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Jüdische Korrespondenz · 1918-09-19 · 28 (19.9.1918) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
28 (19.9.1918)
Date
1918-09-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz. Nr. 28 der Stadt brachten und kein Muter sich finden wollte. Den ganzen Tag entbehrten sie der Nahrung und weinten ob ihrer Not. Da rief der Mann seinen ältesten Sohn, Eliia. zu sich und sprach zu ihm: „Nichts laug! uns die Kraft deiner Hand. Geh, mache dich auf und ziehe in die Ferne zu Achijahu. nieinenl Bruder. Vielleicht wirst du ihm gefallen, denn du bist stark und schön." Da küßte der Knabe Vaier und Mutter und begab sich auf die Reise. Als er nun bei Achijahu angelangi war und ihm gesagt hatte, wer er sei, da freute sich jener gar sehr' Und sei» Weib und seine Tochter hießen den Gast willkommen. Der Mann aber war sehr reich au Geld- und Silberschätzen und sein frommes Töchterlem ivar schön wie der Mond und rein wie der klare Himmel, 'Nur der Geist der Schwerrnut drückte immer ihr Herz. Und da der Knabe im Hause Achijahus mehrere Tage weilte, gewann er das Herz des Mädchens, und sie lieble ihn heiß. Auch des Knaben Sinn war dem Mädchen zugetan. Darum trat er vollste hin und wollte ihr Worte der Liebe sagen, feie aber blickte ihn traurig an und sprachst „Ich liebe dich, mein Teurer, ich liebe dich Elisa, aber ich kann niemals dein Weib werden." Und bei diesen Worten begann sie zu weinen. Elisa ging zu seinem Onkel und bat ihn, er möge ihm seine Tochter zur Braut geben. Der aber wandte sein Antlitz ab und sagte: „Ich liebe dich, mein Sohn, ich liebe dich Elisa, aber meine Tochter kann ich dir niemals zur Frau geben." Da weinte Elisa und fragte: „Wenn ich dir und deiner Tochter gefalle, warum weigerst du mir ihre Hand?" Da erzählte ihm der Vater des Mädchens folgendes: „Dreimal war meine Tochter schon verlobt, und bevor noch der Bräutigam ihr Zimmer betrat, starb er. Ich aber will nicht, daß auch du dein Leben verwirkst. Denn du bist meines Bruders Kind und mir darum sehr teuer." Da enlgeguete der Knabe: „Geschehe mit mir, was da wolle. Ich möchte deine Tochter haben, denn besser der Tod als das Leben ohne sie." Der Mann 1 aber sprach: „Nimm die Hälfte meines Vermögens, aber sie kann ich dir nicht geben." „Nicht Geld, nicht Gut begehre ich, sondern die Hand deiner Tochter", versetzte Elisa und drängte so lange seinen Oheim, bis dieser ihm sagte, er möge mit seiner Tochter noch einmal reden. Und Elisa tat also. Aber das Mädchen erwiderte ihm: „Dir gehöre ich mit allem, was ich habe. Aber was soll ich tun, da jeder, der mir naht, des Todes ist? Und warum sollst du um meinetwillen sterben?" Da tröstete Elisa sie und redete zu ihr. Dann machte ste folgenden Vorschlag: „Drei Tage sollst du mich meiden. Drei Tage will ich fasten und zu Gott flehen, vielleicht wird es mir helfen." Elisa küßte sie und ging fort. Er zog hinaus auf das Feld, wo ihm ein alter Mann begegnete, der dem Aussehen nach ein Bote Gottes war. Elisa grüßte ehrfurchtsvoll und sprach: „Friede mit dir, mein Herr und Lehrer!" „Auch dir sei Friede und deines Oheims Tochter!" entgegnete der Alte, legte seine Hände auf des Knaben Haupt und sprach: „Der gütige sandte mich, dir die Tochter deines Oheims zu geben, denn ich weiß, daß du ein gotlesfürchtiger Knabe bist. Fürchte dich nicht, mein Sohn, sondern gehe hin und freie deines Oheims Kind, nimm sie dir zum Weibe, denn sie ist dein. Vierzig Tage vor deiner Geburt sandte Gott seinen Engel zu mir und dieser sprach: Achijahus Tochter ist für Elisa bestimmt. Also sollst du tun, wenn du beim Hochzeitsmahl sitzest: Da wird ein armer Mann