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Der Israelit · 1902-05-22 · Heft 41 (22.5.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 41 (22.5.1902)
Date
1902-05-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r. ^3. Jahrgang. r-.v M 4t Uv'-J- . |.!: I!! i f! ■! -!i j!! -!i l Kentrak-Hrgan für das orL-odöre JudenIHüM ' Begründet von , Vr. Dehrn«rrn in ' 7,. Donrrerstag, dett 2 2. Mai 5662 (1SVL). Gins Bauernschlacht. Von Rabbiner Dr. Bottdi. , . -..-'7^'' I. 7 V . . Mainz, 2L Mai. Nicht nur legitime Fürsten, auch Emporkömmlinge und Usurpatoren bewahren sich oft eine treue Anhängerschaft über ihren Sturz hinaus. Die Männer von Weltkenntniß, die Klugen und Gebildeten in der t Partei . des. . verslojsenen , Gewalthabers, .wagen nicht ' leicht eine neue Schlachtsobald einmal der Entscheidungstampf vorüber. Schmollend ziehen sie sich vor dem Glanz der neuen Sterne zurück, erkennen, wenn auch mit blutendem Herzen, den neuen Stand der Dinge an und sind glücklich, wenn sie ihrem Unmuth dadurch Luft' machen können, daß sie dem neuen Regiment den einen oder anderen Fehler Nachweisen. Ganz anders zeigt sich die Anhänglichkeit des Landvolkes. Mit den unmöglichsten Mitteln versuchen diese ihre niedergeworfenen Lieblinge wieder zur Höhe zu bringen. Die Putschversuche der treuen Bauern werden umso zahlreicher, stärker und toller, je weiter man sich von der Residenz entfernt. In solchen entlegenen Thälern kommt es in unseren Tagen noch vor, daß die mit den Werkzeugen der Landwirthschaft Bewaffneten allen Ernstes mit ihren Heugabeln und Dreschflegeln gegen modern bewaffnete Heere zu Felde ziehen, ohne das Wahnsinnige dieses Vorgehens auch nur zu ahnen. Merkwürdig ist eS bei Gelegenheit solcher Bauernerhebungen zu beobachten,, wie die Parteiführer in der Residenz in den meisten- Fällen diese aussichtslosen Putsche nicht ungern sehen, ja ihre bäuerlichen Anhänger gar ermuthigen, zwecklos die Hallt'zu Markte zu tragen. Man freut sich eben mit der geringsten Beunruhigung des Siegers und ist froh, ihn geärgert zu haben, selbst wenn.es unverhältnißmaßig große Opfer Auf dem Gebiete der talmudischen Geschichtswissenschaft herrschte bis vor Kurzem beinahe^ nimmschränkt das Triumvirat Frankeh Gräh, Weiß. Dem - Ruhme Frankels gab die große Zahl seiner einfluß- , reichen Schüler Dauer und. stete Wahrung,. Grätz.bewunderte der weite Leserkreis seiner fesselnd beschriebeneu Tendenzgeschichten wegen. Weiß verstand, es, sich 7 mit solchem Nimbus der Gelehrsamkeit zu umgeben, daß man selbst'feine kühnsten Behauptungen, Zusam- . mensiellungen und Entstellungen, ungeprüft dahinnahm. Die Führer der Gesetzestreuen in Deutschland erkanny. Judenthums und nicht sachliche voräusfetzüngslose Forschung den Schriften dieser modernen jüdischen Histori- 7 ker die Grundlage gab, unterschätzten aber die Gefahr und ließen sie so lange unbekämpft ihre Irrlehren ver- . breiten, bis gar Biele das Unwidersprochene als über! . jeden Widerspruch erhaben ansahen. Zwar hätte Rahv feiner S. R. Hirsch in zwölf glänzenden Artikeln , das Unwissenschaftliche, Tendenziöse und die Entstellungen im ersterschienenen Bande der Grätz'schen Geschichte Allen erkennbar nachgewiesen, ebenso wie er später Frankels Traditionsfeindlichkeit offen därlegt. Doch der laute Lärm drüben im Reformlager L^rhörte die Stimme des einzelnen Rufers und Mahners, und ungestört konnte sich die Herrschaft der Feinde des Talmud und der Tradition auf litterarischem Gebiet äusbreiten und befestigen. Selbst die Gesetzestreuen, traten meist nur schüchtern gegen diese systematische.jüdische Talmudhetze auf und begnügten sich, dann ' sind liranä die . gröbsten Fehler und Entstellungen,, aber auch kaum diese, energisch zurückzuweisen. Welchen schrankenlosen Uebermuth diese Verhältnisse bei unseren Gegnern v großziehen mußten, läßt sich leicht ermessen. Alles . Wissenschaftliche in jüdischen Dingen wollte die Reform in Erbpacht haben und man konnte sich nicht dann, genug thuen, von der'.erträumten wissenschaftlichen Höhe herab uns Orthodoxe'zu verspotten.' Wagte es ja Je-. mand, die Herren der Reform anzugreifen, so stützt«

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