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Der Israelit · 1902-05-22 · Heft 41 (22.5.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 41 (22.5.1902)
Date
1902-05-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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aus energischen Asher Myer zu ihrem Vorstandsmitglied zählt. Wir sprechen unserer Londoner Kollegin, dem „Jewish Chronicle", zum Verlust ihres talentvollen Leiters unser innigstes Beileid aus. Rußl an d. Wilna^ (Feuer im Ghetto.) Beim Brande von Djaloshice, über -den wir berichtet haben, sollen über 3000 jüdische Familien ihr ganzes Hab verloren hoben. Noch fürchterlicher waren die Folgen der Feuersbrunst in der Stadt Bobruisk im Gouvernement Wilna. Das Feuer entstand durch Lokomotivfunlen am Freitag, den 2. Mai und währte nur von 10 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags. In dieser kurzen Zeit war aber das Feuer mit der ganzen Stadt fertig! 972 Häuser, 650 Läden nebst Inhalt, das jüdische Krankenhaus, die vier Apotheken der Stadt, 15 Synagogen mitsammt 100 Thorarollen sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden wird auf 10 Millionen Rubel geschätzt. Auch eine Anzahl Todte und sehr viele Verwundete hat es gegeben. Die 20,000 Einwohner der Stadt lagen völlig obdachslos und sehr nothdürftig bekleidet auf der Straße, wo sie von einem, wolkenbruchartigen Regen überrascht und bis auf die Knochen durchnäßt wurden. Bekanntlich ist Bobruisk erst im vorigen Sommer zum großen Theil bereits eingeäschert worden, die diesjährige Katastrophe dürfte dieser großen alten und vielge-. prüften jüdischen Gemeinde vollends den Rest geben. , S p r e ch s a a l. Magdeburg, 14. Mai. In der Nr. 36 Ihres geschätzten Blattes wird von den hiesigen Gemeindebeamten behauptet, daß sie soweit emancipirt seien, daß sie ihre Kinder am Samstag in der Schule schreiben ließen. Ich bin Gemeindebeamter hier und meine Kinder sind in den Schulen vom Schreiben am Sabbat und den Festtagen dispensirt. G. Gutmann, Schochet. vermischtes. Angsbürg, 10. Mai. Am 1d. Monats war es dem Beamten der h estgen Kultusgemeindr. Herrn Gabriel H ausm ann, vergönnt., sein 25jäbriges Dicnstjubiläum festlick zu begehen. Aus diesem Anlaß wurden dem Herrn Jubilar von allen Seiten die herzlichste» Glückwünsche dargebracht, und er hat sich gewiß hinreichend überzeugt, welch' großer Achtung und Wertbschätzung er sich in allen Schichten der hiesigen Bürgerschaft zu erfreuen bat. Auch die wohllöbliche Verwaltung der Kultusgemeinde ließ Herrn Hausmann zu seinem Ehrentage durch eine Deputation die vollste Anerkennung seiner in Gewissenhaftigkeit und treuem Eifer geleisteten Dienste auSfprechen und ehrte ihren Beamten in ebenso schmeichelhafter, wie herzlicher Weise. Mögen all die guten für Herrn Hausmann gehegten Wünsche vom himmlischen Vater erfüllt werden, auf daß auch auf seinem ser. neren Lebenswege das ungetrübte Glück der stete Begleiter bleibe. . . R Evdtknhnen. Dem Fräulein Paula Mendels oh» von hier, welche bei dem Brande inKibarly am23.März . d.I. mit eigener Lebensgefahr zwei Kinder des dortige» jüdischen Kaufmanns G. gerettet bat. ist am Sonntag vom Gouverneur ans Suwalki für die ko edleThat - ein russisches Belobigungsschreiben zugetzängen, > Heidelberg, 