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Jüdische Korrespondenz · 1918-11-07 · 32 (7.11.1918) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
32 (7.11.1918)
Date
1918-11-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz, Nr. 32 dämmt hat, wie Barak gegen Meros den Bannspruch ausgesagt hat, wie das Sinedrion zu Esras Zeiten gegen die Samariten ausgetreten ist, mit allen Ergänzungen, welche seit Moses bis jetzt hinzugekommen sind, mit allen heiligen Zitaten, welche in solchen Bannsprüchen erwähnt werden. Verflucht sei im heiligen und Ehrfurcht gebietenden Namen Gottes, welcher vom Oberpriester nur am Bersöhnungstage genannt werden durste, jedermann, der einen von den folgenden Punkten Übertritt: 1. Es wird durch einen strengen Synagogenbann verboten, von der Stadt Suwalki, sowie vom Kreis Suwalki, wie es auch sei, mit der Eisenbahn, mit Wagen, mit Autos, weder selbst noch durch einen Genossen oder Boten oder einen Bremser, durch einen Juden oder Christen folgende Lebensmittel zu exportieren: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Buchweizen, Mehl, Graupen, Kleie, auch Brot und Kuchen, Erbsen, Bohnen, Zirsen, Möhren, Rüben, Kohl, Zwiebel, Kartoffeln, Obst und den hiesigen Kassee-Ersatz, Dieses soll in keinem Falle exportiert werden. Ebenso Eier, Butter und Honig, Auch gilt das Verbot für Zucker und Zuckermehl, 2. Der Spruch gilt auch für die Herstellung von Branntwein aus Mehl oder von Seife aus Fett und Butter, 3. Der Spruch gilt auch für die Käufer und Verkäufer und allerlei Vermittler. 4. Der Fluch bezieht sich auf die hiesigen Einwohner und die nicht hiesigen, auf alle, welchen der Fluch bekannt ist, 5. Waren, welche durch die Eisenbahnstationen im Kreise Suwalki zur Verladung kommen, dürfen nicht weiter aus dem Kreis Suwalki exportiert werden. 6. Der Fluch wird auch gegen diejenigen ausgesprochen, die in diesen Waren spekulieren, um die Preise in die Höhe zu schrauben. 7. Das Verbot gilt von diesem Tage an bis zum 27. August 1919, Die Rabbiner sind berechtigt, es völlig oder teilweise außer Kraft zu setzen. Es werden die Frommen, die dieses Verbot nicht übertreten, gesegnet. Bemerkung: Än die Deutschen Militärpersonen ist es gestattet, bis fünf Pfund insgesamt zu verkaufen." Ein großes Schofarblasen, wie es bei uns am Neujahrstag stattfindet, hat nochmals der andächtigen Gemeinde den Ernst der Lage und die Bedeutung ihres Schwurs vor Augen geführt, so manches Stöhnen und Weinen der Ergriffenheit wurde aus der Gemeinde laut. Mit dem Segen des Oberkantors über alle, die treu dem Gesetze folgten, und über Israel schloß die würdige Feier. Jedem, der an dieser Feier teilgenommen hat, wird ihre Bedeutung und die Ehrlichkeit zu Gemüte gestiegen sein, mit' der die Führer der Ostjuden ihre Brüder vor Not und Elend bewahren wollen. Zugleich aber haben sie auch der Staatsgewalt, die augenblicklich für das Wohl der Juden hierorts sich bemüht, einen großen Dienst geleistet, denn sie haben dafür gesorgt, daß auch' die Vorschriften des Staates streng befolgt werden. Zu wünschen wäre von ganzem Herzen, daß unfere östlichen Glaubensbrüder endlich zur Ruhe kommen und ihnen nach so langem Warten und nach den schweren Sorgen der Vergangenheit eine gesicherte Stätte zuteil wird, wo sie'der althergebrachten Sitte der Väter folgen und ihr an Freuden so reiches Familienleben sorgenfrei weiterführen können. Neue Mcher. Geib« B»r»wiy. Roman von Karl Hans Strobl. