Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1903)
- Date
- 1903-03-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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44# Jahrgang. M 22 EenLrat-Hrgan für das oxtyobou ZudentGuw, Begründet von Ds. Tbhmsnrr t» Donnerstag, den 20. Adar 5663 19. März 1903. Off—Da mit dem 1. April 1903 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die ger y—v / - ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In de* Postzeitungsliste pro 1903 eingetragen unter Nr. 3932. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten Segen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Zu j)araschat j)arah. Der Abschnitt von der non» rra> hat durch seine Schwierigkeit und Merkwürdigkeit von jeher die Wißbegierde gereizt und unzählige Erklärungen und Deutungen hervorgerufen,. die aber alle keine vollständige Befriedigung gewähren, weil das Wesentliche in diesem Abschnitte dem menschlichen Auge verhüllt ist und bleibt und der Wunsch, mehr zu wissen, an dem m-nn npn jikt scheitert. Deßhalb aber darf es uns nicht abschrecken, immer von Neuem einzudringen, zu erforschen und zu erklären, was zu erforschen und zu erklären möglich ist. Zwei Punkte haben wir zu beachten, durch welche allein in gewisser Beziehung etlvas Licht in diesen dunklen Abschnitt gebracht werden kann: den Zweck der noiirr ms und die besonderen Vorschriften, wie ste beschaffen sein und zubereitet werden mußte, um ihren: Zwecke zu entsprechen. Ueber ihren Ziveck gibt uns die Thora genügenden Ausschluß: D'D’ nvzv sdisi o-jk newun „Wer sich durch Berührung eines Tobten verunreinigt hat, soll durch dicAsche derwelche mit Quellwasser vermischt auf den Unreinen gesprengt wird, wieder rein werden." Rein und unrein in dem Sinne, wie sie hier aufgefaßt werden, sind keine wahrnehmbaren Merkmale, es sind, so zu sagen, geistige Eigenschaften, die wahrscheinlich in der Natur der Dinge liegen, dem menschlichen Auge aber weit entrückt sind. Wohl gibt uns die Thora auch äußere Merkmale an, wodurch wir Reines und Unreines unterscheiden können, so die gespaltenen Klauen und das Wiederkäuen bei den Thieren, Schuppen und Floßfedern bei den Fischen als Zeichen der Reinheit. Doch ist damit noch keine Definition der' Reinheit oder Unreinheit gegeben; worin diese bestehen, können wir nicht ergründen, es ist nmm npn' Daß aber die Unreinheit ansteckend ist und auf uns einen verderblichen Einfluß übt, das beweist uns das Verbot des Genusses unreiner Geschöpfe; -auch ist wohl hierin der Grund zu sehen, warum wir nach Berührung eines Tobten uns wieder reinigen müssen. Die nnmv erstreckt sich nicht nur auf die lebendige Welt, sondern auch auf die leblose, nur ist sie intensiver bei einem früher lebendigen, jetzt aber tobten Wesen.. Das Wesen, von welchem das Leben gewichen, fällt der Vernichtung und Auflösung anheim, und gleich nach dem Erlöschen des Lebensfunkens tritt dieselbe ein. Des Menschen Aufgabe aber ist es, gerade dieser Vernichtung entgegenzuarbeiten. Daher wirkt die Berührung, ja nur das bloße Einathmen der Luft, die den Tobten umgibt, die von ihm angesteckt ist, auf den Menschen zurück und macht ihn kg». Es liegt in der Natur der Dinge, daß selbst der höchste geistige Zusammenhang mit dem'der Erde, der Verwesung und Vernichtung Anheimgefallenen, daß sogar das Einathmen der Luft, die in einem in bestimmter Weise begrenzten oder abgeschlossenen Raume von der Ausdünstung des Leichnams erfüllt ist, auf uns, die wir ja aus demselben.Stoffe zusammengesetzt sind, einwirkt. Von drei Gesichtspunkten aus kann also das für den Menschen nachtheilig sein, indem er erstens eine Lust einathmet, die für lebende Wesen überaus schädlich, ja