bittend in der Tür erscheinen, und du sollst dich erheben, ihm entgegeugehen und ihm an der Spitze der Tatet einen Ehrenplatz anweisen. Ehre ihn und reiche ihm Speise und Trank. Die drei Freier, die vor dir kamen, waren Söhne reicher Väter, die ob ihres Geldes stolz waren und den Armen sogar an dem Tage ihrer Freude verachteten. Darum entbrannte Gottes Zorn gegen sie und ließ sie .nicht dem edlen und reinem 'Weibe nahen. Wenn aber nach all dem ein Mann kommt, der dich zum Bösen verführen will, fürchte dich nicht und fliehe nicht, denn dein Weib, über deren Lippen nie ein sündiges Wort kam, wird zu ihm sprechen und ihn vertreiben. Und nun, mein Sohn, vergiß keines der Worte, das ich dir ans Herz legte, und der Friede wird bei dir Einkehr halten." Da wußte Elisa, daß der andere der Prophet Elijahu sei, und fiel auf sein Antlitz nieder und betete ihn an. Aber der Bote Gottes entschwand seinem Blicke. II. Die drei Tage waren verstrichen. Elisa saß bei der Tochter Achifahus, redete ihr zu, und sie ward seine Braut. Aber mit keinem Worte erwähnte er das, was ihm der Prophet Elijahu anvortraur hatte. Es war am Abende der Hochzeit. Alle Gäste saßen um den Tisch herum. Ta erhob der Bräutigam seine Augen und sah einen Bettler in der Türe stehen. Der Mann hatte nur Knochen und Haut, so hatte die Not ihn gedrückt. Seine Kleider waren zerrisse» und schmutzig. Rasch erhob sich Elisa, eilte ihm entgegen, setzte ihn aus seinen Platz, gab ihm Speise und Trant, und tat in allem, als ob er des Bettlers Diener wäre. Die Gäste staunten darob und wunderten sich, aber der Bräutigam merkte es nicht, denn seine Augen waren aus den Bettler gerichtet. Die Gäste endeten ihre Mahlzeit, grüßten die Brautleute und begaben sich nach Hause. Der Bettler trat zu dem Bräutigam und sprach: „Mein Sohn! Ich bin der Todesengel und kam, um deine Seele zu nehmen. Wohlan denn, folge mir!" Ta sagte Elisa: „Gönne mir nachdem Jahr, und ich will dir folgen." Und da der Todesengel sich dessen weigerte, erbat sich Elisa die Gnade, noch einmal sein Weib segnen zu dürfen. Dann werde er tu», was jener ihm geheißen. Da ging der Bräutigam in das Gemach des Mädchens, das im weißen Gewände auf den Knien lag und zu Gott flehte. Und als sie seiner ansichtig wurde, fiel sie ihm um den Hals und umarmte ihn. Da sprach Elisa zu ihr: „Der Engel kam. um meine Seele zu nehmen. Lasse mich fort, auf daß ich ihm folge." Da sagte sie: „Sei ruhig, ich werde hingehen und ihn verjagen." Und sie ging, und als ne den Bettler sah, rief sie: „Du lügst! Gott hat dich nicht gesandt. Denn er sagte: Es soll der Mann ein Weib nehmen. Ein Reiner soll er seinem Hause sein und das Weib, das er gewählt, erfreuen. Das^ist die Wahrheit des Lebens. Du aber bist der Tod und lügst. Fort mit dir. denn Gott verjagt dich von dieser Stelle." Und der Tod verschwand. Nun kehrte sie in ihr Gemach zurück und umarmte ihren Geliebten. Und Gott segnete sie und legte die Freude in ihr Herz. Die Ellern des Mädchens wußten von all dem nichts und verbrachten die Nacht in schrecklicher Angst. Nachdem sie vom Mahle sich entfern! hatten, waren sie sehr betrübt. Um Mitternacht erhoben sie sich, um den Sarg und das Grab für den Bräutigam vorzubereiten, und erst am Morgen waren sie mit ihrer Arbeit fertig. Und als die Sonne aufgegangen war, begaben sie sich nach dem Hause ihrer Tochter. Leise öffneten sie die Türe und siehe, da herrschten Jubel und Freude. Die Eltern wollten ihren Ohren nicht trauen, bis die Neuvermählten ihnen freudestrahlend entgegenkamen Und alle priesen Gott, laten Gelübde und veranstalteten ein Mahl sieben Tage hindurch. Dann ließ Achijahu seinen Bruder, den Vater