13. Mai.. Heute Nachmittag starb unerwartet Konsul Köster im Alter von 55 Jahren. Köster war die Seele der Heidelberger. Antisemiten,' die' als ab- : sterbende Parteibildung dort für ihn nicht leicht einen Ersatz finden dürsten. Er ist auch deren Kandidat für den Reichstag gewesen, allerdings ohne Erfolg. nv,. v; ' Wie«. (Wohlthätiae Stiftungen) Vergangene Woche starb hier der Preßhefesabrikant Sigmund Weiner, eine namentlich im zweiten Bezirke sehr bekannte und beliebte Persönlichkeit. Beim Handelsgerichte ist nunmehr vergangenen Samstag das Testament des Verblichenen eröffnet worden. Herr Weiner hat den Hof- und GerichtSadvokaten, Dr. Philipp Ne um ann zum Testaments-Executor ernannt ' und als Universalerben eine zu errichtende Stiftung für verarmte würdige israelitische Gerverbsleute eingesetzt. ' DaS Stiftungsvermögen dürste die Höhe von 350,000 bis 400,000 Kronen erreichen- Außerdem hat der Erblasser. tn jelncm Testamente eine lange Reihe von Wohlthätigkeits - Legaten ausgesetzt. Es erhalten: 4000 Kronen die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft; je 2000 Kronen: die israelitischen Ar- - men Wiens, der Orden der Barmherzigen'Brüder^ der'israelitische Freitischvercin für Knaben in Prag, das israelitische Vlmden-Jnstitut. das israelitische Taubstummen-Justitut, der Fonds für israelitische Waisenkinder in Wien; je 1000 Kronen: die christlichen Armen Wiens, die jüdischen Armen Prags, die israelitische Kinder-Bewahranstalt und diverse kleinere Wohlthätigstits-Jnstitute. Ferner hat Herr Weiner seine ge ammte Bidtiothek dem Volksbildunksvereine vermacht. Preßbnrg. Das hiesige israelitische AltersversorgüngShaus erhielt im Jahre 1901 Stiftungen im Betrage.von Kronen 28,300. -•••■' - -1 Pozony, 5. Mai. Die Repräsentanz der aut, orth. isr. Cultusgemeinde hat nach Einvernahme mit Sr. Ehrwürden, dem Herrn Oberrabbiner in ihrer Sitzung vom 4. Mat l. I. beschaffen, die Stelle eines Maggid zu besetzen. Zu diesem Zwecke wurde ein Actionscomite entsendet, welches über die Berufung der geeigneten Persönlichkeit, concrete Vorschläge zu erstatten haben wird. " ' Briesikatte« der Kedaetton. Langjähriger Abonnent in H r Liegt denn irgend welche Vermutung vor, daß die Frau , die Tochter eine» Cohen oder Levi ist? X-J BriMasten der GZNedittd«.;; Antwort auf die Frage der vorletzten Nummer betreffs guter und billiger Madchenpensionate in der französischen Schweiz: kensivunat de jeunes fills israelites de Madame Levy-Bauser, Lausanne. — Pensionnatde demoiaelles de Madame Veuve Haas, Lausanne. •. I. H. in Oberwikow: Kr. 6.— empfangen? n ZsÄB Keues vornehmes Pensioosbaus I. Range« unter Aufsicht Sr. Ebnrflrden < Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt, mit Genehmigung .Sr. Ehrw. Herrn Landrabbiner Dr. Rfllf, Braunaehwelg. Steng rituelles Etablissement. Am Walde an schOnst. staubfreier Lage, 4G Salons mit Balkons der Beoselt elegant eingerichtet. Bekannt ausaergewOhnlleh gnte Küche. Diner« nnd i la carte zu jeder Zeit, Tolle Pension mit extra guter Yen pflegung incL Wohnung von 6^0 Hk. an. Jeden Samstag Gottesdienrin eigener Ton Herrn Professor G - b, Hannover, erbauten Synagoge Im Parke des H&tels. : JWt.». Geöffnet vom 1. Mai bis 1. Oktober. Besitzer; Max 1

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