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Geheftet Mk. 450, gebunden Mk. 6—, — Karl Hans Strobl, der die seltsame, gleichsam schon der Vergangenheit angrhörende Welt des Ostens auf seinen Kriegsfahrten gründlich kennenaelernt hat, erbietet sich, uns in das merkwürdige Land Galizien und in das unserer Wesensart so entlegen« Leben seiner Bewohner zu führen, indem er uns seinen galizischen Roman „Seide Borowitz" schenkte, di» irdische Geschichte eines Häßlichen, der seit seiner Geburt »in Spielball dämenischer Gewalten zu sein scheint. Bon seinem Vater als Sterbender auf geheimnisvolle Weis« dem Tode abgerungen, bleibt er sein ganzes Leben lang unter dem Bann eines Schicksals: der um sein Opfer betrogene Tod begabt ihn mit seherischer Kraft, läßt ihn Dinge, Begebnisse und Menschen durchdringen, aber nur auf Kosten des eigenen Lebensalücks, dar ihn, den abschreckend Häßllchenfiieht. Dieser Gegensatz zwischen der äußeren Häßlichkeit und dem inneren Ringen nach Licht, Schön, heit und Glück macht die tragische Wucht des Buches aus. Die Literatur der Gegenwart, die in Karl Hans Strobl nicht nur den Meister des historischen Romans, sondern auch einen phantastischen Dichter von ungewöhnlicher Begabung schätzt, erhält in diesem Buche eine der reichsten Gaben seiner vielseitigen Kunst, ein Buch des Abenteuerlichen, Spannenden, Grausigen, eines von denen, die man sowohl um des Stoffes als der Darstellungsart willen zu den merkwürdigsten zählt, mag man auch vom jüdischen Gesichtspunkte manches auszusetzen haben. „Jüdische Flüchtlinge." Szenen und Gestalten. Von Otto Abcles. Wien, 1918. R. Löwit Verlag. — Der Weltkrieg geht bald zu Ende, aber das trauerige Flüchtlingskapitel desselben wird noch lange die Gemüter beschäftigen. Es war eine neue Erscheinung, dieses Flüchtlingsschicksal, von dem in Oesterreich ganz speziell breite jüdische Volksmaffen betroffen wurden. In der vorliegenden Schrift schildert der Autor einige besonders ergreifende Szenen und Gestalten aus diesem Flüchtlingsleben, auf Grund eigener Wahrnehmungen. Es sind rührende Schilderungen, die den Leser tief ergreifen. „Der Weg in das Land." Palästinensische Aufzeichnungen. Von Eugen Hoeflich. 1918. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. — Ein interessanter Beitrag zur Palästinakunde, in der Form kleiner Skizzen,' die gleichzeitig zutreffende Bilder vom jüdischen Leben im heiligen Lande, das heute stärker denn je die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, bieten. „Das Bild als Rarr." Die Karikatur in der Bölkerverhetzung. Was sie aussagt und was sie verrät. Von Ferd. Avcnarius. Mit 338 Abbildungen. München, Verlag von Georg D. W. Callwey, 1918. Preis Mk. 6. — Die Hetzpropaganda, die im Weltkrieg betrieben wurde, hat sich neben dem gedruckten Worte auch des Bildes bedient, um für die eigene Sache und gegen die Rivalen Stimmung zu machen. Zu ganz besonderer Fertigkeit hat es hiebei die Ententepropaganda gebracht. In dem vorliegenden Buche liefert Avenarius ein Charakterbild dieser Verhetzungstaktik, deren sich künftige Geschlechter schämen dürften. „Ethnographischer Bilderatlas von Polen" (Kongreß-Polen). Mit 112 Originalaufnahmen und 2 Karten. Von Dr. Arved Schultz. Gea-Berlag G. m. b. H., Berlin, 1918. — Ein überaus