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Jüdische Korrespondenz · 1918-08-08 · 25 (8.8.1918) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
25 (8.8.1918)
Date
1918-08-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz. Nr. 25 (Fünfklassige Knabe» - Volksschule mit Oeffcntlichkeitsrecht | Talmud- Thorah Wien. II., Malzgasse ><».) Die Schülereinschreibmigen für das Schuljahr 1918/19 finden am 28., 29. und 30. September, von 8 bis 12 Uhr vormittags, in der Schulkanzlei im I. Stock statt. Die Kinder haben in Begleitung der Eltern oder deren Stellvertreter zu erscheinen. Erforderliche Dokumente: Geburts- und Impfschein sowie Heimatsnachweis und die Schulnachricht; beim Uebertritt aus einer anderen Schule auch die Uebersiedlungsklausel. Für Kinder, die noch nicht sechs Jahre alt sind, ist die Altersdispens rechtzeitig einzuholen. (Bezirksschulrat.) Eröffnungsfeier am 1. September, um 9 Uhr früh, im Bethause. Beginn des Unterrichtes am 2. September, um 8 Uhr früh. Der Vorstand. Jüdische Kolonisten am Oniepr. Der Kriegsberichterstatter Dr. Fritz Wertheimer schreibt in der „Fr. Ztg.": Vom Dnieprstädtchen Biereslawl geht es querseldeinwärts auf einer Straße, die sich der Verkehr selbst geschaffen hat und die anscheinend die allgemeine Landstraße etwas abkürzt, über hügeliges Land. Die Saat grünt, selten blüht einmal ein Baum, weite Flächen liegen öde und unbebaut in dem wenig abwechslungsreichen Lande. Zur Rechten zieht sich tief unten das helle Band des Flusses, das vom saftigen Grün der Weiden und der Bäume umrahmt wird. „Steppe" nennen die Bewohner, auch die deutschen Kolonisten, noch immer dieses Land nach der Ueberlieserung ihrer Vorfahren, obgleich sie es in vielen Jahrzehnten fleißiger Arbeit schon größtenteils urbar gemacht haben. Es hat ja auch in einer endlosen Weite noch etwas den Charakter der innerrussischen Steppenländer beibehalten. Rach halbstündiger Fahrt nähern wir uns einem Dorfe. Vielleicht 30 Meter breit zieht sich die Hauptstraße mitten durch, an der die Häuser liegen. Das ist Nowo-Biereslawl, eine jüdische Kolonie. Es gibt ihrer in Südrußland nach der Statistik des Pfarrers Keller ungefähr 35 und sie besaßen nach der Landesaufnahme vom Jahre 1859 rund 120.000 Desjätinen oder Hektar Land zusammen. Die allerersten sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die späteren in den Vierzigerjahren begründet morden. Zu den neueren gehört auch dieses Dorf hier mit seinen 3600 Desjätinen Land. Wir steigen aus und sprechen mit den alten jüdischen Bauern, bald sammelt sich eine ganze Schar Neugieriger um uns, und aus der Menge schwirren die Antworten auf unsere Fragen bunt durcheinander. Alle klagen darüber, sie besäßen zu wenig Land. Der Hof vererbt sich nach ihren Erbgewohnheiten nicht geschlossen auf einen Sohn oder auf die Söhne zusammen, wie bei den deutschen Kolonisten, hier werden auch die Töchter gleichermaßen bedacht, und bei dem großen Kinderreichtum der Leute zerfällt ein schöner Besitz schon im ersten Erbgang hoffnungslos. Die Großväter, die von der Regierung aus Kurland hier herunter gezogen wurden, das waren noch keine Landwirte. Sie lernten den Beruf erst, zahlten beträchtliches Lehrgeld und kamen nicht recht voran. Die Söhne aber, die sich wenigstens etwas eingearbeitet hatten, fanden nach dem Erbgang einen unwirtschaftlichen kleinen Besitz als Eigentum vor. Es war zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben. Bei den Enkeln hat sich das Uebel noch verschärft. Die meisten Einwohner mußten wieder zum Handwerk greisen oder zum Kleinhandel, so daß der ursprüngliche^Gedanke der Bauernansiedlung sich etwas gewandelt hat und man mehr von einer Kolonie von Handwerkern und Händlern sprechen kann, denen ein kleiner, bescheidener, zum Selbstänbau des eigenen Lebensunterhaltes oft kaum ausreichender Landbesitz wenigstens etwas Anhänglichkeit an die Scholle schuf. Wenige nur sind vorangekommeu und