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Jüdische Korrespondenz · 1918-11-21 · 34 (21.11.1918) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
34 (21.11.1918)
Date
1918-11-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz. Nr. 34 besonderen günstigen Beschäftigungsart angehören, zu tun wie bei der oben angeführten offiziellen Statistik des Zensusamtes. Die Juden, die im 7., 10., 11. und 13. Bezirk wohnen, sind nicht alle Kaufleute. Die meisten von ihnen sind Arbeiter, die täglich viele Stunden in Schneiderwerkstätten arbeitend Ihre Wohnungen sind die schlechtesten Typen der Behausung, und man kann sich eine Vorstellung machen von der Ueberfüllung derselben, wenn ich erwähne, daß im 7. Bezirk 360, im 10. Bezirk 643, im 11. Bezirk 407 und im 13. Bezirk 589 Personen auf einen Acre Land kommen. Es ist noch zu erwähnen, das; eine große Zahl der dort wohnenden Juden Einwanderer waren, das heißt Erwachsene zwischen 18 und 45 Jahren, in denen die Tuberkulose am meisten ausbricht, und es ist daher umso überraschender, daß die Mortalität hier so niedrig sich stellt. II. Im östlichen Europa, wo 7\’2 Millionen Juden von der Gesamtzahl von 12 Millionen in der ganzen Welt leben, in den drei Ländern Rußland, Oesterreich-Ungarn und Rumänien, wurde dasselbe konstatiert. Statistiken, die in den eben erwähnten Ländern gesammelt wurden, zeigen, daß, wenn man mit der christlichen Bevölkerung, unter der sie wohnen, vergleicht, die Mortalität an Tuberkulose unter den Juden bedeutend geringer ist. In Wien wurde gezählt, daß 1801 bis 1903 die Verhältniszahlen auf 100.000 gerechnet, folgende waren: Tuberkulose Lungenandere Formen Katholiken. . . 38'8 49 6 Protestanten . . 46 6 32'8 Juden .... 131 17-8 Daraus geht hervor, daß die Katholiken in Wien eine über dreimal, die Protestanten eine über zweimal größere Tuberkulosemortalität haben als die Juden. In der Provinz Galizien, in der die Armut unter den Juden eine bekannt große ist, haben diese eine weit höhere Tuberkulosemortalität auszuweisen als in Wien, trotzdem ist dieselbe noch immer nicht so hoch wie unter den Christen Lembergs. So betrug in Lemberg, einer Stadt mit 189.619 Einwohnern, von denen nach der Volkszählung vom Jahre 1900 44.288 Juden waren, die jährliche Anzahl der Todesfälle an Tuberkulose während der sechs Jahre 1897 bis 1902 743-3 Christen und 136 6 Juden; in Krakau gab es zu dieser Zeit unter einer Gesamtbevölkerung von 91.653 Bewohnern 28.670 Juden, und die durchschnittliche Zahl von Todesfällen an Tuberkulose betrug im Zeitraum von 1896 bis 1900 jährlich 436 unter Christen und 82-6 unter Juden (nach den Angaben von I. Thon in „Die Juden inOesterreich", Berlin 1907). Die Tuberkulosemortalität auf 10 000 Einwohner betrug daher in Lemberg bei Juden 3064, bei Christen 63 61; in Krakau bei Juden 20-49, bei Cristen 66-41. Mit anderen Worten beträgt die Tuberkulosemortalität im Verhältnis bei den Juden bloß die Hälfte der bei den Christen in Lemberg und bloß ein Drittel derer in Krakau. In Budapest, Ungarn, zeigt die Zählung von 1906, daß unter der Gesamtbevölkerung von 791.748 es 186.047 Juden oder 25-5 Prozent gab. Im Jahre 1905 nun gab es dort 3195 Todesfälle an Tuberkulose, von welcher 408, das ist 128 Prozent, Juden betrafen. Auf 10.000 Bewohner umgerechnet ergibt das 21-93 Juden und 46 01 Christen, also wieder die Hälfte unter den Juden mit den Christen verglichen. In Rumänien, wo die Mortalität an Tuberkulose unter der Gesamtbevölkerung sehr hoch ist, obwohl die Mehrzahl derselben in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt ist, sind die Juden auch weniger oft die Opfer dieser Krankheit. Proca zeigt, daß in Bukarest die Mortalität 88-7 auf 10.000 Rumänen, 25 6 auf die gleiche Zahl Juden beträgt. Da mir über die Lebensstatistik im Orient keine ausreichenden Daten zur Verfügung stehen, bin ich nicht in der Lage, definitiv etwas über die Morbidität und Mortalität an Tuberkulose in diesen Gegenden, in denen eine große Zahl von Juden lebt, auszusagen. Die Doktoren Tostivint und Remlinger haben jedoch über diesen Gegenstand in einer 1900 erschienenen Publikation (über die Häufigkeit der Tuberkulose bei den Israeliten in Tunis) sich ausgesprochen. Sie zeigen, daß in Tunis während der Zeitperiode 1894 bis 1900 die Tuberkulosemortalität unter den muselmanischen Arabern 11-3, unter den Europäern 513 und unter den Juden bloß 0-75 von 1000 betrug. Wer die unhygienischen Verhältnisse und die Armut in den jüdischen Quartieren von Tunis gesehen hat, wird über diese günstige Tatsache sehr überrascht sein. In westlichen Ländern find viele ähnliche Berichte zu erheben. Die neueste in London angestellte Untersuchung hat ergeben, daß bie Tuberkulosemortalität unter den dortigen Juden