interessantes Buch, da? in 112 Abbildungen die Körperbeschaffenheit der Bevölkerung Kongreß-Polens, die einzelnen Volksgruppen innerhalb des Landes, die Volkstrachten, die materielle und geistige Kultur rc. rc. schildert und illustriert. Das Buch enthält auch einige charakteristische Judentypen. „Die Jaden i» Litaaen." Geschichte, Bevölkerung und Wirtschaft, politische Forderungen. Von Leo Rosenberg. Verlag der „Neuen Jüdischen Monatshefte", Berlin-München. Preis Mk. 160. — Die Frage über die zukünftige Gestaltung Litauens ist äußerst aktuell. Die Presse beschäftigt sich eingehend mit dieser Angelegenheit, besonders seil dem 23. März 1918, wo eineMom „litauischen Landesrat" nach der deutschen Reichshauptstadt entsandte Abordnung dem deutschen Reichskanzler im Namen des litauischen Volkes das Ersuchen vortruq, die Selbständigkeit Litauens anzuerkennen. Der Reichskanzlei hat dieses Gesuch gerne bestätigt, und seitdem ist Litauen »in unabhängiger Staat. In Litauen wohnt aber bekanntlich «ne große jüdische Bevölkerung, «an schätzt sie aus eine Million Seelen. Kulturell ist sie die hochstehendste der Gesamtbevölkerung und überragt da» übrig» Bürgertum um «n vielfaches. Es ist deshalb begreiflich, daß sie in diesem unabhängigen Staate auch ihre Rechte beansprucht. D« Verfasser dieser Schrift bringt in seiner instruktiven Arbeit, nachdem er die Stellung der Jude» und ihr Bildungswesen beleuchtet hat, die Forderungen der Juden zu Papier. Er verlangt energisch die Bildung eines föderativen Nationalitätenstaates, da nur durch diesen es möglich sein wird, daß alle Einwohner (Litauer, Juden, Polen, Weißrussen) in Frieden zusammen leben können und der Staat bestehen kann. Er verlangt für die Juden die Anerkennung des Jüdischen als Schul-, Gerichts- und Verwaltungssprache in den Städten, wo die Juden überall in der Mehrheit sind. |®®®® „HELDOLANA“ ®®®®| K Eine neue erprobte Methode, den Gesichts- « ® teint rein zu erhalten, alle Hautunreinig- ® § keiten zu beseitigen und der Haut jenen L K reizenden, verführerischen Hauch zu ver- K B leihen. Man benetze Gesicht, Hände, Hals @ 2 und Körper mit Wasser, bestreiche dann mit 8 g> einer Schichte „HELDOLANA“ und wasche 5 di<3 Haut nach einer Weile ab. Bald wird 3= H man von dem frischen, blühenden Aus- * 6 sehen überrascht sein. Selbst Runzeln K 8 und Falten verschwinden nach dieser Pro- © E zedur und von Sommersprossen, Wimg B merln und sonstigen Hautunreinigkeiten K H bleibt keine Spur. Erhältlich in Parfümerien, © g Drogerien und Apotheken. 8 wwwwwww<9wWWwVWwWwwVwWVWW Jos. Scisiiprs Mtaii Wien, I., Seitenstettengasse 5 empfiehlt ihr reichhaltiges Sortiment in: Talmud-, Decisoren- und rabbinischer Literatur, Bibeln. Kommentarwerke, neuhebräiscke n. jüdische Belletristik, hebräische Lehrbüchern. Grammatiken. Reiches Lager an Judaicis„ U. a.: Kleine Bibel, Taschenausgabe, Leinenband.K 16 — Milon schel Kiß, hebräisch - deutsches Wörterbuch von Grasowsky . . . . , 20'— Marge 1,Deutscli-hebräisches Wörterbuch „ 20 — Kottek, Geschichte der Juden Dr. S. Funk, Die Juden in Babylonien Dr. D. Hoftmann, Leviticus Dr. R. Breuer, Die fünf Megiüotb (auch einzeln). Sämtliche Werke von S. R. Hirsch, Jul. Hirsch und Mendl Hirsch. — ■■ —= Residenz - Atelier Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hemalser Gürtel 20,

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