Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 39-40 (15.5.1902)
- Date
- 1902-05-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449831--55909-3521539- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5.- 48» ZaZrgasg. $ i-n M8S &40. l- Kentratfür das otffjp&o#e MdeuthuM Begründet vou?: Br. Dehrnsnrr in Mstnr Donnerstag, den 15. Mal 5883 (1S03). Unsere nächste Nummer erscheint der PsingstseierLage wegen Donnerstag, den 32. Mat. - .> i .. .... ... /-.-ir.i V:? Dr. M?TH. Rlem y«j. Die eigenartige Persönlichkeit und die in ihrer Vielseitigkeit einzig-artige Wirksamkeit des .in der. Ueberschrift genannten Mannes verlangen, eine eingehendere Würdigung in den Blättern, die die Interessen des orthodoxen Judenthums vertreten, . als .sie eine kürze Korrespondenz geben kann, und wir glauben deßhaltzunserenPeserw ein ^WiSMN^ckuch'^nicht'erschöpfendes — Bild des. so früh Heimgegangenen und seiner mannigfaltigen und erfolgreichen Thätigkeit geben zu sollen. Möge die Zeichnung dieses edlen Vorbildes die Nacheiferung wecken, zu der viele, viele sich vereinen müssen, um einigermaßen das zu ersetzen, was mit seinem Hinscheiden verloren gegangen ist. — . Dr. Naphtali Theodor Klein war, , um alles in ein Wort zusammenzufassen, ein würdiger Sohn seines Vater, des Colmarer Oberrabbiners Solomon Wolf Klein s. A. Im Jahre 1845 zu Dürmenach, wo sein Vater damals Rabbiner war, geboren, wurde er von diesem sehr bald an die Quellen der Thorakenntniß geführt, und gelangte durch seine vorzügliche Befähigung und seinen eisernen Fleiß zu bedeutendem Wissen, das die Grundlage zu seinem späteren zielbewußten und erfolgreichen Eintreten für . die Erhaltung unserer heiligsten Güter wurde. Er wollte sich, begeistert durch das Beispiel seines großen Vaters, dem Rabbinerberufe widmen, verzichtete, aber darauf, weil sein Vater unter den traurigen Verhältnissen, die damals in Frankreich dem überzeugungstreuen Rabbiner die Ausübung des Amtes erschwerten oder unmöglich machten, keinen seiner Söhne Rabbiner werden, vielmehr sie in anveren Berufen den Beweis dafür liefern lassen wollte, wie strenge Frömmigkeit in allen Lebensverhältnissen möglich sei, u. wie insbesondere fetzt nicht minder wie in früheren Zeiten die Forderung der Ver^ einigung von nrnn’ tuAxi mit px*p*vifjre Berechtigung habe. Nach Absolvirung des Gymnasiums begab sich dann Theodor nach Paris, um sich dem Studium der Medizin zuzuwenden;^ auch hier, zeichnete er.sich durch / Fleiß und Begabung derart aus, daß er. der Liebling seiner Lehrer wurde und . seine.Prüfungen nach kurzer Zeit mit vorzüglichem Erfolge ablegte. Seine Dissertation:' „Ueber den Einfluß der Beleuchtung auf. die Sehschärfe"' ist,wie Herr Professor'Javal'.in/seiner' Grabrede ausführt.e,. ein.grundlegendes Werk . ge-> worden,, das. seitdem allen, auf. dem gleichen Gebiete arbeitenden. Gelehrten unentbehrlich geworden. ist und das auch fernerhin diese Hervorragende Bedeutung. behalten dürfte. Der junge Arzt'erwarb sich, durch die Liebenswürdigkeit seines Wesens' und durch' seine Tüchtigkeit bald eine so ausgedehnte. Praxis, daß er - schon seit Jahren zu. den beschästigsten. Pariser. Aerzten gehörte. Daß er dabei bis iy's Einzelne alle seine Pflichten , als Jude erfüllte,, bedarf kaum/ der Erwähnung. Er legte die in der Millionenstadt bisweilen stundenlangen Wege am . Sabbat und Jorytöf zu Fuß zurück und begab sich, von.den.'. Kranken, .kommend, in die Apotheke, um. dort mündlich die Herstellung der Heilmittel anzuordnen. Daneben versäumte er es nicht, sich mit Talmud und Thora zu beschäftigen und, da er vom frühen Morgen bis spät in. die Nacht hinein außerhalb seines Hauses war, > führte er. ttt seinem Wagen stets einige Seforim mit und füllte die Fahrzeiten zwischen den einzelnen Krankenbesuchen mit „Lernen" aus. Während der Fahrten'arbeitete erauch an seinen wissenschaftlichen Abhandlungen und klein5» ren Aufsätzen, die in großer Zahl in medizinischen Zeitschriften, im „Univers Jsräelite" und / in den „Ärchives Jsraelites", sowie als selbstständige Werke erschienen sind? Und trotzdem er sich die Augenblicke