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Jüdische Korrespondenz · 1918-12-19 · 38 (19.12.1918) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
38 (19.12.1918)
Date
1918-12-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz. Nr. 38 Han denen Voreingenommenheit an. das; Lues vorhanden war, und die Kranken wurden zu einer schädlichen Parforcekur verurteilt. Es wurde ein Schuldspruch auch bei Mangel an Beweisen ausgesprochen, Da, wie wir sehen werden, die Ursache auch der Londoner Endemie zum großen Teil auf allgemciuen jüdischen Schicksalsschlägen beruht, so möge die Darlegung der historischen Ursache des spezielle» Elends, das zur Krankheit in diesem Falle führte, Platz finden. Die Vertreibung der Juden aus vielen Aufenthaltsorten in Rußland, itl denen sie bisher ihre Existenz fanden, beim Regierungsantritt des Zaren Alexander UI, war die Ursache, Dieser Akt des Kaisers ist von großem psychologisch-historischen Interesse, Ich bin nun in der Lage, ihn aufzuklären. Ich war durch meine Beziehungen zu allen Schichten der russischen Gesellschaft über den Kaiser, als er noch Kronprinz war, orientiert. Er hatte einen glühenden Laß gegen die Korruption, besonders angefacht durch die ungeheuren Malversationen, die sein Onkel, der ältere Nikolai Nikolajewitsch, während des türkisch-russischen Krieges vollführte. Praktisch uneingeweiht, begann er wirklich sofort den Kämpf gegen die millionenköpfige Schlange der Korruption, welche Köpfe von Großfürsten, Ministern und Senatoren, von Zivil¬ und Militärfunktionären aller Grade bis hinab zu den Gendarmen und niedersten Bediensteten besaß, Das ganze Leben der Bevölkerung war aktiv und passiv auf die Korruption eingegliedert. Da zischelte ein schlauer Schlangenkops dem Selbstherrscher aller Reußen ins Ohr, daß Beamtenbestechung die Ursache sei, daß Juden an zahlreichen Orten leben und arbeiten ohne Niederlassungsrechte, und der Zar begann seinen tragischen Don-Quichotte-Feldzug mit der furchtbaren Vertreibung zahlloser armer Teufel aus ihren Wohnsitzen, wo sie mühselig ihre Existenz fristeten. Aus diesen Elenden rekrutieren sich die Tausende von Emigranten in London — meist arme Schneider —, bei denen die Qualen der Verfolgung, die Pein der Fremdheit der neuen Heimat und die elende materielle Existenz die Endemie der Geistesstörung hervorrief. In der Ursachenerkenntnis (Aeliologie) spielt also der geschilderte politische Vorgang die erste Rolle, In meinem „Offenen Briefe" an O, Bcadles (Juliheft des „Journal of Mental Science"), der unter unter demselben Titel: „The insane Jew“, wie der Artikel des englischen Kollegen erschien, ging ich ausführlicher auf die Prädisposition (Veranlagung) ein, mit welcher die Juden und Jüdinnen überhaupt für Nervenkrankheiten: Paralyse, Tabes, Epilepsie, Hysterie usw-, behaftet sind und die die Veranlassung des Ausbruches der Krankheit war. Die Juden sind überhaupt für Kopfarbeit prädisponiert, sonst hätte Moses nicht seinem Volk den Monotheismus aufgebürdet, der bei den Aegyptern, Babyloniern und Indern eine Geheimlehre der Priester war. Viele Jahrhunderte lang rang Jehova mit den Götzen in den Köpfen des Volkes in oft tragischer Weise. Diese Anlage für verwaltende Kopfarbeit kam noch mehr zur Geltung seit der Epoche der ersten Diaspora (Zerstreuung) in den Tagen von Nebukadnezar, und als die nervenkrafterhaltende Beschäftigung mit dem Ackerbau und die Landwirtschaft aufhörte und dann auch der Ausschluß vom Gewerbe eintrat und aus religiösen Gründen keine Beziehung zu den Künsten der