haben sich Land zukaufen können. Selten war es so, wie bei den deutschen Bauern, daß der Vater jedem der «Löhne schon zu seinen Lebzeiten einen Hof kaufte und für die Zukunft forgte. (Schluß folgt.) Neue Löcher. „Rumänien und seine Juden." Zeitgemäße Studien von Binjamin L-egel. Berlin, 1918. Nibelungenverlag. — Die Judenfrage in Rumänien beschäftigt zurzeit lebhaft die gesamte jüdische öffentliche Meinung. Aber auch die nichtjüdische Welt interessierte sich letztens eingehend für das Los der Juden in diesem Lande. Gelegentlich des Friedensschlusses zwischen dem Vielbunde und Rumänien ersangte diese Frage sogar die Bedeutung eines internationalen Problems In der vorliegenden Schrift, deren erster Teil zunächst erschien, behandelt der Autor dieses Judenproblem auf Grund der authentischen Materialien mit großer Sachkenntnis und Gründlichkeit. Es ist ein trauriges Kapitel Geschichte, das der Verfasser da vor uns entrollt, und man gewinnt den Eindruck, daß es wahrlich höchste Zeit war, diesem Elend ein Ende zu bereiten. „Die Friedeusverhaudlungen i« Brest- Litowsk und der Friede mit Rußland." Authentische Berichte. Leipzig, 1918. Verlag Felix Meiner. Preis Mk. 3-40 mit 20 Proz. Teuerungszuschlag. — Das vorliegende Buch bildet die 44. Lieferung des „Deutschen Geschichrskalenders", der sich eines guten Rufes erfreut. Es enthält die Verhandlungsprotokoüe und die Friedensverträge von Brest-Lilowsk, die Reden der Mittelmächte- Staatsmänner zu diesen Verhandlungen, die parlamentarischen Diskussionen, Stimmen der in- und ausländischen Pressen usw. usw. „Nationales Selbstbestimmungsrecht der Juden in Polen." Bon Dr. Mar Rosenfeld. 1918. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. — Der Verfasser, ein Führer der „Poale-Zion", behandelt in dieser Schrift die Judenfrage in Polen von seinem Gesichtspunkte und gelangt zu dem Resultat, daß nur die Anerkennung der Juden in Polen als besondere Nation unter Zuerkennung nationaler Rechts dieses Problem befriedigend lösen könnte. „Eine Königin Esther." Drama in einem Vorspiel und drei Akten, von Max Brod. Kurt Wolfs Verlag, Leipzig. Preis Mk. 2-50. — An und für sich eine ziemlich gelungene Arbeit, geschickt und wirkungsvoll inizeniert, reich an Gedankenblitzen und Apercus. Die Idealisierung Hamans und das sonderbare Bild, das von der Königin Esther, von Mvrdechai und von den Juden entworfen wird, muten aber etwas eigenartig an. Die Sucht nach Originalität mag den Verfaster hiezu verleitet haben. Es ist aber nicht tedermanns Geschmack, gewisse Erscheinungen des ebens gerade in einem solchen Lichte sehen zu wollen. Wenn es eine Tendenzschrist sein sollte — die meisten Schriften Brods sind es ja —, dann wäre gar manch Bedenken wohl angebracht. „Die Juden und die österreichische BerfaffuuaSrevifiou." Von Dr. H. Kadifch. Wien, 1918. Verlag „Moriah". — Die vorliegende Broschüre bildet das II. Heft der „Jüdischen Kriegs- Hefte", die der Verlag „Moriah" erscheinen läßt. Der Verfasser vertritt Sen Gedanken, daß die Judenfrage in Ossterrcjch gelegentlich der Verfassungsrevision in dem'Sinne gelöst werden soll, daß V,e Juden als besondere Nationalität anzuerkennen ivären. „HELDOLANA“ Eine neue erprobte Methode, den Gesichtsteint rein zu erhalten, alle Hautunreinigkeiten zu beseitigen und der Haut jenen reizenden, verführerischen Hauch zu verleihen. Man benetze Gesicht, Hände, Hals und Körper mit Wasser, bestreiche dann mit einer Schichte „HELDOLANA“ und wasche die Haut nach einer Weile ab. Bald wird man von dem frischen, blühenden Aussehen überrascht sein. 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Residenz-Atelier fOr moderne Photographie G RIEH m I., Fleisctimarht 1. Taschen- und Wandkalender für das Jahr 5679 fürBuchliänciler mm sendet mm Rabbiner Wolf Gerstl s: LEMBERG, Jachowicza 6 ss Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hemalser Gürtel 20.

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