etwas über die Hälfte der bei der Gesamtbevölkerung beobachteten beträgt. Während der Jahre 1897 bis 1901 betrug die Zahl der Todesfälle an Tuberkulose- 5-2 Prozent, während 1901 bis 1906 5-6 Prozent der Gesamtzahl der Todesfälle bei Juden, während die entsprechende Zahl bei der Gesamtbevölkerung von London 9-2 Prozent ausmachl. Auf 10.000 Personen ist die entsprechende Zahl unter den Juden 13-3, unter der Gesamtbevölkerung 17 9. Es muß in diesem Zusammenhang erwähnt worden, daß die Masse der jüdischen Bevölkerung in London in dom wohlbekannten Whitechapeldistrikt wohnt und daß die Mehrzahl derselben in Hausarbeit, besonders in der Schneiderei und Schuhmacherei, beschäftigt ist. Klehnliche Zahlen werden aus Australien, speziell aus Neusüdwales berichtet, wo ebenfalls die Tuberkulosemorbidität und -Mortalität bei den Juden bedeutend geringer ist als bei den Christen. (Schluß folgt.) Neue Löcher. „Die jüdische Nervosität", ihre Art, Entstehung und Bekämpfung, von Dr. rned. Rafael Becher. Verlag Speidel & Wurzel, Zürich, 1918. — Auf Grund eines reichhaltigen statistischen Materials behandelt der Verfasser sein Thema und gelangt zu der Schlußfolgerung, daß es u. a. die anormale rechtliche Lage der Juden unter anderen Völkern ist, die die lleberhandnahme der Nervosität unter ihnen verursacht. Nicht minder trage hiezu die aus dieser Lage resultierende Bevorzugung der für das Nervensystem schädlichen Berufe und das durch Bevorzugung dieser Berufe bedingte anormale geschlechtliche Leben derJuden bei. „£ydo-ws]ri.e problemy gospodarcze w Galicyi.“ (Jüdische Wirtschaftsprobleme in Galizien) von Dr. Josef Tennenbaum, Wien, 1918. Verlag „Moriah". — Eine sehr aktuelle Arbeit, die reiches statistisches Material enthält und jedem Wirtschaftspolitiker ein guter Behelf sein wird. Die Schrift enthält folgende Abschnitte: Die jüdische Bevölkerung in Oesterreich. Die jüdische Bevölkerungsbewegung in Galizien. Die berufliche und soziale Verfassung der Juden in Galizien. Die Juden in der Industrie. Die Juden im Handel. Das jüdische Kreditwesen in Galizien. Die Juden in der Landwirtschaft. Freie Berufe und Beamtenschaft. Die jüdische Wirtschaftspolitik. „Friedensvertrag mit Rumänien." Die offiziellen Aktenstücke nebst einer Denkschrift von Dr. EWen Graf Ledebour-Wicheln. Wien, 1918. Manzsche Hosbuchhandlung. — Das Buch enthält den authentischen Text aller politischen und wirtschaftlichen Verträge zwischen Rumänien und den Mittelmächten sowie eine, ausführliche Denkschrift, welche die einschlägigen Probleme eingehend erörtert und verschiedene Vorschläge und Anregungen unterbreitet. „Der Weltfriede »nd seine Hindernisse" von Gustaf F. Steffen. Jena, 1918. Verlag von Eugen Diederichs. Preis broschiert Mk. 6-— und 20 Proz. Kriegszuschlag. — Steffens These ist, daß jeder Krieg aus den Unvollkommenheiten des Friedenszustandes erwächst und ein ewiger Friede eine wesentliche Hebung des ethischen Entwicklungsniveaus der Einzelmenschen, der Nationen und Staatsmächte voraussetzt Eine ethische HÄung, die den lebenswichtigen Entwicklungskampf der Nationen untereinander nicht nur ohne Krieg als Mittel, sondern in gemeinschaftlicher Arbeit fortsetzt. Der heutige Pazifismus idealisiert aber den Friedenszustand der vergangenen Jahrzehnte so falsch, daß er deffen wirkliches minderwertiges ethisches Niveau und sein enges Zusammenhängen mit der inneren und äußeren Politik der physischen Gewalt nicht sehen will. Er kommt zu dem Resultat: Ein Weltfriede ohne ein England ebenbürtige, Frankreich und Italien überlegene deutsche Großniacht kann aus inneren Gründen niemals ein dauerhafter Friede werden, denn die „kleinen Nationen" bedürfen eines mitteleuropäischen. Großmachtbundes unter germanischer Führung. Eine neue großmachtspolitische Großorganisalion bereitet sich vor — auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Schon dieses Jahrhundert hat vor dem Weltkrieg gezeigt, daß mit ihm ein neuer, durch gewaltige organisatorische Neubildungen charakterisierter Abschnitt der sozialen Geschichte der Menschheit beginnt. » HELDOLANA* t mm** Sesichts- W tnreinig- ® ut jenen H Eine neue erprobte Methode, den Gesichtsteint rfein zu erhalten, alle Hautunreinigkeiten zu beseitigen und der Haut t reizenden, verführerischen Hauch zu verleihen. Man benetze Gesicht, Hände, Hals und Körper mit Wasser, bestreiche dann mit einer Schichte „HELDOLANA“ und wasche die Haut nach einer Weile ab. Bald wird man von dem frischen, blühenden Aussehen überrascht sein. Selbst Runzeln und Falten verschwinden nach dieser Prozedur und von Sommersprossen, Wimmerln und sonstigen Hautunreinigkeiten bleibt keine Spur. Erhältlich in Parfümerien, Drogerien und Apotheken. 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