Malerei, Plastik und auch zur Technik vorhanden war. Die spanisch-jüdischen Gelehrten vermittelten besonders auf Betreiben Friedrichs II, von Hohenstaufen und seines großen Kanzlers Thomas a Vincis die Kenntnis der Christenheit mit der griechischen und arabischen Philosophie. Die Vorliebe für Kopfarbeit bei der Berufswahl dauert bis heute an, was natürlich die Entwicklung der Paralyse und anderer degenerativer Krankheiten erhöht. Ganz besonders gesteigert muß der Widersinn wirken, daß in überfrommen Kreisen fast im Kindesalter die Beschäftigung mit der scholastischen Dialektik des Talmud forciert wird, wodurch bei fähigen und unfähigen Gehirnen die Paralyse geradezu gezüchtet wird. Dazu kommt in neuerer Zeit bei den Weibern die überspannte feministische Bewegung mit ihren perversen Zölibatsbestrebungen und Ueberanstrengungen geistiger und physischer Natur, welch« zur Degeneration führen. Die gewaltsame Entfernung von der Natur und der gemütlichen, ruhigen Gewerbstätigkeit hat die jüdische Volksseele energisch in ein sozusagen überintensives Familienleben hineingedrängt mit einem exzessiven ehelichen Geschlechtsleben, das besonders bei den Weibern zu schweren Nervenleiden führte. Vom Beginn der Geschlechtsreife bis zu deren Erlöschen wurden den Weibern die Lasten der Mutterschaft aufgebürdet und über diese hinaus galten Anrecht und Verpflichtung. Die vielen Katastrophen in der Geschichte der Juden haben den Keim zu schweren Neurosen gelegt und deren Ausbruch gezeitigt. Jüdisches Zentral-Mfskomitee in Wienlegene Ersuchen, bei Vakanzen sich unserer Vereinigung erinnern und diese möglichst oft benützen zu wollen. Unsere Mitglieder, gesichtet und mehreren Proben unterzogen, haben stets zur vollsten Zufriedenheit ihrer Berufer ihre Dienste besorgt und, wird es Ausgabe der Vereinsleitung sein und bleiben, den guten Ruf, dessen sich unsere gemeinnützige Institution allgemein erfreut, zu kräftigen und immer von neuem zu stärken. Mit dem nochmaligen Ersuchen, die Besetzung der Portier- und Hausbesorgerstelle durch uns veranlassen zu wollen, zeichnet mit vorzüglicher Hochachtung der Vorstand des Vereines der jüdischen Portiere und Hausbesorger. Unentgeltliche Stellenvermittlung, I-, Seitenstettengasse 4. Durch das traurige Kriegsende ist auch über zahlreiche Juden unsagbares Elend hereingebrochen. Nach den furchtbaren Leiden des jahrelangen Frontdienstes kommen jüdische Soldaten erschöpft, verhungert, in ihrer Gesundheit erschüttert, aus der Front zurück, ohne Kleidung ohne Schuhe und Wäsche, ohne Nahrung, oft selbst ohne Mittel, die Heimreise fortzusetzen, aller Not und allem Elend hilflos ausgesetzt. Unter der jüdischen Bevölkerung Wiens und des Hinterlandes haben die langen Kriegsjahre vernichtend gewütet, Hunderte von Familienvätern, die früher ihr Auskommen fanden oder sogar wohlhabend waren, sind jetzt total verarmt und die Armen unter uns, welche von jeher die überwältigende Mehrheit bildeten, sind heute noch viel ärmer als zu irgend einer Zeit, — Zu all diesen Unglücklichen kommen außerdem noch die vielen vorübergehend in Wien sich aufhaltenden erbarmungswürdigen Opfer der schmachvollen Pogrome in Galizien, Mähren usw. Der Umstand, daß auch bei voller Inanspruchnahme der den Juden zustehenden Rechte aus staatliche Fürsorge unter den gegenwärtigen Verhältnissen das herrschende Elend auch nicht teilweise heseiligt werden kann, hat bei einer Anzahl jüdischer Korporationen und Personen fast gleichzeitig den Gedanken ausgelöst, die private Fürsorge heranzuziehen und so zur Bildung