesen Protest gehört und Europa wird sich darnach zu richten haben. (Heiterkeit.) Die rumänische Regierung ist nicht der Meinung, daß sie gegen den Berliner Vertrag verstößt. Amerika hat die Sache angeregt ist aber nicht auf Gegenliebe gestoßen, wie mir scheint, mit vollkommenem Rechte. Was die „Frankfurter Zeitung" und andere liberalen Blätter über das Gebühren der Juden in Rumänien geschrieben haben, läßt verstehen, weßhalb die Regierung so scharf gegen die Auswucherungsgelüste dieses Theiles der Bevölkerung vorgeht. - Mg. Schräder (Freis. Vgg.): Unter den ...Fremden" in Rumänien befinden sich auch Deutsche. Der Reichskanzler müsse davon KeimtNrss haben und es würde richtig sein, wenn Deutschland als Präsidialmacht beim Berliner Vertrage auf die Erfüllung dieses Vertrages bei den übrigen Staaten vorstellig wurde, und mit ihnen vereint gegen Rumänien die nöthigen Schritte thäte. Es gibt Mittel genug, Rumänien zu zwingen, die rumänischen Juden so zu behandeln, wie es der Berliner Vertrag regelt. V, Briefkasten der Redaktion. Nach Eichstetten: Daß Ihr Herr Rabbiner die öffentliche Schulprüfang auf Sabbat anberaumt hat. bestätigt. daß cr ein sehr praktischer, thätiger Herr ist. Gegen den Umstand, daß er dafür besonders bezahlt wird und rot? *017 "ilD’N vo» liegt, wird er geltend machen können, daß die Prüfung schon Freitag Nachmittag beginnt und er sich seine Gebühren für diesen ersten Thcil der Prüfung zahlen läßt und dann den. zweiten Thell gratis vornimmt. Cie werden durch einen Hinweis auf das jüd. Rcligions» grs.tz, zumal eine direkte Verletzung desselben nicht rorliegt ohnedies hier nach allen Antcccdenzien nicht viel ausrichten. Daß christliche Schnlinspectorcn noch niemals auf Sonntags eine Prüfung angesctzt haben, um den geplagten Lehre.n unb Schülern wenigstens einen Ruhetag in der Woche zu lassen, lmponirt Ihrem Seelsorger schon mehr und bringt Ihnen vielleicht die Antwort eln, daß er diesem christlichen Vorbild folgen und ebenfalls auf Sonntag keine Prüfung ansctzen wolle. Ihren Rabbiner bei seiner Oberbehörde zu verklagen, hätte nur den akademischcn Wertb, daß er ein Moment mehr zur Naturgeschichte des badischen, Oberraths der Israeliten lieferte. Der Oberrath hackt seinem theologischen Beirath die Augen nicht auS! 7 Eni e i | t Für den folgenden Thell ist die Nedactioa nicht verantwortlich. yie Sedartton unternimmt niemals eine Prüfung tu §erng auf die rUurlte Zuverlässigkeit der augevrlefeneu Naarra. §te SrKtzrr Iota» wenn ste In dieser ginstcht gesichert sein walten, die Anpreisaugen. Ueserearrn etc. selbst «wer Toutrale pe unterwerfen, üchtutz der Inseratenannahme ilt Nets: für die Mautagsnusmer, Sonntag Früh v Uhr. Kr die §<maerstag,ama>uer. Mittwoch Mittag IS Uh» Unser glatt gelangt regelmäßig iIoutag und Loarrersiag tu den Abendstunden inm Versandt. Neclamationeu wegen pr WSteu Edrtreff'eu« w« Neve man bei der betreffenden postanstM pr machen. Lssertea auf Chisseranuaucea werden täglich, mit Ausuatzmr oss Samstag und sauste». vetterdrfSrdert. Colonialwaären und D»lie.rt»ffen. Ein tücht^ intelligenter. junge« Mann, der mit hellerer Kunds Haft einer Grobstadt zu verkehren versteht und Branchenkenntniste besitzt. in ein Geschäft, weist,. Samstags u. Feiertage gcscklosten ist, g'snqt. Ausführliche Ostert. mit scith. Lebenslauf unter Nr. 2305 an die Geschästöst. oss. B!. erbeten. Änoinimes bleibt unbcrücksichligt. d - _ Metzgerlehrling, mtS anständiger Familie, sucht per-sofort oder zu Ostern... . Martin 3 »ft mann. I229G Coblenz. Baldninstrufe 33. - Lehrstellel Für niein Manufactürwäaren- Geschäft tuchc einen LchrUng. „ .\roft und Lvms im Hause. 12304 «0. l.Saurr. Tanberbischossheim. m nnsn nna* Am hiesigen Orte wohnt eine Familie, bestehend aus sieben Versoncn. ivctche bisher durch das geringe Ergebniß des Betriebes einer sehr kleinen Metzgerei sich nothdurftig ernährte; ihr Amvesen ist jedoch mit eiilcr sehr beträchtlichen Schuldensumme belastet, deren Zinsenzahlnng fortan unmöglich und sind überdies zahlreiche geschäftliche Verbindlichkeiten derart angehäuft, dag alle Creditansprüche erschöpft iiitb. Wenn hier nicht bald hilfreiche Hand geboten wird, so geht diele svamilie einem sicheren Ruin entgegen. Darben und Hnngec wird iUr Loos werden. . Mit den herzlichen Wort--» tn D’iom '22 ’r.snr' ergeht daher an alle edeldenkenden n. mildthätiae r Glanbensgenosten diedringende B tte. dilrch S'2V2U1 scerw llige Gaben, die Dürftigkeit stillen. Noth und Armuth lindern z>r helfen, dafür sich ein Lohn im eignen Herzen schon freudig kund giebt. Der Unterzeichnete erklärt sich hiermit gerne bereit. Gaben in Empfang zu nehmen nnd dieselben ihrer Bestimmung zu übermitteln unb z.. 3t. durch, verehrt. Geschäftsstelle dieses Blattes m .quittirfn. „ . . 12008 ' '' I. H. Stamm, tehrer u^Lantor. ' :V r;; Hamm ü. ftl Kieg: als nnd iw« Stellung, bin .unp nrw besitze van anerkannt. ortb.Rabb.Zeugnisse derzeit noch m Stellung. Gell. Zuschriften erbeten an M. Kurzweil. Halberstadt. Heinrrch-Julinsstr. 4.1126t Achtiger KomM der Mannfactnr-. Tuch und Cchaswollwaaren-Branche. sucht Vofteu in einem Samstags nnd ifrueL ,Feiertagen geschlossenen Geschäfte. Zuschriften erbeten unter K. O. 2267 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. ■: Pension. Junge Leute können in einem streng fronnnen Haufe Pension erhalten. Ost. n. 300 Buftädl». «attzschiw. Frankfurt a.M. l2ÄS