des Bräutigams, sowie dessen Weib und Söhne holen, schenkte ihnen Felder und Weinberge, so daß sie ihr Lebtag nicht mehr zu sorgen hatten. Und Gott segnete Elisa und sein Weib. Lange lebten sie noch zusammen und erfreuten sich des 'Glückes ihrer Liebe. Nach Wolf Jawetz von Ben Jacob. Neue Mchrr. „Das österreichische Nationalitätenrecht." Von Prof. Dr. E. Bernatzik. Wien. 1817. Manz- Verlag. — Die Nationalitätenfrage bildet gegenwärtig eines der aktuellsten österreichischen Problems und sowohl die Regierung, als auch weite politische Kreise sind bemüht, dieses Problem im Wege einer Verfaffungsreform einer Lösung zuzuführen. Das vorliegende Buch, das ein Sonderabdruck aus des Verfassers österreichischen Verfassungsgesetzen ist, bietet daher großes Interesse, indem es das gesamte Material enthält, das die Grundlage einer solchen Lösung bildet. — Ein ziemlich umfangreicher Anhang erhöht den sachlichen und praktischen Wert des Buches. „Wie die jüdische Politik gemacht wird", ein Mahnruf von S. Ginsburg — herausgegeben vom Komitee für Aufrechterhaltung jüdischer Neutralität, Zürich, Preis 30 Cts. — wendet sich ener- ■ gisch gegen das unneutrale Verfahren gewisser zionistischer Parteiführer, zumal in der Schweiz, die die jüdische Politik durchaus an den Wagen der Entente, speziell Englands, spannen wollen, und macht dabei besonders Herrn Dr. Pinkuß dafür verantwortlich. „Palästina der Judeustaat". Von Ch. I. Eiß. Aus dem gleichen Verlag, Preis lk> Cts. — Vertritt den Standpunkt der Orthodoxie in der Palästinafrage. I!.. Große Schiffgasse 8. Gebetstunden in der Zeit vom 14. bis 21. Tischri 5679 (20. bis 27. September^). Freitag, den 14. Tischri: Sabbateingang 5'45. Samstag, den 15. Tischri: 1. Tag Sukkoth, Morgengebet 6'30 und 9, Mincha 12-15 und 4, Maariw 6'30. Sonntag, den 10. Tischri: 2. Tag Sukkoth, Morgengebet 6 30 und 9, Mincha 12-15 und 4, Maariw 6 30. Chol-Hamoed Sukkoth : Morgengebet 6, Mincha 5'45. Anmeldungen von Eheaufgeboten, Trauungen und Barmizwah werden während der Kanzleistunden, 9—12 und 3—6 Uhr, entgegengenommen. »» HELDOLANA“ MsBD« 8 Eine neue erprobte Methode, den Gesichtsjä teint rein zu erhalten, alle Hautunreinig- O keiten zu beseitigen und der Haut jenen d reizenden, verführerischen Hauch zu ver- L leihen. Man benetze Gesicht, Hände, Hals $ und Körper mit Wasser, bestreiche dann mit 2 einer Schichte „HELDOLAJVA“ und wasche? die Haut nach einer Weile ab. Bald wird H man von dem frischen, blühenden Aus- § sehen überrascht sein. Selbst Runzeln und Falten verschwinden nach dieser Prozedur und von Sommersprossen, Wimmerln und sonstigen Hautunreinigkeiten bleibt keine Spur. Erhältlich in Parfümerien, Drogerien und Apotheken. Hauptdepot: Kampei, Wien, IX., Nußdorferstraße 4. Telephon 14.466. Jos. Scliors Biltaii Wien, I., Seitenstettengasse 5 empfiehlt ihr reichhaltiges Sortiment in: Talmud-, Deeisorennnd rabbinischer Literatur, Bibelu. Kommentarwerke, neuliebräisehe u. jüdische Belletristik, hebräiseke Lehrbücher u. Grammatiken. Reiches Lager an Judaicis. TJ. a.: Kleine Bibel, Taschenausgabe, Leinenband ..K 16-— Milon schel Kiß, hebräisch - deutsches Wörterbuch von Grasowsky ..... 26 — Margel, Deutsch-hebräisches Wörterbuch » 20-— Kottek, Geschichte der Juden Dr. S. Funk, Die Juden in Babylonien Dr. D. Holtmann, Leviticus Dr, R. Breuer, Die fünf MegiUotb (auch einzeln). Sämtliche Werke von S. R. Hirsch, Jul. Hirsch und Mendl Hirsch.- Residenz-Atelier für moderne Photographie U RIEH m FlEisdimarkt 1. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei. Genossensebafts-Buchdruckerei. Wien, VIII., Hemalser Gürtel 20.

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