mehrerer die gleichen oder ähnliche Zwecke verfolgenden Hilfskomitees geführt. In der Erkenntnis, daß nur ein geschlossenes Vorgehen wirksame Hilfe dringen kann, haben sich unter Vermittlung der Kultusgemeinde die in Betracht kommenden Körperschaften und Personen in einem f*®*® „HELDOLANA“ ®®«®| Eine neue erprobte Methode, den Gesichts- « teint rein zu erhalten, alle Hautunreinig- ® keiten zu beseitigen und der Haut jenen 8 refcenden, verführerischen Hauch zu ver- P leihen. Man benetze Gesicht, Hände, Hals # und Körper mit Wasser, bestreiche dann mit 8 einer Schichte „HELDOLANA“ und wasche 8 die Haut nach einer Weile ab. Bald wird # $ man von dem frischen, blühenden Aus- 8 ® sehen überrascht sein. Selbst Runzeln 8 ffi und Falten verschwinden nach dieser Pro- K ® zedur und von Sommersprossen, Wim- ® j|j merln und sonstigen Hautunreinigkeiten g K bleibt keine Spur. Erhältlich in Parfümerien, « © Drogerien und Apotheken. Depots: Schwan- 8 jlj Apotheke, I„ Schottenring 14, Apotheke 8 K zum grünen Kreuz, XIII., Linzerstraße 42. $ Jos. Uesiiors Biciaiin Wien, I., Seitenstettengasse 5 empfiehlt ihr reichhaltiges Sortiment in: Talmud-, Deeisoren- und rabbinischer Literatur, Bibelu. Kommentarwerke, Jüdischen Zentral-Hilfskomitee zu gemeinsamer Arbeit vereinigt. Auch die „Israelitische Allianz zu Wien" hat sich dem Zeniral-Hilfskomitee angeschlossen; ihre vor kurzem anläßlich der Pogroms eingeleitete Aktion bezweckt die Hilfeleistung für die unglücklichen Pogromopfer an Ort und Stelle und wird daher durch die Aktionen des Zentral-Hilfskomitees, welche sich auf die in Wien befindlichen notleidenden Juden beschränken müssen, nicht berührt. Der Unterzeichnete, aus der Milte des alle Schichten der Wiener jüdischen Bevölkerung umfassenden Zentral-Hilfskomitees gewählte Ausschuß stellt die innige Bitte, die in den nächsten Tagen einsetzende Sammeltätigkeit seiner Delegierten mit allen Kräften zu unterstützen. Nur wenn jeder, der aus dem Kriege mehr als Leib und Leben gerettet hat, zu den sehr bedeutenden Kosten der Hilfsaktion das Seinige beiträgt, kann dem unsäglichen Elend wenigstens in seinen krassesten Formen abgeholfen werden. Der Exekutivausschuß des Jüdischen Zentral- Hilfskomitees: Ernst Simon, Präsident; Anitta Müller, Nathan Eidinger, Dr, Maximilian Stiglitz, Vizepräsidenten; Richard Bettelheim, Bernhard Goldstein, Dr. Jakob Engel, Dr. Edmund Kohn, Emil Engel, Dr. Karl Pollak, Oberleutnant Wallach. An die P. T. jüdischen Landbesitzer und Lausadministratoren. Nach mehrjähriger unfreiwilliger, durch Kriegswirren bedingter und durch die erzielten , folge um so schmerzlicher empfundenen Pause, tr nunmehr der „Verein der jüdischen Portiere u, Hausbesorger" wieder in die Oeffentlichkeit und richte hiemit an die?. T. jüdischen Hausbesitzer und' Hausadministratoren das im Intereste aller ge< neuhebräisclie u. jüdische Belletristik, hebräische Lehrbüchern. Grammatiken. Reiches Lager an Judaicis. 0. a.: Kleine Bibel, Taschenausgabe, Leinenband . . . ..K16'— Milon schel Kiß, hebräisch - deutsches Wörterbuch von Grasowsky . . . . „ 20'— Marge], Deutsch-hebräisches Wörterbuch „ 20— Kottek, Geschichte der Juden Dr. S. Funk, Die Juden in Babylonien Dr. D. Hoffmann, Leviticus Dr. R. Breuer, Die fünf Megilloth (auch einzeln). Sämtliche Werke von 8. R. Hirsch, Jul.'Hirsch und Mendl Hirsch. ---------------------- Residenz-Atelier moderne Photographie RIEH m cMt 1. .. — Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VTO., Hemalser Gürtel 20.

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